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„Die Zeit drängt“: Ärztepräsident fordert Planungen für Corona-Strategie im Herbst

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Von: Markus Hofstetter

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Das RKI meldet für die letzten 24 Stunden 1245 weitere Corona-Fälle. Ein weiteres Todesopfer wurde registriert. Der Ärztepräsident will die Folgen der Pandemie für Heranwachsende abmildern.

Berlin - In Deutschland gehen an die Kennzahlen für das Coronavirus zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Montag dem 23. Mai 1245 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 1060 Fälle weniger als am Montag vor einer Woche. Die Gesamtzahl der Covid19-Fälle steigt damit auf 26.045.528.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 312,1, am Vortag lag die Zahl noch bei 322,4. Eine weitere Person starb im Zusammenhang mit Coronavirus. Insgesamt steigt die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 138.326.

Bei allen Zahlen ist jedoch zu berücksichtigen, dass diese an Montagen generell niedriger ausfallen als an den anderen Werktagen. Ursache sind vor allem Meldeverzögerungen, da viele Bundesländer am Wochenende gar keine oder unvollständig Zahlen an das RKI liefern.

Coronavirus: Ärztepräsident fordert rechtzeitige Planungen für Strategie im Herbst

Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert von Bund und Ländern rechtzeitige Planungen für die Corona-Strategie im Herbst. Ein besonderer Augenmerk soll dabei auf Kinder und Jugendliche gelegt werden. „Die Zeit drängt“, sagte der Chef der Bundesärztekammer der Deutschen Presse-Agentur.

Spätestens bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 2. Juni müssten die Weichen für einen sicheren Betrieb von Schulen und Kitas gestellt werden. Kinder hätten wie kaum eine andere Bevölkerungsgruppe Schutzmaßnahmen ertragen und einen großen Solidarbeitrag geleistet.

Coronavirus: Schwerwiegende Kollateralschäden bei Kindern und Jugendlichen

Die Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche sind ein Schwerpunktthema des Deutschen Ärztetages, der an diesem Dienstag (24. Mai) in Bremen beginnt. „Corona-Infektionen verlaufen bei jungen Menschen fast immer sehr milde“, so Reinhardt. Die Ärzteschaft habe aber früh auf Kollateralschäden der Corona-Eindämmungsmaßnahmen für Kinder wie soziale Isolation, Bewegungsmangel, Bildungsdefizite oder Gewalt zu Hause hingewiesen.

Ein Kind haelt einen positiven SARS-CoV-2 Rapid Ag Antigen Schnelltest in der Hand.
Ärztepräsident Reinhardt fordert, rechtzeitig die Weichen für einen sicheren Betrieb von Schulen und Kitas im Herbst zu stellen © Thomas Trutschel/photothek.de/imagoe

Beim Ärztetag solle auch über eine Eindämmung der negativen psychosozialen Pandemie-Folgen für Heranwachsende diskutiert werden. Eine entscheidende Rolle hätten Schulen und Kindertagesstätten, sagte Reinhardt. „Wenn man den Versprechungen der Politik glaubt, soll alles getan werden, um erneute flächendeckende Schließungen zu verhindern.“ Mit Spannung werde daher ein von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigter Pandemie-Masterplan für den Herbst erwartet. „Hier dürfen die Kinder nicht wieder vergessen werden.“

Kampf gegen das Coronavirus: materielle Anreize für das Impfen in Betracht ziehen

Der Ärztepräsident betonte auch, dass möglichst hohe Impfquote für eine wirksame Corona-Strategie weiterhin essenziell ist. Impfstoffe seien das wirksamste Instrument zum Schutz vor schweren Corona-Verläufen und für eine Rückkehr in die vorpandemische Normalität. Das müsse den Menschen noch verständlicher dargebracht werden.

Um die Impfquote zu steigern, wünscht sich Reinhardt eine mutige, multimediale Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. In Betracht ziehen könnte man auch materielle Impfanreize, die für unterschiedliche Zielgruppen interessant seien. “

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