Regeln an Silvester 2020
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In Niedersachsen verlief der Jahreswechsel eher ruhig - dennoch gab es Einsätze. Ein Mann wurde bei einer Explosion lebensgefährlich verletzt. Zwei weitere kamen schwerverletzt ins Krankenhaus (Symbolbild).

Insgesamt wegen Corona ruhiger

Silvester in Niedersachsen: Junge Männer verletzten sich schwer bei Explosion

  • Diana Rissmann
    VonDiana Rissmann
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Silvester verlief in Niedersachsen wegen Corona weitestgehend ruhig: Dennoch gab es einige Einsätze für die Polizei und eine Explosion mit Schwerverletzten.

  • Silvester in der Corona*-Krise war auch in Niedersachsen anders.
  • Die Polizeisprecher aus Niedersachsen berichten vorwiegend von einem ruhigen Jahreswechsel.
  • Doch es gab auch Ausnahmen: Mehrere Einsätze der Polizei waren notwendig und es gab eine Explosion mit Schwerverletzten.

Göttingen - Der Jahreswechsel in der Corona-Krise verlief in den meisten Städten in Niedersachsen aus Sicht der Polizei ruhig. Ein paar Ausnahmen gab es jedoch. Ein besonders schlimmer Fall beschäftigte die Einsatzkräfte in Hilter im Landkreis Osnabrück. Dort sind drei Männer bei einer Explosion in der Silvesternacht verletzt worden - einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr.

Die 20, 21 und 26 Jahre alten Männer hatten nach ersten Erkenntnissen mit Chemikalien hantiert, um einen Knallkörper herzustellen, teilte die Polizei am Freitagmorgen mit. Dabei kam es im Obergeschoss einer Doppelhaushälfte zu der Explosion. Dem 21-Jährigen wurden Teile von Gliedmaßen abgetrennt. Er schwebt in Lebensgefahr.

Silvester in Niedersachsen: Explosion in Wohnhaus - Gebäude vermutlich einsturzgefährdet

Auch der 26-Jährige wurde durch die Explosion schwer verletzt, der 20-Jährige kam mit leichten Verletzungen davon, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Laut Polizeiangaben entstand an dem Wohnhaus ein Schaden von rund 100.000 Euro. Das Haus sei möglicherweise einsturzgefährdet, hieß es weiter.

Silvester in Niedersachsen: Dank Corona ruhiger - dennoch zahlreiche Polizei-Einsätze

Doch so ein heftiger Einsatz blieb die Ausnahme: Vielerorts ist der Jahreswechsel sehr viel ruhiger verlaufen als in den letzten Jahren. In Göttingen bildeten sich im Laufe der Nacht zwar immer wieder größere Gruppen, nach kurzer Ansprache durch die Einsatzkräfte lösten sie sich aber wieder auf, wie ein Polizeisprecher sagte. 

Das Gleiche berichtet eine Polizeisprecherin aus der Landeshauptstadt Hannover: Dort sei im gesamten Stadtgebiet deutlich weniger los gewesen als noch in den Vorjahren. Lediglich drei größere Menschenansammlungen mussten von der Polizei aufgelöst werden - doch alle Beteiligten hätten sich laut der Sprecherin schnell einsichtig gezeigt.

Silvester in Niedersachsen: Körperverletzungen und Corona-Party in der Region Northeim

Auch in Northeim berichtet die Polizei, dass der Jahreswechsel insgesamt ruhiger verlaufen sei als in den Vorjahren. Dennoch gab es ein paar größere Einsätze:

  • Wegen Körperverletzungen rückten die Beamten in Northeim aus: Ein 63-jähriger Mann aus Northeim hatte auf eine 21-Jährige sowie eine 51-Jährige mit den Fäusten eingeschlagen.
  • Ein 37-jähriger Mann aus Northeim wurde mit einem verbotenen Messer erwischt, damit hatte der gegen das Waffengesetz verstoßen.
  • Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen mit Widerstand gegen die Polizei: In einem Ortsteil von Nörten-Hardenberg wurden bei einer Silvesterparty sechs Personen aus mehr als zwei Haushalten in einer Wohnung angetroffen. Bei der Ahndung der Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen und bei der Unterstützung des ebenfalls anwesenden Rettungsdienstes, eine Person war aufgrund von Drogen nicht mehr ansprechbar, leistete ein 28-Jähriger aus Kassel Widerstand gegen die Polizei - er wurde in Gewahrsam genommen.

Auch für die Beamten in Braunschweig und Uslar verlief der Jahreswechsel ohne besondere Vorkommnisse und insgesamt sehr ruhig, wie Polizeisprecher mitteilen.

Silvester in Niedersachsen: Polizei löst Corona-Party mit 18 Feiernden auf

Die Polizei in Oldenburg beendete eine Silvesterparty mit 18 Feiernden wegen Verstößen gegen die Corona-Regelungen. Da auf das Klingeln und Klopfen der Einsatzkräfte niemand reagierte, öffneten die Polizeibeamten die Tür zwangsweise, wie ein Sprecher der Polizei am Neujahrsmorgen mitteilte. Die Partygäste im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zeigten sich uneinsichtig. Gegen sie wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Insgesamt allerdings verlief der Start in das neue Jahr in der Stadt „erheblich ruhiger als in den vergangenen Jahren“, wie der Polizeisprecher betont.#

Deutlich arbeitsreicher war die Nacht für die Polizei in Bremen. Wie ein Polizeisprecher am Morgen sagte, wurden viele Verstöße gegen die Corona-Verordnung geahndet. Immer wieder hätten sich Menschengruppen nicht an die Abstandsregeln gehalten. 

Video: Überschattet von der Corona-Pandemie - So feiert die Welt Silvester

Silvester in Niedersachsen: 70 Verstöße gegen Ausgangssperre in der Grafschaft Bentheim

In der Grafschaft Bentheim an der niederländischen Grenze gilt aktuell wegen hoher Corona-Fallzahlen eine strenge Ausgangssperre - zwischen 21 und 5 Uhr dürfen Häuser und Grundstücke nur aus beruflichen oder medizinischen Gründen verlassen werden. So registrierte die Polizei in der Silvester-Nacht etwa 70 Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung.

Doch grundsätzlich hätten sich Spaziergänger und Autofahrer in der Silvester-Nacht einsichtig gezeigt, wenn sie auf ihre Verstöße angesprochen wurden. Ermittlungsverfahren wurden dennoch eingeleitet. Die Ausgangsbeschränkung in der Grafschaft gilt noch bis zum 12. Januar 2021.

Alle aktuellen Informationen rund um die Corona-Lage in Niedersachsen finden Sie in unserem News-Ticker. (Diana Rissmann mit dpa) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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