Gestapelte Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer in einer dafür geeigneten Tiefkühltruhe.
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Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer: Schon nächstes Jahr auch für Kinder?

Inzidenz hat sich verdoppelt

Biontech testet Corona-Impfstoff nun auch an jüngeren Kindern - Spahn: „Sind keine kleinen Erwachsenen“

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Biontech und Pfizer testen ihr Corona-Vakzin nun auch an den jüngsten - einen Termin für den Impf-Start haben sich auch schon im Blick.

  • Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer* ist aktuell nur ab 16 Jahren bedingt zugelassen.
  • Allerdings hat sich gerade bei den noch Jüngeren das Infektionsgeschehen beschleunigt.
  • Nun haben die Unternehmen eine neue Studie gestartet.

Mainz - „Wir kriegen viel Post von Eltern, die Kinder mit Vorerkrankungen haben, sich deshalb Sorgen machen - und sich nichts mehr wünschen, als einen Impfstoff für sie“: Das sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der letzten gemeinsamen Corona-Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler vor Ostern.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, fuhr Spahn fort. Ihr Körper reagiere anders auf Dosis und Wirkstoff. Und Wieler warnte, angesichts einer steigenden Impfquote in Deutschland: „Dass die Älteren geschützt sind, heißt nicht, dass die Jüngeren nicht mehr geschützt werden müssen.“

Corona bei Kindern: RKI meldet besorgniserregende Entwicklung

Die Rolle von Kindern und Jugendlichen bei der Ausbreitung des Erregers hat sich verändert. Die Covid-19-Fallzahlen steigen aktuell besonders stark bei ihnen an. Bei Unter-14-Jährigen hat sich die 7-Tage-Inzidenz innerhalb eines Monats bundesweit mehr als verdoppelt - sie stieg zuletzt auf 100, so das RKI.

Helfen könnten Corona-Impfstoffe, die auch für Kinder zugelassen sind. Und nach den Konkurrenten Moderna und Astrazeneca haben nun auch die Mainzer Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer begonnen, ihr Vakzin an jüngeren Kindern zu testen. Das bestätigten die Firmen jeweils den Nachrichtenagenturen dpa und AFP.

Biontech/Pfizer testen Corona-Impfstoff an Kindern: „Wir sind stolz“

„Wir sind stolz, diese dringend benötigte Studie zu machen“, erklärte Pfizer. Das Vakzin könne hoffentlich ab Anfang kommenden Jahres auch bei dieser Altersgruppe eingesetzt werden. Mit den klinischen Tests solle die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Vakzins bei gesunden Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren untersucht werden, hieß es weiter.

2259 Kinder in dieser Altersgruppe nehmen den Angaben zufolge an diese Studie teil. Die Daten seien vielversprechend und sollen bald veröffentlicht werden. Wenn die Behörden die Zulassung genehmigen, könne der Impfstoff für jüngere Kinder Anfang 2022 verfügbar sein.

Zuvor hatte das Unternehmen bereits begonnen, seinen Corona-Impfstoff auf Grundlage der mRNA-Technologie bei Kindern zwischen zwölf und 15 Jahren zu testen.

Corona bei Kindern: Schwere Verläufe bis hin zum Tod möglich

Kinder bleiben in der Regel zwar von schweren Covid-19-Erkrankungen verschont, vereinzelt gibt es aber auch bei ihnen schwere Erkrankungen bis hin zu Todesfällen. Außerdem kann eine Corona-Infektion bei Kindern das gefährliche Entzündungssyndrom MIS-C auslösen. Davon abgesehen können infizierte Kinder das neuartige Coronavirus weitertragen. Zur Erreichung einer Herdenimmunität müssen in vielen Ländern auch die Kinder geimpft werden.

Das US-Unternehmen Moderna sowie der britisch-schwedische Pharma-Konzern Astrazeneca hatten schon vor Biontech/Pfizer damit begonnen, ihre Corona-Impfstoffe an jüngeren Kindern zu testen. Der US-Hersteller Johnson & Johnson will diesem Beispiel bald folgen. (frs mit Material von dpa und AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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