Razzien in ganz Deutschland

Nacht Verbot von Combat 18: Durchsuchung bei Neonazi aus Dortmund

Nach dem Verbot der rechtsextremen Gruppe Combat 18, wurden in ganz Deutschland mehrere Gebäude durchsucht. Auch eine Neonazi-Wohnung in Dortmund.

  • Die rechtsextreme Gruppe Combat 18 gilt als extrem gewaltbereit.
  • Die Gruppierung wird dem Neonazi-Netzwerk Blood and Honour zugeordnet.
  • Combat 18 agiert im Untergrund und ist auch in Dortmund aktiv.

Update, Freitag (14. Februar), 13 Uhr: Kurze Zeit nach der Razzia wegeen Combat 18 hat das SEK bundesweit gegen eine mutmaßliche Gruppe von Rechtsterroristen ermittelt - auch in NRW. Ein Verdächtiger ist ein Polizist.

Update, Donnerstag (23. Januar), 20.10 Uhr: Inzwischen hat sich auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zum Verbot von Combat 18 geäußert. In einer Wohnung in Castrop-Rauxel haben die Polizei seinen Angaben zu Folge Laptops, Handys, Datenträger, "waffenrechtlich relevante Gegenstände" sowie Bekleidung mit der Aufschrift "Combat 18" sichergestellt.

Laut in Erscheinung getreten war die Gruppe laut Reul in NRW aber nicht. Sie verhalte sich "konspirativ". Im bevölkerungsreichsten Bundesland gibt es laut Reul eine einstellige Anzahl an Mitgliedern. Bundesweit seien es 20. Die gewaltbereite Vereinigung richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung, unterstrich Reul.

Combat 18 verboten - Razzien auch in NRW

Erstmeldung, Donnerstag (23. Januar), 10 Uhr: Dortmund - Die Gruppierung Combat 18, obwohl bereits in den 90er-Jahren aktiv, konnte einem Verbot lange erfolgreich entgehen. Wie RUHR24* berichtet, teilte das Innenministerium heute (23. Januar) jedoch mit, das Innenminister Horst Seehofer Combat 18 verboten hat. Dem folgten zahlreichen Razzien im ganzen Bundesgebiet. Auch in NRW wurden mehrere Objekte durchsucht - unter anderem die Wohnung des aus der rechtsextremen Szene in Dortmund bekannten Robin S.

Combat 18: Wohnung von Neonazi aus Dortmund durchsucht

Die Polizei durchsuchte am Morgen mehrere Objekte in sechs Bundesländern: Die Razzien fanden in Thüringen, Hessen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz statt. Stanley R., der als Kopf der Gruppe gilt, wurde den Angaben zufolge von der Polizei in Thüringen an seinem Arbeitsplatz angetroffen. Auch seine Wohnung wurde durchsucht. In NRW wurde ein Gebäude, das Wohnhaus von Robin S. in Castrop-Rauxel, durchsucht.

Der Name Combat 18 steht für "Kampfgruppe Adolf Hitler", wobei die 18 für den ersten (A) und den 8. Buchstaben (H) im Alphabet steht. Combat 18 hat direkte Verbindungen auch nach Dortmund. Erst im vergangenen Jahr zeigte sich Robin S. mit Emblemen, die eindeutig Combat 18 zugeordnet werden konnten. Die Wohnung des in der rechtsextremen Szene in Dortmund bekannten Neonazis wurde nun durchsucht.

Auch ein Video der rechtsextremistischen Gruppe soll den Neonazi gezeigt haben. In dem Video von Combat 18 aus dem Sommer 2019 war es mutmaßlich Robin S., der als Sprecher der Gruppe auftrat - vermummt und mit verzerrter Stimme. In dem Video distanziert sich Combat 18 von Stephan Ernst, dem mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

Neonazi aus Dortmund ist Führungsfigur bei Combat 18

Laut einem Bericht des Spiegel gilt neben Stanley R. auch der Dortmunder Neonazi Robin S. als Führungsfigur von Combat 18 in Deutschland. Robin S. werden zudem Verbindungen zur NSU-Terroristin Beate Zschäpe nachgesagt - er soll eine enge Brieffreundschaft zu ihr gepflegt haben.

Nach der Ermordung des CDU-Politikers Lübcke im Juni 2019 hatten mehrere Politiker ein Verbot von Combat 18 gefordert, da es als erwiesen galt, dass der mutmaßliche Mörder Stephan Ernst in der Vergangenheit Kontakt zu der Terrorgruppe hatte.

Combat 18 soll rund 20 Mitglieder haben, zehn in NRW

Nun ist die Gruppierung also verboten. In der Begründung für das Verbot heißt es: Die Vereinigung richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und sei mit dem Nationalsozialismus wesensverwandt. Nach Einschätzungen der Sicherheitsbehörden zählen bundesweit rund 20 Mitglieder zu Combat 18. Rund zehn von ihnen sind laut Verfassungsschutz in NRW aktiv.

Mit dem Verbot ist es ab sofort strafbar, Embleme und Schriftzüge von Combat 18 zu nutzen, so zum Beispiel das Logo der Gruppe, einen weißen Drachen mit roter Zunge.

Auf das Konto der gewaltbereiten Gruppe, die vorrangig im Untergrund agiert, sollen mehrere terroristische Straftaten zurückzuführen sein. Sie gilt als der bewaffnete Arm des in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerks Blood and Honour ("Blut und Ehre"). Combat 18 hat ihren Ursprung in Großbritannien, ist allerdings inzwischen in mehreren europäischen Ländern aktiv.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

msp

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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