1. Wetterauer Zeitung
  2. Panorama

Stiko empfiehlt Affenpocken-Impfung für Risikogruppen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kai Hartwig

Kommentare

Die Stiko empfiehlt eine Impfung gegen Affenpocken für Risikogruppen. Und erklärt, wie viele Impfdosen nötig sind und welcher Impfstoff genutzt wird.

Berlin - Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine offizielle Empfehlung für eine Impfung gegen Affenpocken für Risikogruppen ausgesprochen. Das teilte die Stiko am Donnerstagnachmittag (9. Juni) in Berlin mit.

Stiko empfiehlt Affenpocken-Impfung für Risikogruppen

In der Mitteilung erläuterte die Kommission auch, welche Menschen zu den besagten Risikogruppen gehören. Demnach trifft dies auf Personen zu, die einen engen körperlichen Kontakt zu mit dem Affenpockenvirus Infizierten hatten. Auch Laborpersonal mit ungeschütztem Kontakt zu Affenpocken-Proben und homosexuelle Männer mit wechselnden Partnern fallen nach Stiko-Angaben unter die Risikogruppen.

Innerhalb der Europäischen Union steht das Vakzin Imvanex für die Affenpocken-Impfung zur Verfügung. Der Pockenimpfstoff ist in der EU zugelassen, er soll auch gegen das Affenpockenvirus wirksam sein.

Affenpocken: Stiko empfiehlt Impfung für Risikogruppen - Menschen ab 18 Jahren können sich impfen lassen

Die entsprechende Empfehlung der Stiko zur Impfung gegen Affenpocken ging zunächst in das vorgeschriebene Stellungnahmeverfahren. Laut dem Beschlussentwurf sollen Menschen ab 18 Jahren, die engen körperlichen Kontakt mit einem Infizierten, beispielsweise durch Geschlechtsverkehr, hatten, so früh wie möglich in einem Zeitraum von bis zu 14 Tagen mit dem Pockenimpfstoff behandelt werden. Gleiches gilt für Laborpersonal nach ungeschütztem Kontakt zu kontaminierten Proben.

Zudem soll Menschen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko die Impfung angeboten werden. Dazu zählen Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben. Alle bisher rund 130 in Deutschland erfassten Affenpockenfälle betreffen demnach Männer, die Geschlechtsverkehr mit Männern haben.

Affenpocken: Impfstoff ist in Deutschland nur begrenzt vorhanden

Der Pockenimpfstoff ist nach Angaben der Stiko derzeit nur eingeschränkt verfügbar. Daher empfiehlt die Kommission, das Vakzin vorerst bevorzugt Menschen, die besonders ansteckungsgefährdet sind, anzubieten. Die Grundimmunisierung erfolgt durch zwei Impfstoffdosen, die müssen mit einem Abstand von 28 Tagen verabreicht werden. Alle Patienten, schon zuvor gegen Pocken geimpft wurden, benötigen lediglich eine weitere Impfdosis.

In Deutschland wurden laut Robert Koch-Institut bis Donnerstag (9. Juni) insgesamt 131 Affenpockenfälle aus zehn Bundesländern gemeldet. Die Affenpocken sind mit den Pocken verwandt, an denen jahrhundertelang jährlich Millionen Menschen starben. Seit dem Jahr 1980 galt die Krankheit aber als offiziell ausgerottet.

Die Affenpocken gelten als deutlich weniger gefährlich als die ursprünglichen Pocken. Die meisten Erkrankten erholen sich von den Affenpocken innerhalb weniger Wochen wieder. Ein tödlicher Krankheitsverlauf ist selten, wie auch Virologe Hendrik Streeck kürzlich bekräftigte. (kh mit afp)

Auch interessant

Kommentare