27. März 2019, 15:09 Uhr

Fahrrad reparieren

Repair-Cafès: Reparieren statt wegwerfen

Repair-Cafés in Gießen und der Wetterau – sie wollen lieber reparieren als wegschmeißen. In der Fahrrad-Werkstatt im Junity in Friedberg bekommen Jugendliche Hilfe, um das Fahrrad wieder fit zu machen.
27. März 2019, 15:09 Uhr
(Foto: Nici Merz)

An vielen Orten werden sie angeboten: Repair-Cafés, Fahrrad-Werkstätten oder Upcycling-Kurse. Aus Alt mach Neu. Das alles sind Maßnahmen, um dem Trend der Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken.
Auch im Jugendzentrum Junity in Friedberg gibt es ein Repair-Café und eine Fahrrad-Werkstatt. Das Repair-Café ist für alle offen, die beispielsweise ein kaputtes Gerät oder aber ein defektes Fahrrad haben. Viele Experten stehen mit Rat und Tat zur Seite und helfen, die Teile wieder zum Laufen zu bekommen. Das Repair-Café findet jeden dritten Donnerstag im Monat statt.

Daneben gibt es noch die Fahrrad-Werkstatt. Im Bike-Treff können Jugendliche ab zwölf Jahren jeden Mittwoch ab 8. Mai die Werkstatt nutzen und ihre Bikes reparieren. Anschließend geht es raus ins Gelände. »Mein Job ist es nicht, das Fahrrad zu reparieren, sondern ich zeige den Jugendlichen, wie es geht«, sagt Einrichtungsleiter Lukas Hölzinger. Zusammen mit Sebastian Klöppel gibt er seine Erfahrungen an die Jugendlichen weiter und hilft beim Reparieren der Fahrräder. Benötigt das Fahrrad eine aufwendigere Reparatur, können die Jugendlichen gerne auch eine Stunde früher kommen. »Wir sind aber kein Ersatz für einen Fahrradladen«, sagt Hölzinger.

 

Werkzeuge und Ersatzteile liegen bereit

In der Werkstatt finden die Gäste alle nötigen Werkzeuge – aber auch Ersatzteile. Diese bekommt das Junity aus Spenden,  etwa von lokalen Fahrradläden, oder »Leute bringen Fahrräder vorbei und lassen Teile hier«, erklärt der Pädagoge. »Oft sind es Leute, die Fahrräder besitzen, die noch einen Wert haben und sie hier abgeben.« Allerdings nimmt Hölzinger nur Teile an, die noch funktionstüchtig sind. Verrostete Teile oder solche, die auf den Schrott gehören, nimmt er nicht an. »Für uns steht Reparatur vor Ersatz«, sagt Hölzinger. »Oft kann man aus zwei kaputten Teilen ein neues machen.«

Wenn die Jugendlichen mit Schrauben fertig sind, geht es raus ins Gelände und auf den Winterstein. Dort lernen sie den Umgang mit dem Fahrrad, miteinander und mit anderen Waldbesuchern wie Fußgängern oder Reitern. Auch das sichere Fahren im Wald wird geübt: Wann mache ich mich bemerkbar? Wie fahre ich sicher in der Gruppe? Wie nehme ich Kurven richtig oder muss ich bremsen?

»Die Jugendlichen können viel erleben«, erklärt Hölzinger. »Hier müssen sie nicht die ganze Zeit reden und bekommen bei der körperlichen Anstrengung die Köpfe frei«. Es sei wie eine Art Therapie: Den Winterstein hochzufahren, sei monoton, und so könne man sich mit den Problemen zu Hause, in der Schule oder mit den Freunden auseinandersetzen.

 

Aufgeteilt in Jungs und Mädchen

Einrichtungsleiter Lukas Hölzinger gibt sein Wissen gerne an die Jugendlichen weiter.
Einrichtungsleiter Lukas Hölzinger gibt sein Wissen gerne an die Jugendlichen weiter.

Hölzinger und Klöppel teilen die Gruppen teils auf. Überwiegend nutzen Jungs das Angebot des Bike-Treffs, allerdings waren auch schon Mädchen hier. Dann teilen die beiden die Gruppe nach Geschlechtern auf, da Jungs eher schweigsam seien, »gockeln« würden und Action haben wollten. Die Mädchen hingegen unterhielten sich beim Fahren gerne. Aber auch nach Erfahrung teilen die Pädagogen auf. So gibt es für die Anfänger den sogenannten »Chicken-Run«, der etwas einfacher sei. Für die Fortgeschrittenen gebe es eine anspruchsvollere Tour mit Sprüngen. Für Jugendliche, die kein Fahrrad besitzen, hat das Junity Leihräder und verschiedene Helme.

Bei den Touren ist auch immer ein Erste-Hilfe-Rucksack dabei – falls es mal zu Schürfwunden oder Ähnlichem komme.Die Fahrrad-Werkstatt und auch der Bike-Treff würden gerne von den Jugendlichen in Anspruch genommen werden, erklärt Hölzinger. »Viele Jugendliche wie die BMXer nutzen die Fahrrad-Werkstatt selbstständig und gehen sorgsam mit den Werkzeugen um.« Für ihn und sein Team sei es wichtig, dass die Kommune Freiräume für die Jugendlichen schaffe, in denen sie sich ausleben können und Leidenschaften entwickeln. »Wenn ein Elfjähriger kommt, soll er merken, dass er bei uns willkommen ist«, erläutert der Einrichtungsleiter. »Er kann zwar nicht mit zur Ausfahrt, aber in der Werkstatt können wir gerne sein Fahrrad fit machen.«

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