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Hoffnung auf Familie

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Von: Maren Bonacker

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_9783737359436_011022_4c © Red

Der fünfzehnjährige Sam und sein zwei Jahre älterer Bruder Avery hatten nie wirklich eine Familie. Die Mutter ist früh verschwunden, der Vater konnte mit seinen Gewaltausbrüchen kein Zuhause bieten, die Tante wollte nie Kinder haben. Seit einem Jahr versuchen die beiden nun, allein klarzukommen. Der autistische Avery mit kleinen Jobs in der Werkstatt, Sam mit kleinen Diebstählen am Strand.

Um ein Dach über dem Kopf zu haben, bricht er über Nacht in leer stehende Häuser ein. Als er dabei ins falsche Haus klettert, ändert sich alles: Die De Laineys kommen frühzeitig nach Hause, doch Sams verbotene Anwesenheit fällt niemandem auf. Jeder in der trubeligen Großfamilie hält Sam für den Freund eines anderen, und so gehört er auf einmal wie selbstverständlich dazu! Keiner guckt ihn schief an, niemand weiß von seinen Problemen, niemand ahnt, was vor einem Jahr dazu geführt hat, dass Avery und er seither auf der Flucht sind. Doch es ist Glück auf dünnem Eis. Früher oder später wird er sich wieder um Avery kümmern müssen, und irgendwann wird einem in der Familie auffallen, dass ihn eigentlich niemand kennt…

»The Boy who Steals Houses« ist eine faszinierende Mischung aus komisch, bunt und unbeschwert und den unheilvollen Erinnerungsfetzen an eine von Gewalt und Angst beherrschte Vergangenheit. Mit atemloser Spannung begleiten wir Sam durch sein neues Leben und hoffen mit ihm, dass alles gut geht. Gleichzeitig brennen wir darauf, mehr über seine Vergangenheit zu erfahren. Hat ein Junge wie er eine Chance auf Glück? Lesestoff, der so schnell nicht loslässt, verspricht euch heute eure Maren

C.G. Drews: The Boy who Steals Houses. Aus dem Englischen von Britta Keil. Frankfurt a. M.: Fischer Sauerländer, 2022. 366 Seiten. 17 Euro. Ab 13 Jahre.

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