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So soll die neue Grundschule Staufenberg aussehen.

Millionenprojekt

Staufenberg erhält eine Schule mit Ecken und Kanten

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Die neue Staufenberger Grundschule besticht durch besondere Architektur. Rund 15 Millionen Euro soll der Neubau kosten. Das sorgt für kritische Nachfragen.

Die neue Staufenberger Grundschule besticht durch besondere Architektur. Und die hat ihren Preis. Rund 15 Millionen Euro soll der Neubau für die Kinder aus Staufenberg, Daubringen und Mainzlar kosten. Das sorgt für kritische Nachfragen.

Es ist eines der großen Schul-Neubauprojekte im Landkreis, das jetzt auf die Zielgerade geht: Für Staufenberg, Mainzlar und Daubringen wird eine neue gemeinsame Grundschule gebaut, die die drei kleineren Einrichtungen ab 2022 ersetzen soll. Rund 15 Millionen Euro wird der Landkreis Gießen als Schulträger nach heutigem Stand der Dinge in den kommenden Jahren in das Vorhaben investieren. Der Schulausschuss des Kreistags hat am Dienstag unter Vorsitz von Martin Hanika (CDU) die Projektgenehmigung mehrheitlich positiv beschieden. Das letzte Wort dazu hat am kommenden Monat der Kreistag, der ab 18 Uhr in Hungen (Stadthalle, öffentlich) tagt.

Genügend Platz für 300 Schüler

Am Ende eines Architektenwettbewerbs steht der Entwurf des Münchner Büros "Hess/Talhof/Kusmierz - Architekten und Stadtplaner"mit einem polygonalen Baukörper mit drei Fünfecken. Das Schulhaus soll Raum für 300 Schüler plus Lehrer plus Betreuung bieten. "Der Baukörper interpretiert das ebenfalls polygonale Grundstück", erläutert der Architekt die dem Entwurf zugrundeliegende Idee. Auch das Zeltdach greift dieses Gestaltungsmerkmal wieder auf. Errichtet wird eine Stahlbeton-Konstruktion, der eine Ziegelfassade vorgesetzt wird; im Inneren wird zudem mit Holz als Gestaltungselement gearbeitet. Die neue Schule wird dreizügig konzipiert. Im Obergeschoss entstehen dafür 13 Klassenräume plus Differenzierungsräume. Das Erdgeschoss hingegen beherbergt alle Funktionsflächen: Verwaltung, Lehrerzimmer, Computerraum, Bibliothek, Werkraum, Ganztagsbereich, Musikraum, Küche und Mensa.

Baubeginn für Ende 2020 geplant

Der derzeit gültige Zeitplan für das Großprojekt: Im Januar 2020 soll der Bauantrag gestellt werden, Ende des kommenden Jahres soll mit den Arbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung der neuen Schule ist für das dritte Quartal 2022 geplant.

Für die Architektur gab es allenthalben Lob - und zugleich Nachfragen hinsichtlich der Funktionalität. Ob das Dach mit Oberlichtern denn auch auf Dauer dicht bleibe, wollten die Schulausschuss-Mitglieder wissen. Die Nachfrage hat ihren Grund: Die Zulassungsstelle am Gießener Bachweg mit ihren Glasflächen hat für viel teure Nacharbeit gesorgt. Da wurden Alternativ-Überlegungen angeregt. Gleiches gilt für die Dachentwässerung, die hinter der Fassade entlanggeführt werden soll. Nicht zuletzt mit Blick auf Reparaturanfälligkeit und Folgekosten…

Umweltaspekte noch zu klären

Zudem wurde empfohlen, eine Brauchwassernutzung und eine Photovoltaik-Anlage zu prüfen. "Ich dachte, das wäre Stand der Zeit", sagte Florian Vornlocher (CDU). Von einer Baudezernentin der Grünen hätte er erwartet, dass Photovoltaik und Brauchwassernutzung selbstverständlich mit drin sind", gab sich der junge Hungener empört. Und erhielt dafür Zustimmung auch aus der SPD. "Diese offenen Fragen werden nochmals untersucht", sicherte Schuldezernentin Schmahl zu.

Opposition bleibt kritisch

Aus den Reihen der Opposition sind weiterere kritische Stimmen zu vernehmen - und zwar mit Blick auf die Kosten: "Es ist unklar, ob wir am Ende des Tages bei 14,85 Millionen Euro bleiben. Das macht den Beschluss schwierig", sagte Lucas Schmitz (CDU) im Bauausschuss. Und ging in Folge die grüne Schuldezernentin Christiane Schmahl scharf an. Denn die CDU vermisst einmal mehr bei einer anstehenden Projektgenehmigung die Zusammenstellung der Kosten respektive die grobe Aufgliederung, wie sich der Baupreis zusammensetzt. Dies hatte die Opposition schon mehrfach bei Schmahl angemahnt und auch zugesagt bekommen.

Schmidt sprach angesichts der wieder fehlenden Zahlen von einer "beispiellosen Ignoranz" der Dezernentin und der "Zumutung, eine nicht ausreichende Beschlussgrundlage präsentiert zu bekommen". Da half es auch nicht, dass der Architekt die gewünschte Aufstellung mündlich nachlieferte und die Verwaltung sich beeilte, diese den Bauausschussmitgliedern noch per Mail zukommen zu lassen. Die CDU wollte wegen der von ihr so nicht akzeptierten Beschlussvorlagen im Ausschuss keine positive Empfehlung mehr aussprechen.

Votum für Neubau der Limesschule

Angesichts der Kostenschätzung von 14,85 Millionen Euro, die auf dem Tisch liegt, äußerten sich CDU und FDP skeptisch, ob es bei der Summe bleibt. "1,14 Millionen Euro je Klassenraum - das ist nicht gerade wenig", rechnete Wolfgang Greilich (FDP) vor, und regte an, noch einmal nachzujustieren.

Ohne Dissens ist derweil im Schulausschuss der Neubau an der Limesschule in Watzenborn-Steinberg empfohlen worden. Dort werden in den kommenden zweieinhalb Jahren 10,5 Millionen Euro investiert.

Quelle: Gießener Allgemeine

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