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Energie aus Holzabfall: Bau einer »Holzvergasungsanlage« in Staufenberg geplant

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Von: Jonas Wissner

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Die Stadt Staufenberg (Landkreis Gießen) und die Stadtwerke Gießen planen den Bau einer »Holzvergasungsanlage«, und zwar »noch in diesem Jahr«.

Staufenberg – Seit Jahren profitiert Staufenberg (Landkreis Gießen) vom Solarpark Buchenberg in Daubringen, demnächst auch von drei Windrädern im Stadtwald, deren Fertigstellung kurz bevor steht. Nun soll eine weitere erneuerbare Energiequelle hinzukommen und im Herzen der Stadt zu mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen führen.

Wie Bürgermeister Peter Gefeller im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) mitgeteilt hat, ist der Bau einer »Holzvergasungsanlage« geplant, die die Stadt mit den Stadtwerken Gießen (SWG) auf dem Gelände des Wertstoffhofs nahe der »Vitalen Mitte« aufstellen will.

Peter Gefeller, Bürgermeister der Stadt Staufenberg in Mittelhessen.
Peter Gefeller hat im Haupt- und Finanzausschuss mitgeteilt, dass man den Bau einer »Holzvergasungsanlage« plane. © Stadt Staufenberg

Energiewende in Staufenberg: Strom und Wärme durch »Holzvergasungsanlage« produzieren

Dies sei eine »pfiffige Idee, wie man Wärme und Strom produzieren kann« – und »die richtige Antwort auf Diktatoren und Despoten der Welt«, die Staaten mit Energie zu erpressen versuchten, sagte Gefeller. »Holzschnittgut« könne mit dieser Technik verbrannt werden, das so entstehende Brenngas die Nutzung fossilen Gases zumindest ergänzen. Es solle für Strom und Fernwärme in das Blockheizkraftwerk an der benachbarten Stadthalle eingespeist werden.

Schon jetzt werden laut dem Bürgermeister unter anderem der Feuerwehrstandort, das Ärztehaus, Einkaufsmärkte, die Stadthalle und das Rathaus, bald auch die entstehende Grundschule über das Fernwärmenetz versorgt. »Hier haben wir die Möglichkeit, autark zu sein«, so Gefeller.

»Holzvergasungsanlage« in Staufenberg: Umsetzung »noch in diesem Jahr« geplant

»Seit vielen Monaten« habe es »enge Gespräche« mit den SWG gegeben. Die Umsetzung ist der Vorlage zufolge »noch in diesem Jahr« geplant. Die Anlage wird demnach 2100 Kilowattstunden (kWh) an Wärme und 1050 kWh an Strom produzieren. Damit könnten pro Jahr »über 100 Einfamilienhäuser mit Wärme und gut 300 Einfamilienhäuser mit Strom versorgt werden«. Zudem ließen sich mit der Anlage jährlich rund 1550 Tonnen CO2 einsparen.

»Das passt gut zu dem, was wir seit Jahren machen«, sagte SPD-Fraktionschef Claus Waldschmidt, »und es passt auch gut in die momentane Zeit«. Manfred Hein (Freie Wähler) war »sehr erfreut, dass man sich auf den Weg macht«. Durch Schnittgut gebe es genügend Material für die Holzvergasung.

Abzuwarten blieben noch die Ergebnisse eines Schallgutachtens, erklärte HFA-Vorsitzender Reiner Mehler. Der Ausschuss votierte einstimmig für die Verpachtung der Bauhof-Fläche an die Stadtwerke Gießen. Am Dienstag soll SWG-Vorstand Matthias Funk die Pläne im Detail dem Staufenberger Parlament erläutern. (jwr)

Erst kürzlich haben die Stadtwerke Gießen eine Preiserhöhung angekündigt: Gaspreise steigen demnach um über 50 Prozent.

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