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„Historisches Aushängeschild“: Staufenberger Burg soll saniert werden

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Von: Volker Heller

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Ortstermin auf der Oberburg: Auf der südlichen Eingangstreppe zum Palas stehen (v. l.) Bürgermeister Peter Gefeller, Kreisbaudezernent Christian Zuckermann, Kunsthistorikerin Susanne Gerschlauer und Steinmetzmeister Martin Röhling. © Volker Heller

Die Burgruine ist das historische Aushängeschild der Stadt Staufenberg (Landkreis Gießen). Nun sollen die baufälligen Mauern saniert werden.

Staufenberg - »Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul«, sagt ein Sprichwort. Mittlerweile wäre es fahrlässig, angesichts von Mauerschäden an der Oberburg weiterhin wegzuschauen. Die Burgruine soll deshalb in drei Abschnitten für geschätzt bis zu vier Millionen Euro saniert werden.

Bürgermeister Peter Gefeller hat einiges vor. Kunsthistorikerin Susanne Gerschlauer, Staufenberger Stadträtin und Vorsitzende des Denkmalbeirats des Landkreises Gießen, fällt der sprichwörtliche Stein vom Herzen, dass endlich damit begonnen wird, alle historischen Mauerreste von Grünzeug zu befreien, die Mauersteine (Basalt Buntsandstein) mit jeweils geeignetem Material neu zu verfugen und dabei auch schadhafte Stellen, verursacht durch unfachmännisches Fugenmaterial (Zementmörtel), auszubessern.

Die Burgruine in Staufenberg (Landkreis Gießen) soll saniert werden

An Sanierungskosten für den ersten Bauabschnitt hat das Architekturbüro Seidel und Muskau 700 000 Euro ermittelt. Gefeller hat bei Bund und Land eine Förderung in Höhe von 600 000 Euro beantragt. Man wartet auf die Bewilligung. Zwei Mauern würden dann fachgerecht angegangen: Die Stützmauer gegenüber dem Burgmannenhaus (rechts der Auffahrt) und eine 23 Meter lange Einfriedungsmauer, die links am Torbogen in die Ortschaft herunter führt. Das Gelände hier ist sehr steil und außerhalb der Mauer privat.

Gefeller blickt respektvoll in Richtung Westen, wo der rührige Gleiberg-Verein das Land Hessen immer erfolgreich in die Pflicht nimmt, wenn es etwas zu sanieren gibt. Es gebe da wohl eine Verpflichtung aus der Vergangenheit, was für Staufenberg nicht zutreffe. Gefeller erinnert aber an die bauhistorische Verantwortung. Sollte jetzt nicht gehandelt werden, sei es schwierig, die Verkehrssicherungspflicht weiter zu gewährleisten. Steine oder Mörtel könnten irgendwo herausbrechen. »Dann müssten wir das Gelände sperren«, so Gerschlauer.

Burgruine in Staufenberg (Landkreis Gießen): Steinmetzmeister mit Sofortmaßnahme

Das wäre schlimm. Die Burg sei das historische Aushängeschild der Stadt und werde verstärkt von Touristen besucht. Kreisbaudezernent Christian Zuckermann nennt die Burgen »kulturhistorische Schätze«. Er lobt die aktive Arbeit des Denkmalbeirats. Der kümmere sich gerade auch um die Burgen. »Jetzt ist Staufenberg dran.« Die Heimatvereinigung hatte über den Denkmalbeirat 10 000 Euro beim Kreis beantragt. Zuckermann: »Die Burgen profitieren oft. Das ist gut investiertes Geld, obgleich ein Tropfen auf den heißen Stein.«

Für diesen Zuschuss hat Steinmetzmeister Martin Röhling (Nidda), Obermeister der Steinmetzinnung Oberhessen, eine Sofortmaßnahme erledigt. Er legte einen Sturz aus Sandstein über die südliche Eingangstreppe zum Palas. Der Durchgang war bis dahin lediglich übermauert. Steine drohten auszubrechen. Man musste ihn zuletzt mit einem Gerüst absichern. Röhling interessiert die Geschichte der Grafen von Nidda und Ziegenhain. Dazu hat er in Band IX der Niddaer Geschichtsblätter einen Bericht geschrieben. Frühen Kontakt hatte er zu Georg Mann und damals am Burgmannenhaus mit gearbeitet.

Staufenberg (Landkreis Gießen): Burgruine soll archäologisch untersucht werden

Ebenfalls von dem Kreiszuschuss sollen die zwei Betonplatten im Hof des Palas gänzlich entfernt werden. »Darunter vermuten wir alte Kellerräume, wohl der älteste Teil der Burg«, so Gerschlauer. Hier soll archäologisch nachgeforscht und das Gewölbe sodann mit einem Geovlies abgedeckt und verfüllt werden. (vh)

Das kann weg! Auf diese einfache Formel lässt sich die Botschaft von Frank Nonnenmacher bringen. Sein Vater hat das umstrittene »Immelmann-Denkmal« wenige Meter hinter der Burg Staufenberg geschaffen. Der Sohn gibt die Betonsäule zum Abriss frei.

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