Blasorchester Reiskirchen begeisterte mit "Konzert der Marschmusik"

Reiskirchen (sh). Der Tag war wie geschaffen für ein Openairkonzert. Bei traumhaftem Sonnenschein zog es rund 400 Besucher, die sogar aus Frankfurt angereist waren, in den Alten Pfarrhof zum Marschmusikkonzert des Reiskirchener Blasorchesters.

Reiskirchen (sh). Der Tag war wie geschaffen für ein Openairkonzert. Bei traumhaftem Sonnenschein zog es rund 400 Besucher, die sogar aus Frankfurt angereist waren, in den Alten Pfarrhof zum Marschmusikkonzert des Reiskirchener Blasorchesters. Gleich zu Beginn sorgte das Jugendblasorchester unter der Leitung von Ivonne Scheld mit einem abwechslungsreichen Programm für gute Laune. Der Marsch "Auf großer Fahrt" hatte dabei ebenso seinen Platz wie die Polka "In der Klostermühle", der Samba "Coco de Brasil" oder der Pasodoble "El Camino".

Das große Blasorchester unter der Leitung von Otmar Scheld hatte sein Programm dieses Mal ganz dem Komponisten Julius Fucik gewidmet. Der 1872 in Prag geborene Fucik soll ein fröhlicher Mensch gewesen sein, berichten die Moderatoren Tanja Scheld und Mario Binsch, die informativ und humorvoll durch das Programm führten. Der großen Durchbruch sei Fucik zu Lebzeiten aber versagt geblieben, auch weil Neider seine Konzerte sabotierten. Obwohl er schon mit 44 Jahren starb, hinterließ er hunderte von Kompositionen. Vor allem seine Märsche wurden zu internationalen Evergreens. Einige der Schönsten brachte das Orchester dem Publikum zu Gehör.

Den Anfang machte der bekannte "Einzug der Gladiatoren", gefolgt vom Defiliermarsch "Schneidig vor" und "Danubia". Der Marsch "Furchtlos und Treu" rief bei Spielleuten und Fans besondere Erinnerungen wach, denn mit diesem Stück wurde das Orchester im vergangenen Jahr beim Bundeswertungsspielen in Celle als bestes Marschorchester im Deutschen Feuerwehrverband ausgezeichnet.

Erst vor wenigen Jahren wurde der Marsch "Triglav" wieder entdeckt und vom Komponisten und Arrangeur Siegfried Rundel zu neuem Leben erweckt. Vermutlich wollte Fucik seiner "slawischen Gesinnung" Ausdruck verleihen, indem er das Stück nach dem höchsten Berg Sloweniens benannt hat.

Natürlich durfte auch Fuciks wohl bekanntester Marsch, der "Florentiner Marsch" nicht fehlen ebenso wie "Herzegowina" und "Erinnerung an Trient". Ebenfalls ein "Muss" im Programm war der Marsch "Salve Imperator", den Fucik 1908 zum sechzigsten Jahrestag der Regierung Franz Josef I. komponierte und für den er vom Kaiser persönlich hoch gelobt wurde.

"Die Regimentskinder" werden in Fachkreisen als Weltmarsch bezeichnet, denn er ist in Amerika, Asien und Australien genauso bekannt wie in Europa. Für sein Stück "Die lustigen Dorfschmiede" hat sich der für witzige Einfälle bekannte Fucik von einem Schmied inspirieren lassen, dem er beim Hämmern eines glühenden Eisens zuschaute. Und weil das Blasorchester sich eine solche Vorlage nicht entgehen lässt, führten die Musiker ihrem Publikum die Szene auch bildlich vor Augen. Als junge Schmiede zauberten Marius Müller und Tobias Orth ein Lächeln auf die Gesichter der Besucher. Eine absolute Rarität voller Elan und Kreativität war "Uncle Teddy", der wohl außergewöhnlichste aller Fucik-Märsche, der dem früheren amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt gewidmet ist.

Ein ganz besonderes Stück hatte sich das Orchester bis ganz zum Schluss aufgehoben: "Der alte Brummbär", eine amüsante, polkaähnliche Komposition. Eine Fagott und das Orchester treten dabei in einen Dialog, bei dem sich die brummige Fagott durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Das überaus anspruchsvolle Solo spielte Lisa Hoffmann und erntete dafür viel Applaus vom begeisterten Publikum.

Übrigens: eine kleine schriftliche Umfrage, bei der die Zuhörer nach ihren Lieblingsstücken im Programm gefragt wurden, ergab: Der "Florentiner Marsch" ist immer noch der Favorit des Publikums, punktgleich dahinter die "Regimentskinder" und der "Einzug der Gladiatoren". Das Orchester bekam von allen Seiten viel Lob für ihr gleichermaßen unterhaltsames wie anspruchsvolles Programm.

Das anschließende gemeinsame "Public Viewing" mit den Sieg der deutschen Nationalmannschaft, war für die Besucher das Sahnehäubchen auf einem rundum gelungenen Tag.

Quelle: Gießener Allgemeine

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