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Werner Reinke im November 1983 mit dem damaligen Pohlheimer Bürgermeister Hermann Georg (? 1997) bei "1:0 für meine Stadt". Kleines Foto darunter: Roy Black (? 1991), Stargast in der Volkshalle. (Fotos: Archiv, no)

Reinke-Erinnerungen an "1:0 für meine Stadt" in Pohlheim

Besuch bei Werner Reinke, dem Anchorman der Hörfunk-Unterhaltung beim Hessischen Rundfunk, der wenige Tage zuvor seinen 65. Geburtstag gefeiert hatte und auch am Donnerstag der Vorwoche, dem Feiertag Fronleichnam, seine vierstündige "HR 1 Lounge" moderierte - just an dem Sendeplatz, an dem von 1957 an Hanns Verres' "Schlagerbörse" und später Reinkes "Hitparade international" zu finden waren.

Der Anlass: Ein Interview für die nächste "Rhein-Main-Time" in der Wochenend-Beilage der Gießener Allgemeinen Zeitung am 16. Juli.

Dass dabei auch eine Notiz aus der Provinz herausspringen würde, schien möglich, war aber nicht geplant. Eine Hörer-Mail ins Studio brachte dann schnell den Stein ins Rollen, ließ den ergrauten Radiomann schnell in den Raum der Erinnerungen eintauchen.

Mathias Ohnmacht aus Pohlheim reagierte auf Reinkes Bemerkungen zum Eagles-Konzert zwei Tage zuvor in Köln. Mit seiner Frau Claudia sei er dort gewesen, wie Hörfunk-Legende Reinke auch. Und wenn er denn schon mal dessen Sendungen lobe, komme er nicht umhin, Reinkes Auftritte bei "1:0 für meine Stadt" zu würdigen.

Der Groschen war schnell gefallen. Das war eine Jagd damals, im Herbst 1983. Ein Straßenfeger, zumindest in Watzenborn-Steinberg. Erst die Sendung - ein abendfüllendes, spannendes Städte-Quiz im Hörfunk -, und anschließend eine "dritte Halbzeit" in einem der für Vielfalt und Gemütlichkeit gelobten Gasthäuser. Die Radiosendung fesselte ganze Ortschaften über Wochen. Pohlheim war hin und weg. Immer 1000 Besucher in der kurz zuvor erst renovierten und zum Schmuckstück ausgebauten Volkshalle.

Dazu Dutzende ratende Mitstreiter aus allen Teilen der Bevölkerung. Erst wurde Lauterbach geschlagen, in den folgenden Wochen Bad Schwalbach und Seeheim-Jugenheim. Nur im Finale fehlte ein Quentchen Glück: 35:36 gegen Waldmichelbach. Unvergessen auch die mit Reinke auflaufenden Stars; gegen die Bergsträßer trat Roy Black in der Volkshalle auf.

Damit nicht genug des "Gießener" Gesprächsstoffs. Beim Feuerwehrverbandstag 1987 sollte Reinke (für den doppelt gebuchten und so verhinderten Thomas Koschwitz) in Nonnenroth eine HR 3-Disco moderieren. Doch um 20 Uhr war das Riesenzelt leer. Nur "local hero" Werner Leipold behielt die Ruhe. 20.15 Uhr: 30 Gäste. 20.30 Uhr: gut 150. Eine halbe Stunde später 3000! Leipold hatte recht behalten, Reinke war um eine Erfahrung reicher: Gezählt wird am Schluss!

"Das werd ich nie vergessen!"

Wir auch nicht! (no)

Quelle: Gießener Allgemeine

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