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Regensburger Domspatzen gaben Konzert in Pohlheim

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Pohlheim (rge). Andächtige Aufmerksamkeit der rund 400 Besucher prägte das Konzert der Regensburger Domspatzen am Freitagabend in der Christuskirche in Watzenborn-Steinberg.

Die positive Spannung löste sich erst, als die letzten Töne beim »Ave Maria« (Sergej Rachmaninov) und dem wunderschön vorgetragenen »Angelus Domini« (Franz Biebl) verklungen waren und durch stehende Ovationen abgelöst wurden.

Zuvor hatten die Knaben und jungen Männer mit ihrem musikalischen Leiter, Roland Büchner, die Zuhörer in Klangwelten entführt, die im Chorgesang selten erreicht werden. Dem Domspatzen gelang es, mit sakraler Chormusik einen Spannungsbogen zu formen, der das ganze Konzert über anhielt. Das Repertoire – geistliche Kompositionen vom Mittelalter bis zur Gegenwart – ließ kaum Wünsche offen.

Als Geburtstagsgeschenk zum 40. Geburtstag der Adolf-Reichwein-Schule Pohlheim (ARS), führten die Domspatzen zudem zum Finale die ARS-Schulhymne auf. Der überraschte ARS-Schulleiter Norbert Kissel, der die Hymne komponiert hat, nahm die Gratulation von Büchner und seinen jungen Sängern glücklich und gerührt entgegen.

Begrüßt wurden Domspatzen und Zuhöhrer von Norbert Kissel und Turgay Schmidt, die für den kürzlich gegründeten Verein für Naturwissenschaften und Musik an der Adolf-Reichwein-Schule (VERNAMU), das Konzert als Höhepunkt im Jubiläumsjahr organisiert hatten. »Wir möchten mit dem Konzert der Schule und unseren Gästen eine Freude machen«, unterstrich Kissel. Dabei würdigte er auch den Hauptsponsor, die Volksbank Mittelhessen, die das Konzert mit ermöglicht hatte. In der Bankfiliale in der Neuen Mitte Pohlheims hatten die Sänger bereits kurz nach ihrer Ankunft ein Ständchen als Dankeschön gesungen.

»Die kklanggewordene Gemeinschaft in Vollendung«, wie Kissel die Domspatzen bezeichnete, zeigte aber erst in der Christuskirche, warum sie als einer der besten Chöre der Welt gilt. In vier- bis achtstimmigen Kompositionen erwiesen sich die Sänger als vielseitiger Klangkörper. Lange Jahre wurde der Chor vom Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, musikalisch geprägt.

Ob beim »Magnificat« (Orlando di Lasso) im fünfstimmigen Satz über das »Laudate Dominum« (Gregor Eichinger) bis zu Felix Mendelssohn Bartholdys »Richte mich Gott« bewies der Chor eine ausgezeichnetes Klangbild in Dynamik, Aussprache und Intonation. »Pater Noster«, das »Vaterunser« aus der Feder von Jacobus Gallus (1550–1591), stand im zweiten Teil am Anfang. Der Bogen wurde gespannt bis zu zeitgenössischen Kompositionen, von Benjamin Brittens (1913–1976) »Deus in adiutorium meum« und seiner »Hymn to the virgin« (Hymne an die Jungfrau). Rein in der Ausführung waren die hohen Stimmen der Knaben, tiefere Passagen wurden durch junge Männerstimmen getragen. Lang anhaltender Applaus am Ende des Konzerts bekundete Respekt und Wertschätzung des begeisterten Publikums. Dass die jungen Sänger aus Regensburg dann noch eine Nacht in Pohlheim bei Gasteltern verbringen konnten, war zudem ein schönes Zeichen für herzliche Gastfreundschaft.

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