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In der Sauna sollen maximal 55 bis 60 Grad herrschen, sie ist daher für Senioren und Kinder besonders geeignet. 

Römische Sauna

Hessenweit einmaliges Bad kommt: Schwitzen wie die Römer

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Ein hessenweit einmaliges Bad eröffnet Ende März in Watzenborn-Steinberg. Besucher wandeln in einem offenen Atrium an antiken Säulen entlang, waten durch ein Wasser-becken und schwitzen in einer römischen Sauna. Momentan laufen die letzten Bauarbeiten.

Pohlheim - Vögel zwitschern, Bäume blühen in voller Pracht, Wasser plätschert in einem Becken. Besucher wandeln an 13 weißen antiken Säulen entlang, sitzen still schwitzend in einer römischen Sauna oder machen es sich draußen auf Liegen gemütlich. In diesem Frühjahr eröffnet in Watzenborn-Steinberg am Schwimmbad eine hessenweit einmalige Anlage: ein sogenanntes Hypokaustum.

Momentan laufen die letzten Bauarbeiten. Ende März soll die römische Sauna erstmals die Tore öffnen. Von Tag zu Tag wird deutlicher, welches Kleinod derzeit in Watzenborn-Steinberg auf knapp 400 Quadratmetern direkt am Schwimmbad entsteht. "Ab Montag werden die Fliesen gelegt", kündigt Architekt Alexander Ehrenspeck an. Rankpflanzen sollen sich um die Säulen winden, aus Pflanz- kübeln soll wilder Wein wachsen. Römische Malereien und Fresken sollen den Innenraum aufwerten und an das UNESCO-Weltkulturerbe des "Obergermanisch-Raetischen Limes" erinnern.

Pohlheim: Letzte Arbeiten an Hypokaustum

Am gestrigen Donnerstagmorgen zieht noch ein eisiger Wind über das Areal. Ziegelsteine liegen in dem Wasser-becken, das Gäste bereits in sechs Wochen an einem Geländer gestützt - ähnlich wie ein Kneippbecken - in einem kreisförmigen Parcours durchwaten sollen.

Der einstige Verlauf des römischen Limes durch heutige Pohlheimer Gemarkung solle mit dem Hypokaustum in Ehren gehalten werden, sagt Karl-Rudolf Schön, der Vorsitzende des Fördervereins des Hallenbads.

Er hat maßgeblich die Idee einer römischen Sauna vorangebracht. Es gehe auch darum, eine touristische Attraktion in Pohlheim und im Kreis Gießen zu schaffen. "Vor diesem Hintergrund haben wir Fördergelder gewinnen können." Der Bau kostet 270 000 Euro, 147 000 Euro werden dabei von EU-Fördermitteln getragen. Die restliche Summe teilen sich die Gemeinden Pohlheim und Fernwald, die das Hallenbad gemeinsam betreiben.

"Im Privatsektor gibt es natürlich große Wellnessbäder mit großem Saunabereich", sagt Schön. Hessenweit und auch deutschlandweit kenne man aber keine ähnliche Anlage mit antiken Anleihen wie das Hypokaustum, das nun in Pohlheim entsteht. Vorbilder seien indes historische Hypokausten in Italien, die noch heute genutzt werden.

Die Römer heizten die Bänke ihrer Hypokausten durch die Warmluft eines offenen Feuers. "Das haben wir nicht vor", sagt Schön, Doch es soll eben keine Aufguss-Sauna entstehen, sondern eine Niedrigtemperaturanlage. In der Sauna sollen maximal 55 bis 60 Grad herrschen, sie ist daher laut Schön für Senioren und Kinder besonders geeignet. "Wir wollen auch Kindergartengruppen und Schulklassen hierher einladen."

Pohlheim: Eröffnung von Römischer Sauna in gut einem Monat

Zwei Ruheräume sind links und rechts der Sauna vorgesehen. In einem der beiden Räume soll komplette Stille herrschen, nicht einmal Lesen wird dort erlaubt sein, das Blättern von Buchseiten wäre zu laut.

Zur Eröffnung in einem guten Monat soll es einen Tag der offenen Tür geben. Die Ehrenamtlichen des Fördervereins des Hallenbads werden sich dabei wieder rührig engagieren - wie auch in der Ausstattung der römischen Sauna. Man habe 40 000 Euro an Rücklagen, sagte Schön. Diese sollen beispielsweise für Liegen und Pflanzen verwendet werden.

Eigentlich sollte die römische Sauna bereits im September öffnen, später wurde die Einweihung auf November verschoben. Dass es nun Ende März wird, liege an vollen Auftragsbüchern bei den beteiligten Baufirmen, sagt Schön. Architekt Ehrenspeck erklärt außerdem, dass der feuchte Winter die Arbeiten verzögert habe. Dann fügt er schmunzelnd hinzu: "Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden."

Quelle: Gießener Allgemeine

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