"Man(n) singt deutsch" begeistert in Pohlheim

Pohlheim (rge). Die Freundinnen und Freunde von Männerchören hatten am Sonntag ihre wahre Freude.

Beim Konzert "Man(n) singt Deutsch" standen gleich sechs Vertreter dieser Chorgattung mit gestandenen Sängern auf der Bühne im Hans-Weiß-Saal der Volkshalle in Watzenborn-Steinberg. Der Gesangverein Sängerkranz hatte zum sechsten Mal zum Konzert mit deutschsprachiger Literatur eingeladen, und die Watzenborn-Steinberg Sänger waren der Einladung gerne gefolgt. Die Aktiven der Männerchöre von Eintracht, Germania, Harmonie, Jugendfreund und Sängerkranz präsentierten sich musikalisch bestens aufgelegt den Chorfreunden, die aus der näheren und weiteren Umgebung gekommen waren. Sie hörten neben Klassikern von Richard Wagner, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Friedrich Silcher und Johannes Brahms auch moderne Chorliteratur aus Rock- und Popgenres.

Sängerkranz-Vorsitzender Werner Funk hieß die Gäste im fast voll besetzten Hans-Weiß-Saal willkommen. Dann erklangen die ersten Töne des Gastgeberchores vom Sängerkranz unter der Leitung von Peter Schmitt mit dem romantischen Stück "Unter der Linde" von Matthieu Neumann. Bildgewaltig und stimmlich eindrucksvoll durch die Sängerkranz-Sänger interpretiert, ging es mit dem "Pilgerchor" aus Richard Wagners Oper "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg" weiter.

Die Volksballade "Es waren zwei Königskinder" im Satz von Winfried Siegler-Legel folgte als bekannte Melodie. Der Sängerkranz um Schmitt steuerte dann noch feurige "Spanische Nächte" (Ernst Fischer) bei.

Der Tenor-Sänger der Eintracht, Wolfgang Menges kündigte im Anschluss den Eintracht-Männerchor mit Leiter Torsten Schön an. Die Eintracht hatte sich "Der frohe Wandersmann" und "Abendständchen" von Mendelssohn-Bartholdy ausgesucht. Die unterhaltsame deutschsprachige "Serenade" war eine Reminiszenz an den schwedischen Komponisten August Melcher Myrberg, dem das flotte fränkische Volkslied "Ei, Mädchen vom Lande" zum Abschluss des Eintracht-Konzertbeitrags folgte.

Die Sänger der Germania mit ihrem Dirigenten Volker Purdak stiegen mit "Die Amsel im Walde" (Karl Schauß) ein und hatten mit "Heimkehr" von Johannes Gelbke, der 1882 in die USA ausgewandert war, und "Mondnacht" von August Pannen nach einem Gedicht von Joseph von Eichendorff ihren großen Auftritt. "Nun ade!" sangen sie zum Ausklang.

Nach der Pause servierten die Harmonie-Sänger und Dirigent Hans Happel dem Publikum "Die Klage", eine altschottische Weise, sowie "Ach du klarblauer Himmel" vom wohl bekanntesten Protagonisten der deutschen Sängerbewegung im 19. Jahrhundert, Friedrich Silcher. Bekannt durch die amerikanische Sängerin Bette Midler wechselten sie das Genre mit "Die Rose", bei dem als Solist Dominik Rudolph ins Scheinwerferlicht rückte (ovales Foto). Sein Bruder Patrick war im Solo bei Fritz Ihlaus "Jerusalem" eindrucksvoll mit Chor zu hören.

Mit "Marschieren Op. 41" von Johannes Brahms brachten die Sänger des Jugendfreund ein weiteres Werk eines bekannten deutschen Romantikers zu Gehör. Chorleiter Jan Hoffmann setzte dann mit seinen Sängern bei "Schäfer und Edelmann" (Alfred Köppen), "Vineta" (Ignaz Heim) und "Vor dem Tor am Vaterhaus" (Modest Mussorgskij) auf klassische Stücke, die den Klang eines Männerchores zur vollen Strahlkraft bringen. Als Gastmusiker begleitete sie der Mannheimer Chordirektor und Pianist Georg Metz am Flügel, der bereits beim Sängerkranz-Auftritt instrumental in Erscheinung getreten war.

"Wolga" im Satz von Wilfried Segler-Legel rundete mit vollen Stimmen den gelungenen Jugendfreund-Auftritt ab. Dass "vocale Sängerkranz" mit Peter Schmitt dann nach viel Klassik aus vorigen Jahrhunderten noch moderne deutschsprachige Literatur präsentierte, war noch die Prise "Salz in der Suppe" eines rundum gelungenen Konzertes. "Engel" von Rammstein im Männerchorsatz von Oliver Gies und Jan Bürger war ein Aha-Erlebnis für manche Chorbesucher. Dass dann noch "Tekkno" und der "Augustin Rap" mit entsprechendem Chor-Outfit der "Sängerkranz vocale" serviert wurde, war das perfekte Dessert für dieses Konzertmenü am Sonntagabend.

Am 17. Mai großer Auftritt bei LGS

Als dann der Klassiker "Meine Heimat" von Philipp Schneider als musikalisches Bekenntnis zu den Gemeinden rund um den Schiffenberg erklang, waren alle 200 Sänger der sechs teilnehmenden Chöre aus Watzenborn-Steinberg auf der Bühne vereint. Die Konzertbesucher klatschten begeistert Beifall für diese mehr als gelungene zweistündige Demonstration und Werbung der Chorsänger für deutschsprachigen Männerchorgesang in der "Singenden Stadt".

Werner Funk dankte Sängern, Dirigenten und Publikum. Für den 17. Mai 2014 kündigte er ein Konzert aller Watzenborn-Steinberger Chöre auf der großen Bühne der Landesgartenschau in Gießen an, zudem für den 2. November 2014 eine Fortsetzung von "Man(n) singt Deutsch".

Quelle: Gießener Allgemeine

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