Von Löwenzahn bis Nelkenwurz

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Pohlheim (rge). Die Albacher Kräuterfrau Susann Hainer nahm 40 Naturfreunde vom Obst- und Gartenbauverein Watzenborn-Steinberg mit auf eine Pflanzenpirsch entlang des Randes des Pohlheimer Waldes. Welch Artenreichtum die Pflanzenwelt der Kräuter in der heimischen Region bietet, wurde bereits nach der Begrüßung durch den OGV-Vorsitzenden Heinz-Otto Schmidt an der Naturschutzhütte klar.

Denn schon nach wenigen Metern auf dieser naturkundlichen Wanderung legten die Teilnehmern einen ersten Stopp ein, und die Kräuterfrau zeigte die Möglichkeiten des "banalen" Löwenzahns.

Diese Pflanze, die so manchen Freund eines gepflegten Rasens zur Verzweiflung treibt, hat es auch sonst in sich, denn die Bitterstoffe ihrer jungen Blätter regen die Verdauung an. Geschmacklich an Waldmeister erinnert die Vogelmiere, informierte Hainer im weiteren Verlauf und empfahl sie für die beliebten Smoothie-Mix-Getränke.

Hohe Informationsdichte

Gutes Hasenfutter sei hingegen der Wiesenbärenklau, allerdings gefährlich für die menschliche Haut, da sie bei Berührung zu Schwellungen und Rötungen führe. Überhaupt hätten heimische Heilpflanzen ihre giftigen Doppelgänger, warnte die Fachfrau, und nannte als Beispiel den Riesen-Bärenklau, der bekannten Herkulesstaude. Ihre Empfehlung war hier genaues Hinsehen und die Buchlektüre.

Für den Menschen angenehme Wirkung habe die Nelkenwurz mit ihren ätherischen Ölen in der Wurzel, die sich wie die Gewürznelke als Glühweingewürz eigne und gegen Zahnschmerzen helfe. Hilfe bei Gelenkschmerzen leistet auch Girsch.

Überhaupt stellte die Expertin fest: "Die Pflanzen kommen zu einem". Denn mit nur knapp 500 Metern war dies wohl die kürzeste Wanderung des Obst- und Gartenbauvereins, die allerdings eine hohe Informationsdichte in den fast zwei Stunden aufwies. Außerdem bewies das Angebot, welch Pflanzenreichtum und damit Naturschatz in und rund um die heimischen Wälder herrscht.

Beim Funktionshaus des Obst- und Gartenbauvereins "Am Winkelsborn" wurde dann die obligatorische Brotzeit serviert und noch das eine oder andere Fachgespräch geführt.

Quelle: Gießener Allgemeine

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