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Lebenswerk gewürdigt

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Von: Constantin Hoppe

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Georg Jakob Erhardt (l.) nimmt die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland von Regierungspräsident Christoph Ullrich entgegen. © Constantin Hoppe

Pohlheim (con). Was haben Yaks, Kamele, Lamas und Alpakas mit der Heimatgeschichte in Watzenborn-Steinberg zu tun? Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Alle diese Themengebiete vereinen sich in einer Person - Prof. Dr. Dr. Georg Jakob Erhardt.

33 Jahre lang war Erhardt, neben seiner Tätigkeit als Dekan des Fachbereichs Agrarwissenschaften und Umweltsicherung der Justus-Liebig-Universität Gießen, Vorsitzender des Ortsvereins Watzenborn-Steinberg der Heimatvereinigung Schiffenberg.

Dafür und für zahlreiche weitere ehrenamtliche Leistungen wurde ihm nun von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Im Rahmen einer kleinen Feier im Heimatmuseum der Stadt Pohlheim händigte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich Orden und Urkunde an einen sichtlich gerührten Georg Erhardt aus.

Am 30. November 1950 auf einem kleinen bäuerlichen Betrieb im baden-württembergischen Langenau geboren, zog es Erhardt zum Studium der Tiermedizin 1972 an die Justus-Liebig-Universität in Gießen. 1974 folgten die Hochzeit mit seiner Frau Gerlinde und der Umzug nach Watzenborn-Steinberg. 1981 promovierte er zum Doktor der Tiermedizin. Bei seinem ehrenamtlichen Engagement ist besonders sein Einsatz für die Heimatgeschichte zu nennen: 1988 trat er den Posten als Vorsitzender der Ortsgruppe Watzenborn-Steinberg der Heimatkundlichen Vereinigung Schiffenberg an. Ein Amt, das er bis 2021 über 33 Jahre bekleidete.

Daneben engagierte er sich auch jahrzehntelang ehrenamtlich in verschiedenen Gremien der Justus-Liebig-Universität und in verschiedenen internationalen Forschungsprojekten zur Tiergesundheit.

Auch für einige eher exotischere Tiere setzte er sich ein: Seit 2016 gehört er als Gründungs- und Vorstandmitglied dem Verein zur Förderung der Forschung im Gesundheitssektor von Lamas und Alpakas an und seit 2019 ist er Vorsitzender der Yak-Kamel-Stiftung. Das ist jedoch nur ein kleiner Auszug aus seinen vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten für Heimat und Forschung.

»Man will die ganzen Stunden, die sich Georg Erhardt in seinen Ehrenämtern engagiert hat, gar nicht zusammenzählen«, sagte Regierungspräsident Ullrich angesichts einer Liste von knapp 20 Ehrenämtern. »Sie haben sich jahrzehntelang ausgiebig allen Facetten des Ehrenamts gewidmet. Und das unentgeltlich.«

Zu Erhardts Wirken in der Heimatvereinigung gehört die Einrichtung der Heimatstube in der Ludwigstraße 22, die sich mittlerweile zum Heimatmuseum weiterentwickelt hat. Der Erhalt und die Pflege des Wachturms am Limes und des Barbarensteins waren ihm ebenso wichtig wie die Bewahrung alter Tänze und Trachten in der Region.

»Für all das braucht es einen langen Atem, den sie immer und immer wieder unter Beweis gestellt haben«, sagte Ullrich zu dem Geehrten,

Hans-Willi Büchler, stellvertretender Vorsitzender der Heimatvereinigung Schiffenberg, erinnerte daran, dass »all das ehrenamtliche Engagement nichts ist ohne die Unterstützung seiner Frau Gerlinde und seiner gesamten Familie«. Etwas, dass auch Erhardt noch einmal in seinen Dankesworten betonte.

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