Begeisterndes Konzert der Eintracht Watzenborn-Steinberg

Pohlheim (gge). Die gelungene Synthese von Kultur und Kulinarik offenbarte der Gesangverein "Eintracht" Watzenborn-Steinberg mit seinem Frühlingskonzert. Unter dem Motto "Musik und Buffet" gab es neben kulinarischen Köstlichkeiten ein chormusikalisches Wetterleuchten, das den 300 Besuchern viel Freude bereitete.

Neben der gastgebenden "Eintracht" wirkten in der Volkshalle drei weitere Chöre mit. Das waren der gemischte Chor "Klangzauber" aus Dreieich, die "Teutonia" Nordeck (Allendorf/Lumda) und der ebenfalls in Watzenborn-Steinberg beheimatete Frauenchor "Jugendfreund". Eine zusätzliche Aufwertung erfuhr die Veranstaltung auch durch drei Klavierbeiträge des Ausnahmetalentes Coskun Islanmaz, der sich mit Mozarts Werken "Für Elise" und dem mitreißenden "Türkischen Marsch" in die Herzen der Zuhörerschaft spielte.

Freilich krönte er dies noch mit dem anspruchsvollen und fehlerfrei intonierten "Präludium in g-Moll" von Rachmaninov. Vielschichtige Facetten der Chormusik wollte man präsentieren, versprach "Eintracht"-Vorsitzender Dr. Franz Thum in seiner Begrüßungsrede. Und dieses Versprechen erfüllten die Gastgeber auch gleich, die ihre fünf Liedbeiträge unter das Motto "Auf der Wanderschaft" gestellt hatten. Unter der Leitung von Torsten Schön ging es auch gleich mit Mendelssohn-Bartholdys "Frohem Wandersmann" in klassischer Verkleidung auf die Walz.

Sein außergewöhnliches Niveau unterstrich der stimmlich wie personell stark besetzte Männerchor auch bei den romantisch akzentuierten Abendliedern der originellen Komposition vom Abenteuer des Lebens und dem unsterblichen irischen Ohrwurm "Londonderry air".

Zugabe und Sahnehäubchen ging aufs Wohl und an die Adresse der Frauen. Wahre Beifallsstürme entfachte der gemischte Chor "Klangfarben" Dreieich unter seinem Dirigenten Martin Winkler. Müßig, eine Weise aus dem internationalen Repertoire besonders hervorzuheben, doch nimmt man den Beifall des Publikums als Gradmesser, dann stachen hier Andreo Dantes "Dulcissima Maria" und das geradezu mitreißende Spiritual "I’m gonna sing" von Moses Hogan hervor. Dass das Ensemble mit Klaus Cutik einen hervorragenden Pianisten an der Seite hatte, mag als zusätzliche Politur gewertet werden.

"Eintracht"-Dirigent Torsten Schön hat auch den gemischten Chor "Teutonia" Nor-deck unter seinen Fittichen und ihn zu erstaunlicher Reife geführt.

Gospels und Spirituals sehr beliebt

Die Sängerinnen und Sänger hatten ebenfalls die obligaten fünf Beiträge mit in die Kulturhalle gebracht und diesen zu besonderem Glanz verholfen. Mal romantische Akzente, mal Bekanntes modern verpackt, aber musikalisch immer höchst anspruchsvoll. Fast schon professionell erklang das Sopran-Solo von Eva Schlotter zur estnischen Komposition "Miserere". Als die Nordecker ihren Reigen mit Douglas Brenchleys "Alleluia" beschlossen, zeigte sich wiederum an der begeisterten Saalresonanz, dass Gospels und Spirituals in Pohheim ihr besonderes Auskommen haben. Bei so viel Klasse hatten es die Frauen von "Jugendfreund" schwer, dieses Niveau zu halten. Aber es gelang ihnen mit Bravour. Nicht zuletzt deshalb, weil sie sich gerade bei ihren ersten beiden Beiträgen mit vielen schwierigen Moll-Passagen die Latte besonders hoch gelegt hatten.

Unter dem Dirigat von Jan Hofmann bewiesen sie daneben auch ihre Vielseitigkeit mit der vielstimmigen Wiedergabe von Katja Ebsteins Evergreen "Wunder gibt es immer wieder" und der originellen Fassung von "Ich will keine Schokolade" , die einst Trude Herr, sicherlich weniger kunstvoll, in den Äther geröhrt hatte. Durch das Programm führten Susanne Sommer und Wolfgang Menges.

Quelle: Gießener Allgemeine

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