Fredrik Vahle besingt die heiße Jahreszeit

Lollar (vh). Kaum, dass der Sommer anfängt, werden die Tage auch schon kürzer. Hätte Pfarrer Wolfgang Gerhardt einen nicht erinnert, es wäre vielleicht im Alltag untergegangen.

Kaum ist der 21. Juni vorbei, und die Sommerferien stehen bald vor der Tür, da geht es unaufhaltsam auf Weihnachten zu. Beim Sommersingen mit Fredrik Vahle in der evangelischen Kirche zu Salzböden am Donnerstagabend hatte Gerhardt den Heiligabend fest im Blick.

Hören und Mitsingen von alten und neuen Sommerliedern, Gedichte und Geschichten – kurz: eine Stunde Vergnügen und Nachdenklichkeit an einem frühen Abend, der Stunden später im Sommergewitter und Regenguss endete. Trotzdem sollte die Veranstaltung behilflich sein, bewusst diese Jahreszeit zu erleben.

Immerhin werden auch Kirschen reif, die süßen wie die sauren; aus Obst wird Kompott und aus Küssen kleine Kinder, wie Vahle in einem Sommergedicht ausführte. Und überhaupt: "Wenn die Sonne scheint, dann scheint sie nicht nur so", sie habe auch Klang und Kraft, scheine für uns und die ganze Welt, "ist so weit weg und uns doch so nah". Vahle hat seine kleinen und großen Botschaften stets verpackt in Gedichten und Geschichte.

Da waren etwa ein knallgelber und ein knallroter Fisch in einem blauen See, der ständig Wasser verliert, weil eine schwarze Büffelkuh säuft wie von Sinnen. Die Fische geraten ernsthaft in Gefahr. Der gelbe Fisch, Lebenskünstler und Philosoph, fabuliert, es sei halt alles mit allem verbunden. Als Pragmatiker geht der rote Fisch der Ursache auf den Grund, hat eine Menge Wut im Bauch, worauf er schließlich die Büffelkuh verschluckt. Da erkennt der gelbe Fisch, dass er nicht jedes Problem weglächeln könne.

Organistin Günna Reimer spielte auf der Kirchenorgel – zum Beispiel "Geh aus mein Herz und suche Freud". Geiger Georgi Kalaidjiev begleitete Vahle und umgekehrt. Denn Kalaidjiev, der immer nur andere Komponisten gespielt habe, schreibe neuerdings selber volkstümlich-bulgarische Weisen, sagte Vahle, der hierzu sang und sich auf der Gitarre zur Geige gesellte.

Quelle: Gießener Allgemeine

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