Vom Strand weg verkauft

  • VonSaskia Elisa Sophie Nagel
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Im Bursenbau des Kloster Arnsburg gibt es seit Samstagabend zahlreiche neue Landschaftsbilder zu sehen. Galerist Peter Seharsch hat zum zweiten Mal eine Gemeinschaftsausstellung initiiert. Zusammen mit Gräfin Madeleine Solms, Ingeborg Weigand und Heinz Ruhrig zeigt der Muschenheimer Künstler bis zum 8. Oktober einen interessanten Querschnitt an Arbeiten.

Im Bursenbau des Kloster Arnsburg gibt es seit Samstagabend zahlreiche neue Landschaftsbilder zu sehen. Galerist Peter Seharsch hat zum zweiten Mal eine Gemeinschaftsausstellung initiiert. Zusammen mit Gräfin Madeleine Solms, Ingeborg Weigand und Heinz Ruhrig zeigt der Muschenheimer Künstler bis zum 8. Oktober einen interessanten Querschnitt an Arbeiten.

Seharsch verleiht dabei seinen Werken den Obertitel »Sylt«, denn sie waren eine Auftragsarbeit für die Nord-Ostsee-Sparkasse in Westerland und werden dort auch ab 18. September aushängen. Es sind folglich auch praktische Gründe, die Seharsch zur Zusammenarbeit mit Freunden und Malschülern inspiriert haben. Die hiesige Galerie solle schließlich nicht für vier Wochen leer stehen. Solms, die selbst in Arnsburg wohnt, ist mit überzeugenden Porträts vertreten. Die hessische Schriftstellerin Heidi Haas, Tosia Reich-Ranicki sowie Demonstranten in Moskau nach dem Tod von Oppositionsführer Boris Nemzow leuchten in Öl auf Leinwand vom weißen Hintergrund der Galeriewände. Sehr ausdrucksstark und lebendig.

Seharschs Malschüler Heinz Ruhrig orientiert sich mit seinen Aquarellen mehr an der romantischen Darstellung der Realität. »Die sind über Jahre entstanden«, erklärt Ruhrig. Bei Aquarellen müsse man sehr genau arbeiten. Bei Acryl könne man leichter korrigieren. Sehr fein ist seine Darstellung ostasiatischer Frauen, sehr farbenfroh das Werk »Das ist kein Hahn«. Ingeborg Weigand übertitelt ihre Bilderreihe mit »Berge und Meer«. Hier sind klassische Naturinterpretationen zu sehen: Eismeer, Hochgebirge, Strandlandschaften.

»Man muss das erlebt haben. Man kann es nur malen, wenn man es gesehen hat«, erklärt Galerist Seharsch zu den Acrylwerken. Vor Ort malt er generell Aquarelle, später werden diese dann auf große Acrylbilder übertragen. »Manchmal gehen die Aquarelle auch vom Strand direkt weg. Dann muss ich wieder neue malen«, erzählt Seharsch von seinen Erlebnissen auf Sylt.

Neben den Darstellungen der Nordsee zeigt Seharsch auch regionale Blicke: Kirschblüten in der Wetterau, Platane am Mühlgraben, Herbststürme, leuchtend gelbe Rapsfelder. Daneben hängen Strandstudien, ein Sonnenuntergang am Weststrand und der Canal Grande in Venedig. Doch Seharsch malt bekanntermaßen auch sehr abstrakt. Der »Zyklus fabulieren« entstand mit zehn Acrylschichten. »Jeder sieht am Ende etwas anderes«, sagt der Künstler. Gesichter, eine Oktave, Musik vielleicht? »Die Farben suchen sich ihren Weg.« Die Öffnungszeiten sind samstags und sonntags von 13 bis 18 Uhr. (Foto: sis)

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