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Protest und Prozesse in einen Film gepackt

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Von: Barbara Czernek

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Der Prozess gegen die Aktivistin »Ella« (Gesicht verdeckt) wurden von vielen Medien begleitet. ARCHIV © Barbara Czernek

Lich (bac). Der Bau der A 49 von Homberg/Ohm über Stadtallendorf in Richtung Kassel ist ein höchst umstrittenes Bauprojekt. Die Bilder von Aktivisten, die den Dannenröder Forst besetzten, wurden ebenso medial aufgearbeitet wie der Prozess um die Aktivistin »Ella«, die sich konsequent weigerte ihren Namen preiszugeben. Ihr wurde Widerstand gegen einen Vollstreckungsbeamten und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wofür sie letztlich auch verurteilt wurde.

An diesem Prozess entbrannte sich die gesamte Wut der Aktivisten gegen den Bau der Autobahn. Der Dokumentarfilmer Maxi Buck hat die Geschehnisse um den Bau in seinem Film »49 Problems - and my Future is one« festgehalten. Der Film läuft aktuell im Kino Traumstern in Lich. Eigentlich wollte der 28-jährige Filmemacher am Sonntag zur Matinee kommen, um mit den Zuschauern über den Film und die Beweggründe zu diskutieren, doch das fiel leider krankheitsbedingt aus. Stattdessen gaben das Ehepaar Christa und Wolfgang Seim Auskunft über den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Die beiden engagieren sich seit 1990 gegen den Trassenbau der A 49, konnten ihn aber nicht verhindern.

Der Film umspannt den Zeitraum von rund 15 Monaten, einschließlich der beiden Prozesse um die Umweltaktivistin »Ella« oder »UWP1«, wie sie von der Polizei bezeichnet wurde. »Das war für mich das größte und intensivste Projekt in dieser Dimension«, sagte der Filmemacher in einem Gespräch mit dieser Zeitung.

Ganz im Sinne des klassischen Dokumentarfilmers bezieht Buck in seinen Film Stellung, gibt aber auch den Gegenpositionen Raum für ihre Argumente. Akribisch hat er dazu recherchiert und fügt ergänzend Berichte der Hessenschau oder von Zeitungen hinzu. Unterschiedliche Meinungen werden gezeigt, einschließlich einer Äußerung des Hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wasir.

Buck zeigt die gesamte Dimension des Autobahnbaus und deren Folgen für die gesamte Region auf. »Mir war wichtig, die Geschichte des Protests zu dokumentieren, und wie es nach der Rodung weiterging«, sagte er. Daher beschränkt er sich nicht nur auf die Räumungsaktionen in den betroffenen Wäldern, sondern lässt Menschen der Region zu Wort kommen, die ihre Beweggründe erzählen, räumt ihnen viel Platz für ihre Wut und Enttäuschung ein.

Aktivisten blicken nach Reiskirchen

Verstörende Szenen von den Polizeieinsätzen und jenem justiziablen Fußtritt von »Ella« in Richtung eines SEK-Beamten sind ebenso enthalten wie auch die Stellungnahme eines Polizisten, der selbst in der Gegend wohnt und früher täglich durch den - nun nicht mehr existierenden - Wald zur Arbeit gefahren ist. Er zeigt durchaus Verständnis für die Demonstranten, hatte aber nun eine andere Rolle.

Um die Sache rund um die Proteste und deren Folgen abzurunden, war Buck bei beiden Prozessen um »Ella« zugegen und führte Interviews mit Unterstützern. »Ella« wurde im Berufungsprozess vor dem Landgericht Gießen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Im Nachgang gab sie doch ihre Identität preis, sodass sie das Gefängnis verlassen konnte.

In der anschließenden Diskussion sagten einige der Aktivisten, dass man nicht aufgeben und sich jetzt um den Ausbau der B 49 rund um Reiskirchen kümmern werde.

Zu sehen ist der Film am Donnerstag, 8., und Freitag, 9. Dezember. jeweils um 16.45 Uhr im Kino »Traumstern« in Lich. Am Freitag ist geplant, dass Buck sich den Fragen der Zuschauer stellen wird.

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