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Mit packendem Ausdruck

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Von: Redaktion

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Einen aufregend mitreißenden Auftritt legte am Donnerstag die Formation »Crossing Over« auf der Traumstern-Bühne hin. Mit »Funky World Music« wollte man mit Hilfe von »Twanx«-Musikern die üblichen Grenzen überschreiten. Die Zuhörer lauschten einem Konzert auf professionellem musikalischen Niveau.

Einen aufregend mitreißenden Auftritt legte am Donnerstag die Formation »Crossing Over« auf der Traumstern-Bühne hin. Mit »Funky World Music« wollte man mit Hilfe von »Twanx«-Musikern die üblichen Grenzen überschreiten. Die Zuhörer lauschten einem Konzert auf professionellem musikalischen Niveau.

Bereits der Aufmacher »Africano«, ein rasanter Twanx-Titel, fegte eventuelle Reste von Behäbigkeit aus Raum und Geist – poppig und knackig. Auf diese Basis hatte Produzent Peter Herrmann Gäste eingeladen, die teils direkt für bestimmte musikalische Richtungen standen. Für das Fundament sorgte der exzellente Schlagzeuger Moritz Weissinger, Bass spielte sensibel und druckvoll Herrmann, an der stimmungsstarken Gitarre wirkte Gerd Stein, und Andreas Jamin brachte gewohnt vielseitig und expressiv die Posaune ein. Mit »Don’t change horses in the middle of the stream« (Tower of Power) begann Tony Clark seine Serie. Mit professioneller Routine und packendem Ausdruck gab er sofort Vollgas und zog die Zuhörer mit sich. Nach Funk kam Blues, und »I don’t need no doctor« (Ray Charles) ließ an Gefühl aber auch gar nichts zu wünschen übrig. Die Hauptfunkstrecke ging weiter mit Otis Reddings »Hard to handle« und dem instrumentalen »Sweet music«. Fließendes Spiel, fast fliegend, und ein wunderbarer Groove prägten das. Spitze war Jamins erzählerische, treibende Posaunenarbeit.

Santana kraftvoll

Ein Großglanzlicht war der Gastauftritt von Nidia Ortiz, die mit himmlischer Stimme und unerhörtem musikalischem Charme die Karibik ins Kino brachte; leider nur mit einem Titel. Der Afrikaner Fallou Sy leitete den rhythmisch vielseitigen Abstecher nach Afrika, auch hier passte der Funk gut ins Werk. Der Brasilianer Dago Schelin nahm mit ausdrucksvollem Gesang für sich ein, die Band lieferte fast besinnliche Emotionen. Jamin jammte sanft dazu, Stein ließ die Gitarre besinnlich etwas orgeln – ein weiterer Höhepunkt. Tony Clark zeigte seine enorme Musikalität im nächsten Glanzlicht an der Flöte. Afrikanische Sounds, samtweiches Gleiten, sehr schön.

Peter Gabriels »Don’t give up« zeigte dann Clarks stimmliche Vielseitigkeit. Auch hier gab es einen Drift ins Verträumte. Überraschung: In »Burning down the house« sang Andreas Jamin völlig stimmig und mit schönem Ausdruck. Auch Santana kam ins Spiel, man hörte eine kraftvolle Version von »Corazon espinado«, ein tolles Solo von Stein, auch von Clark. Das Ende kam mit einer starken Interpretation von »Come together«.

Schelin fügte eine bossageneigte, ungewöhnliche Gesangsstimme hinzu, und Clark fiel ein witzig wimmerndes Gitarrensolo ein – man verstand sich. Es gab mächtigen Applaus für diesen klug gestalteten Abend.

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