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Neue Wache für Notarzt-Fahrzeug

Lich (us). Das Team des Notarzt-Einsatzfahrzeugs an der Asklepios-Klinik in Lich hat eine neue Wache für das Notarzt-Einsatzfahrzeug. Sie wurde jetzt offiziell übergeben.

Das Team des Notarzt-Einsatzfahrzeugs (NEF) hat mit Umzügen Erfahrung: Vor 25 Jahren, als das NEF, zunächst probehalber, am damaliger Kreiskrankenhaus stationiert wurde, bezogen die Mitarbeiter der Johanniter-Unfallhilfe provisorisch zwei Zimmer im Schwesternwohnheim. Später wurde die ehemalige Hausmeisterwohnung für sie freigeräumt und der Wagen bekam – immerhin – einen Carport. Nun gibt es an der Asklepios-Klinik Lich eine neue Wache, die gemeinsam mit den Johannitern extra für das NEF konzipiert wurde. Am Mittwoch wurde sie im Beisein zahlreicher Gäste eingeweiht. Pfarrer Matthias Leschhorn (Gießen) erbat für die Mitarbeiter des NEF-Teams Gottes Segen.

PD Dr. Ralf Kraus, der Ärztliche Leiter der Asklepios-Klinik, merkte bei seiner Begrüßung an, dass die Bedingungen in den alten Räumen in den letzten Jahren nicht mehr ganz adäquat gewesen seien. Das hat sich grundlegend geändert. Beim Bau der neuen Wache wurde den Anforderungen des Arbeitsschutzes, der Hygiene und dem Wohlbefinden des Teams in der einsatzfreien Zeit Rechnung getragen. Weiterer Vorteil: Das Fahrzeug steht nun in einer temperierten Garage. Bauherrin war die Asklepios-Klinik, die die neue Zentrale an die Johanniter vermietet.

Klinik-Geschäftsführer Jan Voigt unterstrich anhand einer Zahl die Wichtigkeit des Rettungswesens. 15 000 Notfälle werden jährlich im Licher Krankenhaus behandelt, 2015 wurden 3975 Patienten vom Rettungsdienst nach Lich gebracht. »Hinter jedem Fall steht ein Mensch, hinter jedem steht ein Schicksal«, sagte Voigt.

Johanniter-Landesvorstand Oliver Meermann, der die »Vision« von der neuen Wache noch mitentwickelt hatte, dankte den Verantwortlichen der Asklepios-Klinik, namentlich Jens Voigt und dem Technischen Leiter Michael Pieck, für das sehr partnerschaftliche Verhältnis. Marco Schulte Lünzum, Meermanns Nachfolger als Johanniter-Regionalvorstand, freute sich, dass die Pläne nun in die Tat umgesetzt wurden.

Verantwortlich für den Rettungsdienst ist der Landkreis Gießen, der in Form langfristiger Verträge die Johanniter und das Rote Kreuz mit dieser Aufgabe betraut hat.

Landrätin Anita Schneider erinnerte an die vor einem Vierteljahrhundert höchst umstrittene Einführung des Notarzt-Einsatzfahrzeugs, das, anders als früher der Notarztwagen, nach dem Rendezvous-System funktioniert: Notarzt und Sanitäter sind in zwei verschiedenen Fahrzeugen unterwegs. Das ist vor allem dann, wenn sich zwei Einsätze zeitlich überlappen, von entscheidender Bedeutung.

2015 wurden im Landkreis Gießen insgesamt 43 100 Einsätze gefahren, fast 10 000 mehr als 2010. »Mit neuen Strukturen und neuen Standorten wie diesem kommen wir den Anforderungen steigender Einsätze in der gegebenen Hilfsfrist nach«, betonte die Landrätin. Bürgermeister Bernd Klein bewertete die Investition aus lokaler Perspektive. »Lich boomt auch, weil die Stadt Gesundheitsstandort ist.«

2015 wurden im Landkreis Gießen insgesamt 6825 Notarzt-Einsätze dokumentiert. Neben dem NEF-Standort in Lich sind weitere Notarzt-Einsatzfahrzeuge am Rhön-Klinikum in Gießen und in Grünberg stationiert. (us/Foto: us)

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