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Der Musikzug Muschenheim spielt unter Leitung von Stephan Geiger "Von guten Mächten", während sich die Besucher von ihren Plätzen erhoben haben und mitsingen. FOTOS: PAD

Musikzug Muschenheim spielt fulminantes Neujahrskonzert

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Melodien von Steppenwolf, Wagner, Hans Zimmer und Marianne Rosenberg mischte der Musikzug Muschenheim zu einem gelungen Programm beim Neujahrskonzert.

Er war einer dieser unerwarteten Momente, welche die Neujahrskonzerte stets so einzigartig machen: Die vielen hundert Besucher standen von ihren Plätzen auf und sangen gemeinsam das Lied "Von guten Mächten". Rührend und grandios, was sich der Musikzug Muschenheim da für die zweite Zugabe aufgehoben hatte.

Dieser Moment setzte das Ausrufezeichen hinter ein hervorragendes Konzertprogramm. Der Titel "Made in Germany" ließ im Vorfeld viel Raum für Spekulationen. Der Musikzug Muschenheim bewies mit der Liedauswahl eindrucksvoll, wie vielfältig die Werke deutscher Sänger und Komponisten sind.

Den Auftakt machten der "Einzug der Gäste auf der Wartburg" von Richard Wagner und die "Alpen Inspiration" von Martin Scharnagl. Dazu wurden Fotos aus den Alpen auf die Wände der Sport- und Kulturhalle Muschenheim projiziert, sodass man sich wie bei einer Wanderung durch die Berge fühlte. Lutz Wagner hatte diese Präsentation erneut mit viel Gefühl für die richtige Bildauswahl zusammengestellt.

Das Medley mit Liedern von Marianne Rosenberg kam gerade bei den Schlagerfans gut an, während die Melodien von Santiano den Geschmack der Rockfans trafen. Mit viel Selbstironie trat die Gastgruppe des Abends, die a-Cappella-Gruppe "Open Voices" aus Münster, an den Notenständer und sang "Männer mag man eben".

Bereits der Blick in die vor Vorfreude von Grinsen gezeichneten Reihen der über 50 Musiker weckte die Hoffnung, dass etwas besonderes folgen würde. Johannes Weil eilte mit Motorradhelm und in Lederweste in die Halle, schmetterte mit Stimmgewalt die Bikerhymne von "Steppenwolf". Moment mal, war das nicht eine amerikanisch-kanadische Band? Moderator Harald Metzger lieferte die elegante Erklärung: "Steppenwolf" war auch der Titel eines Buchs von Hermann Hesse, welches die Band zu ihrer Namensgebung inspirierte.

Ähnlich kreativ war der Weg, einen Beatles-Titel in das Programm einzubinden: "Schorsch Harrison" habe einfach nur nicht gewusst, dass sich mit dem mittelhessischen Wort "Eabbes" genau dasselbe sagen ließe wie das, was er in "Something" zu beschreiben versucht. Dirigent Stephan Geiger tauschte bei diesem Titel den Dirigentenstab gegen das Tenorsaxophon. Ein weiterer Höhepunkt des Abends.

Ob Komponist Hans Zimmer als gebürtiger Frankfurter auch das Wort "Eabbes" kennt? Die Weise, wie der Musikzug die Melodie zum Film "Gladiator" interpretierte, hätte vermutlich dem Oscar-Gewinner auch viel Freude bereitet. Das Publikum belohnte sie jedenfalls mit langem Applaus. Zum Abschluss des Konzertes gab es mehrfach stehende Ovationen. Ein guter Start für den Musikzug ins Geburtstagsjahr: Er wurde vor 60 Jahren gegründet,

Quelle: Gießener Allgemeine

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