Atelierbesuch

Landrätin lobt beeindruckendes Lebenswerk

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Landrätin Anita Schneider besuchte Gisela Denninghoff in ihrem Atelier in Lich. Sie zeigt sich anschließend beeindruckt vom Lebenswerk der Künstlerin.

Begegnungen mit Gisela Denninghoff gab es zuvor für die Landrätin bereits viele. Neugierig geworden, besuchte Anita Schneider die Künstlerin jetzt in ihrem Haus in Lich. Dort erlebte Schneider eine Frau, die ihre Energie auf Leinwände, in Faltungen mit handgeschöpftem Nepal-Papier oder durch Tanz und Gesang überträgt, um daraus Lebenskraft zu ziehen.

"Ich bin sehr beeindruckt von dem Lebenswerk, das mir hier vorgestellt worden ist", sagte Schneider beim Besuch in dem Wohnhaus, das einem Atelier gleicht. "Denninghoff zeigt, welche künstlerischen Persönlichkeiten hier im Landkreis leben."

Gisela Denninghoff lebt und arbeitet seit 1979 in Lich sowie auf Teneriffa und hat in dieser Zeit viele künstlerische Entwicklungen vollzogen. "Das, was entstanden ist, hat damit zu tun, was ich in der Zeit erlebt habe", sagt sie. "Malerei, Faltungen, Performance, Foto und Video" steht auf ihrer Visitenkarte – und das ist keine Übertreibung.

Die oft großflächigen Gemälde sind von einer farbig-kreativen Wucht, die bisweilen an Jackson Pollock erinnern. Ihre Themen sind dabei existenziell. "Die Bilder von Gisela Denninghoff überfallen uns mit der Mächtigkeit der Fragen nach dem Ursprung und Sinn des menschlichen Seins und der schöpferischen Gewalt, die uns trägt und führt", hat Professor Gerhard Fietz über sie gesagt. Bei ihm hat Gisela Denninghoff in den Sechzigern in Berlin studiert.

Die Mittsiebzigerin stellt sich während des Rundgangs mit der Landrätin in allen Schaffensphasen vor. Dazu gehört das frühe politische Werk "Die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen bringen" (1983/84) am Eingang. Es kommen persönliche Motive hinzu, etwa der "Baummensch" (1994). Später integrierte die Künstlerin die archaischen Kräfte der Natur von Teneriffa in ihre Arbeit. Durch das Unebene des vulkanischen Bodens entdeckte sie die Faszination von Faltungen. Den Schritt von der Wand zum plastischen Objekt mit schwerem Nepal-Lokta-Papier macht die Licherin durch Performances. Ihre Auftritte, unter anderem in Darmstadt und Wiesbaden, verstörten wie begeisterten das Publikum. Seit 2006 improvisiert Denninghoff in der "Körper-Klang-Malerei" zusammen mit dem Sänger Hans-Michael Schuhmann experimentell darüber, wie sich Malerei und Gesang durchdringen und beeinflussen können.

Jede Improvisation beginnt dabei mit dem Schatten, der vom Sänger auf die Leinwand fällt.

Aus dem August stammt das Werk mit dem Titel "Blick ins Ungewisse, in den Abgrund". In den jüngeren Motiven verarbeitet sie die Folgen eines dramatischen Absturzes während einer Wanderung auf La Palma. In der Zeit danach hat ihr die Malerei geholfen: "Die Angst wird man nicht ganz los, aber sie erhält dadurch eine positive Energie."

Am Ende des Rundgangs ist die Landrätin nicht nur beeindruckt von der Vielseitigkeit der Künstlerin. "Ich finde es beachtlich, wie hier ein Mensch persönliche Erlebnisse offen und verletzlich thematisiert und einen konstruktiven Weg im Umgang damit sucht", sagte Anita Schneider. Dieser Mut verbunden mit der künstlerischen Kraft von Gisela Denninghoff ermögliche dem Betrachter ein eigenes kreatives Erleben.

Quelle: Gießener Allgemeine

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