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Krimi-Atmosphäre im alten Teppichlager

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Von: Nastasja Akchour-Becker

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Kurzweil mit Henrich Dörmer (l.) und Achim Kapeller. © Nastasja Akchour-Becker

Lich (nab). Simon Rau ermittelt wieder - im Gießen der 1920er Jahre. Mit einer musikalischen Premierenlesung hat Autor Henrich Dörmer am Sonntagnachmittag dem Licher Publikum seinen jüngsten Kriminalroman »Lahnbrand - Tod am Stock« vorgestellt.

Im alten Teppichlager in der Licher Oberstadt, wo er als Junge auf den Orientteppichen gelegen und die vorbeiziehenden Wolken beobachtet hatte, präsentiere der Licher Autor kurzweilig und unterhaltsam die Passagen aus seinem mittlerweile sechsten Regionalkrimi. Wie im Vorgänger »Fehlbrand« ermittelt Kriminaloberkommissar Simon Rau nun auch in »Lahnbrand« in der Universitätsstadt »anno dazumal«. - »Hauptsächlich spielt die Geschichte zwischen Liebig-Museum, Volkshalle und Magarethenhütte«, erzählt Dörmer. Zur Handlung: Am Ostermontagmorgen des Jahres 1928 wird ein ehemaliger Marineoffizier tot an einem (fiktiven) Golfplatz am Lahnknie gefunden. Die Kommissare von der Wache am Landgraf-Philipp-Platz nehmen die Ermittlungen auf und werden von Rieke Hansen, einer jungen Inspektorin aus Hamburg, unterstützt. Nie fehlen dürfen in einem Dörmer-Roman Gerichtsmediziner mit dem Nachnamen Wiesenholder.

Es ist der sechste Roman, den Dörmer innerhalb von sechs Jahren veröffentlicht hat. Die ersten vier waren in der heutigen Zeit angesiedelt, »Fehlbrand« und »Lahnbrand« spielen in den 1920er Jahren und lassen viele bekannte Orte wieder aufleben. In der Volkshalle, der späteren Miller Hall, spielt etwa ein dramatischer Boxkampf, das Stadttheater wird besucht und der Seltersweg ist genauso dabei wie die Lahn, auf der Kommissar Rau so gerne rudert.

Wie anstrengend das sein kann, das durfte Dörmer vor Kurzem einmal selbst bei der Hassia Gießen ausprobieren, wie er seinem Publikum berichtete.

Vergnüglich waren die Stellen, die der waschechte Licher »off owwerhessisch Platt« präsentiere. So meint er etwa mit der »Wisse der Hautevolle« nichts anderes als den Golfplatz. Und diesmal durfte bei der Lesung das Manische aus Gießen auch nicht fehlen.

Als passender Übergang zwischen den Texten spielte Achim Kapeller unter dem Künstlernamen »Bart« Musikstücke auf der Akustikgitarre.

Und wer sich fragt, was es mit dem ungewöhnlichen Untertitel des Romans - »Tod am Stock« - auf sich hat, der sei auf die Golfsprache hingewiesen: Das meint so viel wie, dass der Ball direkt ans Loch befördert wurde.

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