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»Guteleutsgärten« in Gefahr?

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Von: Constantin Hoppe

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Noch sind auf dem Areal des geplanten Baugebiets »Guteleutsgärten« vor allem grüne Wiesen zu sehen. © Constantin Hoppe

Vor einem Jahr hatten die Licher Stadtverordneten eine Ausbauvariante für das Neubaugebiet »Guteleutsgärten« am Rande der Licher Kernstadt beschlossen. Doch diese Variante ist mittlerweile hinfällig geworden. Mögliche Alternativen fielen durch.

Dass auf dem ehemaligen Licher Sportplatz an der Hattenröder Straße Wohnraum entstehen soll, ist bekannt. Vor beinahe genau einem Jahr stimmten die Licher Stadtverordneten über drei mögliche Varianten (A, B und C) der Baugebietsverwirklichung ab und favorisierten die Ausbauvariante B.

Eine Entscheidung, die nach den neusten Entwicklungen hinfällig geworden ist. Der Grund: Die Kommune wurde sich mit einem Flächeneigentümer nicht einig. Das berichtete Bürgermeister Dr. Julien Neubert am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Stadtentwicklung.

»Wir waren in Gesprächen mit dem Eigentümer, doch nach einer anfänglichen Verständigung wurden die Preisvorstellungen für den Flächenankauf seitens des Eigentümers stark erhöht. So sehr, dass der Magistrat den Kauf nicht mehr vertreten konnte«, erklärte Neubert. Die Folge: Eine Entwicklung des Areals nach den bisherigen Ausbauvarianten ist nicht mehr möglich.

Planer Mathias Wolf vom Planungsbüro Holger Fischer stellte dem Gremium die beiden neuen Varianten D und E vor, um die »Guteleutsgärten« noch zu verwirklichen - jedoch mit Einschränkungen, was bei den Ausschussmitgliedern für Kritik sorgte.

Anhand der geänderten Flächen lässt sich das Baugebiet nur noch durch einen ringförmigen Straßenbau erschließen - ein Vorhaben, von dem die Fraktionen im vergangenen Jahr Abstand genommen hatten. Durch die neue Straßenführung, allerdings auch aufgrund von Problemen bei der Entwässerung, muss zudem der geplante Kita-Neubau vom westlichen Rand mehr ins Zentrum versetzt werden.

Die beiden nun vorgestellten Varianten unterscheiden sich vor allem in der Art der Straßenführung: In Variante D würde der Straßenring durch das Baugebiet geführt. Dadurch wären alle Wohnhäuser per Pkw zu erreichen. Eine Zuwegung könnte durch den Ausbau der bereits bestehenden Feldwege im Norden und Süden erfolgen.

Im Zuge der Variante E, die vom Magistrat favorisiert wird, würde die Erschließung ausschließlich über die bereits bestehenden Feldwege erfolgen und Parkplätze zentral angelegt werden. Die Wohnhäuser wären dann aber nur noch fußläufig erreichbar und nur in Ausnahmefällen über jene Wege, die als Feuerwehrzufahrten dienen sollen.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die CDU-Fraktion gegen das Vorhaben ausgesprochen - ein Umstand, den auch Ausschussvorsitzender Markus Pompalla (CDU) am Dienstag bekräftigte: »Angesichts der neuen Planungen und einiger wegfallender Bauplätze stellt sich der CDU-Fraktion die Frage, ob das Baugebiet noch gewinnbringend vermarktet werden kann.« Die Christdemokraten sprachen sich deshalb gegen die neuen Varianten aus. Joachim Siebert (BfL) zeigte sich vor allem mit der Verlegung der Kita unzufrieden: »Wir wollten die Kindertagesstätte gerade deshalb am Rand des Gebiets haben, damit diese bei Bedarf vergrößert werden kann. Von der favorisierten Variante ist nicht mehr viel übrig geblieben.«

Ähnlich sah das auch Sascha Ott von den Freien Wählern: »In diesem Zustand können wir keiner der Varianten zustimmen«, erklärte er. Und auch SPD und Grüne zeigten sich unzufrieden mit den veränderten Planungsvarianten.

Das aktuelle Stimmungsbild spiegelte sich in der abschließenden Abstimmung wider: Während über die Variante D nicht abgestimmt wurde, fiel die vom Magistrat favorisierte Variante E bei sieben Gegenstimmen und zwei Enthaltungen einstimmig durch und erhielt keine Beschlussempfehlung.

Bürgermeister Neubert zeigte sich nach der Sitzung unzufrieden angesichts des eindeutigen Stimmungsbildes: »Nun sind meiner Meinung nach die Fraktionen gefragt, zu sagen, was sie angesichts der veränderten Situation haben wollen, und nicht nur zu erklären, was sie nicht wollen.«

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