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Bilder aus blubbernden Blasen

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Von: Nastasja Akchour-Becker

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Yvonne Hasche-Ennigkeit mit ihrer Matschkiste. FOTO: NAB © Nastasja Akchour-Becker

Lich (nab). Es ist eine spezielle Technik, mit der sich Yvonne Hasche-Ennigkeit künstlerisch ausdrückt. Seit gut einem Jahr widmet sich die Diplom-Verwaltungswirtin aus Eberstadt dem Pouring von Acrylfarben. Bei dieser Technik werden die Farben nicht mit Pinsel auf die Leinwand aufgetragen, sondern geschüttet. Eine Auswahl ihrer Werke, die so entstanden sind, ist seit kurzem im Eberstädter Dorfladen zu sehen.

Für Hasche-Ennigkeit ist diese Technik ideal. Seit sie an Kinderlähmung erkrankt war, kann sie ihren rechten Arm nicht heben. »Malen an einer Staffelei ist mir so nicht möglich«, berichtet die 56-Jährige. »Ich habe die Technik bei einer Freundin gesehen und war fasziniert davon«, erzählt sie über die Anfänge vor gut einem Jahr. Seitdem wird die Küche ihres alten Fachwerkhauses zur Kunstwerkstatt. Mittlerweile hat sie dabei ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Künstlerisch aktiv war Hasche-Ennigkeit bisher nicht.

In ihrer Matschkiste, wie die Künstlerin den Kasten nennt, mischt sie die Farben, gerne hört sie dabei Musik von Santana. »Ich mag es, wenn es knallt«, berichtet sie mit Blick auf ihre bunten Werke. Kleine Bilder legt sie beim Pouring auf ihre Matschkiste, bei größeren muss sie schütten. Sie mag es auch, wenn es auf ihren Bildern blubbert, wenn man kleine Blasen sieht und diese wieder aufplatzen und Abdrücke hinterlassen. Das gelingt am besten mit Öl, vor allem Arganöl. Manche Bilder hat sie auch mit einem Luftballon gestaltet. Wer genau hinsieht, kann im Eberstädter Dorfladen auch sehen, wie ein Käfer eine Spur durch ein Bild gezogen hat, als es trocknete. Und auch sonst kann man in die fantasiereichen Bilder viel hineininterpretieren. Vielleicht entdeckt man dann sogar auch Michael Jackson.

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