"Starke Strömungen" variieren in ihren Temperamenten

Laubach (tie). "Das ist mein Frühlingsanfang", zeigte sich Josef Krahforst vom Kunst- und Kulturforum Laubach begeistert vom Bild "Transspiritus" des Frankfurter Malers Nikolaus A. Nessler, dessen Ausstellung am Samstag in der Schlossgalerie eröffnet wurde.

Laubach (tie). "Das ist mein Frühlingsanfang", zeigte sich Josef Krahforst vom Kunst- und Kulturforum Laubach begeistert vom Bild "Transspiritus" des Frankfurter Malers Nikolaus A. Nessler, dessen Ausstellung am Samstag in der Schlossgalerie eröffnet wurde. Das mehr als vier Meter lange abstrakte Gemälde mit weichen, hellen Grün- und Cremetönen war - nicht nur vom Format her - ein auffälliger Eindruck. Um "Gefühle als Bewegung" - wie Nessler Aristoteles versteht - gehe es bei seinen Bildern, die alle "ganz unterschiedliche Temperamente aufweisen". Wie er selbst sagte, begeisterten Nessler in den 70-er Jahren Maler wie Jackson Pollock, Cy Twombly und Hermann Nitsch, die ebenfalls abstrakte Bilder konstruierten und sich dabei der klassischen Methode nur mit Pinsel und Staffelei verweigerten.

"Wie komme ich dazu, Farben über die Leinwand laufen zu lassen?", stellte Nessler die Kernfrage seines Werks und schlug vor, bei der Rezeption der Bilder "keine Perspektive auszulassen". Entsprechend seiner Auffassung, "lenkend, führend in den Gang des Schicksals einzugreifen, sich ihm aber nicht entgegenzustellen", bedeute die Methode bei seiner Malerei eben das Festhalten eines ganz bestimmten Augenblicks.

Das strenge "Shipping" mit einer fast rasterhaften Aufteilung des Bilds, habe er wohl unter dem Einfluss von Musik geschaffen. Nessler stellte auch klar, dass für ihn "Ästhetik nicht von Schönheit kommt" - da habe die Kosmetik- und Designindustrie ein falsches Verständnis transportiert. Ästhetik sei vielmehr oft "nicht schön, aber erkennbar". Wesentlich schien Nessler auch zu sein, "dass es um Bewegung und Strömung geht", schließlich sei die Gestaltung der Bilder nicht zuletzt "abhängig von der Schwerkraft". Bezeichnend auch der Titel der Ausstellung "Starke Strömungen", der die kleine, aber ausdrucksstarke Auswahl der Bilder Nesslers auf den Punkt bringt.

Krahforst wies darauf hin, dass man den Künstler über Esther Lotz-Bruns, Madeleine zu Solms-Laubach und Arnold Schleier kennengelernt habe und ihm gerne die Möglichkeit gegeben habe, die Ausstellung zu zeigen. Sie ist bis zum 3. Mai zu sehen und samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare