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Hoffnungsvoller Neubeginn

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Von: Thomas Brückner

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Der neue Jugendbeirat mit Ehemaligen, Bürgermeister Meyer (2. v. r) und Parlamentsvorsteher Kühn (2. v. l.). © Thomas Brueckner

Laubach (tb). Die lange Zeit der Vakanz ist vorüber, Laubach hat wieder einen Jugendbeirat. Am Donnerstag konstituierte sich dieser und wählte Emeli Bienefeld (Laubach) zur Vorsitzenden. Stellvertreter sind Marlene Metje (Laubach), Marlon Eckardt und Nils Heßler (beide Wetterfeld). Dem Beirat gehören ferner an Kevin Wacker (Münster), Ole Pülm, Mika Semmler (Wetterfeld) und Jason Reimond (Ruppertsburg).

Teil kommunaler Selbstverwaltung

Vor vier Jahren bereits war der Jugendbeirat de facto »eingeschlafen« - und auch nicht wieder aufgewacht. Ein Grund dürfte die mangelnde Unterstützung der Stadt sein: Der 2016 eingestellte Sozialkoordinator Jochen Bantz hatte ein breites Aufgabenspektrum, das neben der Jugend- auch Flüchtlings- und Seniorenarbeit umfasste. Und das bei einer halben Stelle.

Anfang 2018 dann berichtete Bantz vorm Sozialausschuss von einer »Riesenfluktuation« im Beirat. Als eine Ursache nannte er eine »gewisse Politik(er)verdrossenheit« der Teenager, ihre Enttäuschung über zu wenig Resonanz bei Stadtvätern und -müttern. Vor knapp drei Jahren schließlich kündigte Bantz, der überdies das Gästehaus am Ramsberg leitet. Erst anderthalb Jahre später wurde die nun volle Jugendpflegerstelle mit Patrick Thienelt besetzt, der das Gremium unterstützen wird. Gute Bedingungen also und ein hoffnungsvoller Neubeginn.

Für Sibylle Bienefeld war Jugendarbeit in Laubach sogar »noch nie so willkommen wie jetzt«. Worte, mit denen sie die anfangs etwas zögerliche Kandidatensuche voranzubringen suchte - mit Erfolg. Bienefeld, von den Stadtverordneten zur Jugendbeauftragten gewählt, hatte im Vorfeld gemeinsam mit Thienelt, Kühn und Ortsvorstehern für eine Mitarbeit im Beirat geworben, über dessen Aufgaben informiert und erste Ideen gesammelt.

Bei der Konstituierung am Donnerstag griff Bürgermeister Matthias Meyer zunächst die »Altersfrage« auf: Vielleicht sollte man das Mindestalter etwas herabsetzen, sodass es auch ein Kinderbeirat wäre. Das Gremium ist für ihn eine »wichtige Sache«. Zum einen da es - im Rahmen der Meinungs- und Entscheidungsfindung der Politik - den Anliegen der Jugend Gehör verschaffen könne. Für Laubachs Rathauschef ist der Beirat »Teil kommunaler Selbstverwaltung«. Für die brauche es ehrenamtliches Engagement, wofür nicht selten in der Teenagerzeit der Grundstein gelegt werde. Dass er selbst dem Jugendparlament seiner Geburtsstadt Cuxhaven angehörte, merkte Meyer an.

»Wir können es manchmal ja nicht wissen«, ermunterte auch Erster Stadtrat Björn Erik Ruppel die Jugendlichen, ihre Wünsche zu artikulieren. »Seid ehrlich, laut und vertretet eure Meinung offen.«

Kühn erläuterte hernach die rechtlichen Rahmenbedingungen des Beirates, wonach dieser etwa ein Vorschlagsrecht gegenüber dem Magistrat und ein Antragsrecht im Fachausschuss hat. Wobei die letzte Entscheidung, gerade bei größeren finanziellen Auswirkungen, dem Stadtparlament vorbehalten bleibt.

Über die Jugendforen »Demokratie - leben!« informierte am Ende Aaron Löwenbein. Der Bund gewährt hier bis zu 7000 Euro für Aktivitäten zur Demokratieförderung. Das Forum ist für alle Laubacher Jugendlichen offen; anders als der Beirat, der aber Vorhaben anstoßen könnte. Als Beispiel nannte Löwenbein als Mitarbeiter der Koordinierungsstelle eine Fahrt nach Berlin, um sich dort etwa mit anderen Foren auszutauschen.

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