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Lipp: »Späte Mitteilung ist unglücklich«

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Von: Stefan Schaal

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Langgöns (srs). Der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Christopher Lipp hat den Wetteraukreis für die späte Mitteilung kritisiert, dass dort sämtliche weiterführende Schulen zum kommenden Schuljahr keine Kinder mehr aus anderen Landkreisen aufnehmen.

»Der Zeitpunkt ist unglücklich«, sagte Lipp. Der Beschluss des Wetteraukreises fiel am 29. April per Verfügung. Grund sei laut Deliah Eckhardt, Sprecherin des Wetteraukreises, dass mehr als 1000 Kinder von Flüchtlingen aus der Ukraine Intensivklassen in Schulen der Wetterau besuchen sollen, in denen sie schnell Deutsch lernen. Es gehe darum, für diese Kinder ausreichend Kapazitäten bereitzustellen.

Familien aus dem Kreis Gießen, deren Kinder im Wetter-aukreis nun abgelehnt wurden, stehen indes vor der Schwierigkeit, dass die Anmeldeverfahren an anderen Schulen längst abgeschlossen sind. »Wir haben für unseren zehn Jahre alten Sohn in unserem Antrag als Zweit- und Drittwunsch nach der Weidigschule die Ost- und die Herderschule in Gießen angegeben«, erzählen die Eheleute Maaß aus Lang-Göns. Nach der Absage aus Butzbach hätten sie bei diesen Schulen in Gießen angerufen. »Die Antwort war bei beiden dieselbe: Wir sind voll.« Die Anmeldeverfahren seien dort vor den Osterferien abgeschlossen gewesen.

Unterdessen sind sechs der 19 Kinder aus dem Kreis Gießen - die meisten von ihnen sind aus Langgöns -, die sich für die fünfte Klasse der Weidigschule in Butzbach angemeldet haben, dort nun aufgenommen worden. Dies bestätigt die Sprecherin des Wetter-aukreises. Für die sechs Familien greife eine Einzelfallregelung, weil sie vor einem Umzug in den Wetteraukreis stehen oder weil Geschwister der angemeldeten Kinder bereits die Weidigschule besuchen.

Für die übrigen 13 Familien beginnt allerdings die Suche von vorn. Schuldezernent Lipp berichtete von Gesprächen mit dem Wetteraukreis, den Schulämtern und der Grundschule Lang-Göns, um die Familien zu unterstützen. Kreative Lösungen seien gefragt, sagte Lipp. Eine Konsequenz: Die Eheleute Maaß, die für ihren Sohn eine Absage der Weidigschule erhalten haben, berichten, dass sie Anmeldeformulare erhalten hätten, sich in Gießen an der Liebigschule und am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium anzumelden, weil dort offenbar noch Plätze frei sind. Sie hätten sich für die Liebigschule angemeldet, warten noch auf Antwort. Gleichzeitig haben sie - wie mehrere weitere Familien - gegen die Ablehnung an der Weidigschule Widerspruch eingelegt. »Ein Problem ist, dass viele Freundschaften, die in der Grundschule geknüpft worden sind, auseinandergerissen werden.«

Für eine Aufnahme an der Schrenzerschule in Butzbach haben zwei Familien aus dem Kreis Gießen ihre Kinder angemeldet. Für eines der beiden Kinder sei eine Einzelfallregelung gefunden worden, berichtet Eckhardt.

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