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Brückenschäden

Talbrücke Langgöns: Blitzer auf A45 - Heftiges Ergebnis der Polizei

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An der A45-Talbrücke Langgöns gilt aktuell 60 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit. Nun droht vielen Pendlern ein Fahrverbot. 

  • Aktuell Tempo 60 auf A45-Talbrücke bei Langgöns
  • Schäden an einem Teil des Bauwerks sind der Grund
  • Polizei stellte Blitzer auf
  • Rund 200 Autofahrern droht nun Fahrverbot
  • Weit über 1000 Verstöße in wenigen Stunden

Update, 16. Mai, 17.40 Uhr: Viele Leser hatten es bereits gemeldet, Hessen Mobil bestätigte die Beobachtungen vorgestern. Rund um die A45-Talbrücke bei Langgöns, wo aktuell 60 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit gelten, wurde geblitzt. Nun hat die Polizei ihre Bilanz veröffentlicht: Eine Messung am Freitagvormittag demnach brachte die ersten für die Beamten "entäuschenden" Ergebnisse. Innerhalb weniger Stunden wurden etwa 600 Verstöße festgestellt. Dabei handelte es sich allesamt Verstöße, die bereits im Bußgeldbereich (mindestens 21 km/h zu schnell) liegen. Eine zweite am Freitagabend durchgeführte Messung führte dann sogar noch zu einer Steigerung der Temposünder. Im Zeitraum von etwa vier Stunden fuhren 808 Autofahrer, die deutlich zu schnell waren und bereits im "Bußgeldbereich" lagen, über die Brücke. Von diesen etwa 800 Verstößen lagen fast 200 Messungen im Bereich eines Fahrverbotes. Diese Verkehrsteilnehmer waren also mindestens 41 Stundenkilometer zu schnell. Spitzenreiter war ein Fahrer eines BMW aus dem Lahn-Dill-Kreis. Er wurde mit 171 km/h gemessen. Ihn erwartet ein Bußgeld von 600 Euro, zwei Punkte und ein Fahrverbot von drei Monaten. Es ist laut Polizei geplant, weiter auf der stark belasteten A45-Brücke bei Langgöns Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen.

Update, 14. Mai, 17.46 Uhr: Nun hat sich Hessen Mobil offiziell zum Thema Tempo 60 auf der A45-Talbrücke Langgöns zur Wort gemeldet. "An der Talbrücke Langgöns sind bereits im April Schäden an der Übergangskonstruktion festgestellt worden. Seit Ende April galt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h in Fahrtrichtung Süden. Seitdem wurde die Übergangskonstruktion regelmäßig und intensiv überwacht. Vergangene Woche wurde eine weitere Verschlechterung der Schäden festgestellt, so dass die Geschwindigkeit weiter auf 60 km/h reduziert werden musste. Diese Reduzierung soll einer weiteren, schnelleren Ausdehnung der Schäden entgegenwirken", heißt es dort. Das betroffene Stück verbindet die A45-Talbrücke mit dem Widerlager und gleicht die temperaturbedingten Bewegungen des Bauwerks aus. Weiter vermeldet Hessen Mobil, dass derzeit geprüft werde, wie eine Instandsetzung der Übergangskonstruktion erfolgen kann, so dass das Stück "noch bis zum Neubau der Talbrücke Langgöns funktional erhalten werden kann. Die Einhaltung der Geschwindigkeit wird auch von der Autobahnpolizei überwacht."

Erstmeldung: Die Talbrücke der Autobahn 45 bei Langgöns soll in den 2020er Jahren neu gebaut werden. Stand heute soll dies etwa 40 Millionen Euro kosten und rund fünf Jahren dauern. Dass die alte Brücke in die Jahre gekommen ist, spüren derzeit besonderes die Reisenden in Fahrtrichtung Gambacher Kreuz: Seit einigen Tagen gilt wegen Brückenschäden eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde. Dies sorgt vor allem im Berufsverkehr für Behinderungen.

Schäden bei Routinekontrolle bemerkt

Bei einer Routinekontrolle wurde festgestellt, dass die Übergangskonstruktion zwischen Widerlager und Brücke marode ist. Besonders an der Stelle, an der Laster und Pkw vom Südkreuz kommend auf die Brücke rollen, wurden erhebliche Schäden festgestellt, teilte Hessenmobil mit. Daher wurde zunächst ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde verhängt, dieses dann kurz darauf aus Sicherheitsgründen sogar noch auf Tempo 60 reduziert.

Die gute Nachricht: Noch vor dem Neubau der Talbrücke wird das Tempolimit wieder verschwunden sein. Hessenmobil-Pressesprecherin Sonja Lecher sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass bereits in wenigen Wochen die Übergänge erneuert werden sollen. Zwischen Juni und August sollen die Bauarbeiter anrücken.

Nur rund einen Kilometer entfernt laufen derzeit bereits die Sanierungsarbeiten an den beiden Brücken der A 45 über die Bahnstrecke Gießen-Friedberg. Das Bauwerk in Fahrtrichtung Gambacher Kreuz wurde bereits im letzten Jahr instand gesetzt. Derzeit läuft nun die Sanierung an dessen Zwilling in Fahrtrichtung Gießener Südkreuz. Wie Hessenmobil mitteilte, fand man dabei wesentlich stärke Schäden an der Brücke vor, als man im Vorfeld erwartet hatte. Dadurch kam es zu Verzögerungen im Zeitplan der Sanierung.

Brückensanierung bei Linden bis Juli

In den vergangenen Tagen wurde die Mittelkappe - das, was man bei anderen Brücken auch als Gehweg neben der Straße nutzt - neu betoniert und abgedichtet. In der kommenden Woche soll hier asphaltiert werden.

Danach wird sich die Verkehrsführung in der Baustelle ein wenig ändern: Während derzeit die rechte Spur in Fahrtrichtung Gießener Südkreuz über den Standstreifen gelenkt wird, wechselt sie dann auf die Innenseite der Autobahn. Danach werden die Bauarbeiter auch die Brücke im Bereich der rechten Spur und des Standstreifens sanieren. Anfang Juli soll die Sanierung fertig sein und der Verkehr an dieser Stelle wieder ungehindert rollen können. Zuletzt ging man von 2,8 Millionen Euro Sanierungskosten aus.

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Quelle: Gießener Allgemeine

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