Eine Straße im Halbdunkel und ein Auto kommt mit Scheinwerferlicht entgegen.
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Die Moorgasse in Lang-Göns ist wie die gesamte Ortsdurchfahrt in einem schlechten Zustand. Bei der geplanten Sanierung will die Gemeinde die Federführung behalten.

Verkehrsinfrastruktur

„Richtig anpacken“: Gemeinde will Ortsdurchfahrt Lang-Göns sanieren

  • Patrick Dehnhardt
    VonPatrick Dehnhardt
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Die kaputte Ortsdurchfahrt Lang-Göns schaffte es nicht auf die Prioritätenliste des Landes. Jetzt will die Gemeinde die Sanierungspläne selbst vorantreiben.

Langgöns – Die Ortsdurchfahrt von Lang-Göns ist marode. Trotzdem wurde sie nicht in die Prioritätenliste des Landes für Sanierungen aufgenommen. Damit dennoch in naher Zukunft die Fahrbahn erneuert werden kann, führte die Gemeinde Gespräche mit der Straßenbehörde Hessen Mobil. Über deren Ergebnisse informierte nun Bürgermeister Marius Reusch den Verkehrsausschuss.

Zunächst war über eine Sanierung unter Federführung der Gemeinde gesprochen worden, diesen Weg hatte man aber verworfen. Denn dann hätte sich nichts an der Verkehrsführung oder auch nur der Breite der Bordsteine ändern dürfen. »Das Anliegen des Gemeindevorstandes und von mir ist, dass - wenn wir diese Straße anpacken - wir auch gestalten wollen«, sagte der Bürgermeister.

Langgöns schätzt Kosten der Sanierung auf 5,5 Millionen Euro

Daher soll nun das Verfahren »Planung Dritter« beantragt werden. Dies bedeutet, dass die Gemeinde zwar wieder federführend ist und Fördergelder von Hessen Mobil erhält. Die Kommune habe aber wesentlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten, sagte Reusch. So könnten Abschnitte neu gestaltet werden, beispielsweise der Platz vor der Sparkasse. Zudem ließe sich die Straße besser an den Rad- und Fußverkehr anpassen. Auch dafür stehe eine eigene Förderung in Aussicht.

Bereits jetzt ist absehbar, dass die Sanierung abschnittsweise erfolgen müsste. Reusch hofft, dass auch der Abzweig nach Großen-Linden (Schmittgraben) in das Projekt mit aufgenommen werden kann. Ausschussvorsitzende Eva Oberschelp (Grüne) nannte einen ersten Kostenrahmen von 5,5 Millionen Euro. Reusch sagte, dass die Gemeinde zunächst ein Planungsbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt habe. Diese soll in den nächsten Monaten im Verkehrsausschuss vorgestellt werden. »Wir hoffen, dass wir es auf diesem Weg vorantreiben können.«

Eine gute Nachricht gab es am Rande des Gesprächs: Hessen Mobil hat Zustimmung zu den Plänen zum Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Rottweg signalisiert.

Angebot für Carsharing-Bus in Langgöns vorgestellt

Ein Carsharing-Angebot für Langgöns stellte Tina Krieger von der bayerischen Firma Mikar vor. Das Unternehmen sei auf Carsharing in kleinen und mittleren Kommunen spezialisert. Da dort meist jeder ein Auto vor der Tür stehen habe, biete man vor allen Dingen Kleinbusse als Neunsitzer an. Diese könnten für »den Vereinsausflug, die Familienfahrt oder den Großeinkauf« ausgeliehen werden, sagte Krieger. »So ein Fahrzeug haben nicht alle Leute vor der Tür stehen.« Dadurch würde man das Interesse an Carsharing auch bei Personen wecken, die sonst nie daran denken würden.

Damit die Nutzer keine monatliche Grundgebühr zahlen müssen, würde das Fahrzeug werbefinanziert beschafft werden. Heimische Unternehmen könnten Werbeflächen auf dem Bus kaufen. Dadurch sei es gleichzeitig möglich, dass die Stundenmiete keine fünf Euro betrage, sagte Krieger.

Langgöns wartet seit einem Jahr auf eine Antwort vom Land

Bürgermeister Reusch fragte nach, ob man den Bus auch stundenweise als Bürgerbus nutzen könne. Langgöns habe zwar einen Antrag auf solch ein Fahrzeug beim Land gestellt, jedoch seit über einem Jahr nichts mehr davon gehört. Rieger sagte, dass die Gemeinde ein festes Kontingent buchen könnte. Jedoch dürfe der Bus nicht von vornherein jeden Tag dadurch blockiert werden, da dann die Attraktivität des Angebots leide.

Heidi Tonhäuser (SPD) begrüßte das Projekt: »Als Mutter weiß man, dass man Kinder ständig zu Spielen fahren muss.« Die SPD habe zudem bereits 2017 einen Prüfantrag in diese Richtung gestellt.

Jürgen Knorz (CDU) äußerte seine Bedenken, dass man nur einen Anbieter unterstütze. Klimaschutzmanagerin Susanne Müller sagte dazu, dass alle anderen Anbieter, die man angefragt habe, abgesagt hätten: »Mikar ist die Einzige, die Langgöns als Standort in Betracht gezogen hat.« Das Thema soll in den kommenden Sitzungen weiter beraten werden. (Patrick Dehnhardt)

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