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Wie hier am Bahnhof in Kirch-Göns sollen auch in Lang-Göns am Bahnhof und an der Bahnüberführung Glaselemente im oberen Teil der Lärmschutzwände angebracht werden.

Lärmschutz am Bahnhof: Koalition lehnt Mastenkauf ab

Langgöns (bcf). Der Bau von Lärmschutzwänden am Bahnhof in der Kerngemeinde Lang-Göns war Thema im Bauausschuss. 2017 will die Deutsche Bahn die Lärmschutzwände bauen, etwas weiter südlich in Kirch-Göns stehen sie bereits. Der Ausschussvorsitzende Frank Menges stellte im Bürgerhaus die Planungen der Bahn vor, bis zum Ende dieses Monats muss die Gemeinde eine Stellungnahme zur Planfeststellung abgeben.

Im Zuge der Beratung wurden auch die Weichen für die zukünftige Nutzung des im Besitz der Gemeinde befindlichen Bahngeländes inklusive des Bahnhofsgebäudes gestellt.

Die Lärmschutzwand wird eine Höhe von drei Metern haben. Auf der Westseite der Main-Weser-Bahnlinie beginnt sie auf der Höhe des Festplatzes, südlich des Bahnhofs reicht sie bis zu der Höhe, wo die Straße "Am Wingert" in eine Rechtskurve abbiegt. Auf der Ostseite soll die Wand im nördlichen Bereich ungefähr auf Höhe des dritten Reihenhauses in der Ahornstraße beginnen.

Bürgermeister Horst Röhrig informierte, dass es deshalb schon viele Einwendungen der Anwohner gegeben habe. Diese Einsprüche sollen von der Gemeinde mitgetragen und in die Stellungnahme aufgenommen werden, waren sich Rathauschef und Ausschussmitglieder einig. Die Forderung, die Wand weiter im Norden beginnen zu lassen, soll ebenfalls in der Stellungnahme aufgenommen werden. Südlich des Bahnhofs reicht die Wand bis zur Höhe der Einmündung des Tulpenwegs in den Rottweg.

An den Zugängen zum Bahnhof sind "Zugangsschleusen" geplant. Die von der Bahn geplante Schleuse im Bereich des Rottwegs begrüßten Ortsbeirat und Ausschuss einmütig. Hier kann zu einem späteren Zeitpunkt eine Treppe zum Gleis gebaut werden. In die Stellungnahme aufgenommen werden soll auch der Wunsch der Ausschussmitglieder, im Bereich von Bahnhof und Bahnübergang Glaselemente im oberen Bereich der Wände anzubringen, ähnlich wie es schon in Kirch-Göns gemacht wurde.

Die Frage, ob der Rückbau der vier Oberleitungsmasten im Bereich der geplanten P+R-Anlagenerweiterung gemacht werden soll oder nicht, wurde kontrovers diskutiert. Die SPD und Bürgermeister befürworteten den Rückbau, um künftig eine Nutzung des derzeit ungenutzten Teils des Geländes zu ermöglichen. In der Vergangenheit hatte es dazu Planungen zum Ausbau des Parkplatzes und zum Bau von Wohnhäusern gegeben. Röhrig erinnerte daran, dass es für die Wohnprojekte Interessenten gegeben habe.

Thomas Schmidt (SPD) stimmte zu: "Wenn wir die Masten stehen lassen, wäre das das Schlimmste, wir machen uns lächerlich, auch mit dem Bahnhofsgebäude, wir kommen seit Jahren nicht in die Pötte, das macht doch keinen Spaß mehr als Politiker." Für den Rückbau der Masten müsste die Gemeinde über 200 000 Euro zahlen. Bleiben sie stehen, muss sie für die Sicherung sorgen.

Jürgen Knorz (CDU) kritisierte: "Die Bahn hat sich alle Bedingungen vorbehalten, die es gibt, wir können das Gelände kaum nutzen, freie Parkplätze gibt es im hinteren Teil der Parkanlage und in den umgebenden Straßen." Schließlich überstimmten die Koalitionäre aus CDU/FDP und Grünen mit vier zu zwei Stimmen die SPD. Der Ortsbeirat Lang-Göns zeigte sich mit drei Ja- und drei Nein-Stimmen unentschieden. Daraufhin forderte Röhrig die Rückabwicklung des Kaufvertrags für Bahngelände und Bahnhofsgebäude: "Das wäre konsequent, da auf den Flächen nichts gemacht werden kann, wenn die Masten stehen bleiben." (Foto: bcf)

Quelle: Gießener Allgemeine

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