Wölfersheimer Abwasser nach Utphe

Hungen/Wölfersheim (pm). In Wölfersheim denkt man darüber nach, sich der Kläranlage in Utphe anzuschließen, statt die eigene Anlage zu modernisieren. Die Wölfersheimer Gemeindevertreter hatten zunächst ein Gutachten beauftragt, welches die finanziellen Auswirkungen der jeweiligen Varianten abklären sollte. Das Ergebnis liegt nun vor.

Wie es in einer Pressemitteilung aus dem Wölfersheimer Rathaus heißt, wäre es für die Bürger am günstigsten, das Abwasser in die Verbandskläranlage nach Utphe zu pumpen. Bürgermeister Eike See sagt dazu: »Die Sachlage ist eindeutig.« Die Gemeindevertreter könnten nun eine Entscheidung über die Abwasserentsorgung treffen.

Ökologischer Kollaps befürchtet

Von dieser Entscheidung wird auch der Wölfersheimer See betroffen sein. Das geklärte Abwasser ist der einzig nennenswerte Zulauf in den See und für diesen schädlich. Im Sommer habe der See ab unter zwei Metern Wassertiefe bis zum Grund in 18 Metern Tiefe keinen Sauerstoff mehr. Dadurch könne sich der am Grund abgesetzte Phosphor wieder in das Wasser zurücklösen. Der See dünge sich dadurch intern immer weiter.

Die Fische haben nur einen schmalen Lebensraum zur Verfügung. Sie können nur zwischen der Wasseroberfläche und drei Meter Tiefe leben. Ein ökologischer Kollaps könne jederzeit stattfinden. Besonders gefährlich sei es, wenn sich die Wasserschichten miteinander vermischten. Dadurch würde der Sauerstoffgehalt der oberen Wasserschichten noch weiter sinken, und es käme zu einem Fischsterben. Möglich wäre dies zum Beispiel bei einem starken Hagel im Sommer.

Der See soll daher eine Gewässertherapie erhalten. Um die thermische Schichtung zu erhalten, soll eine Tiefenbelüftung durchgeführt werden. Dabei wird das Tiefenwasser künstlich mit Sauerstoff angereichert. Die Gemeindevertreter beschlossen, unverzüglich mit einer solchen Gewässertherapie zu starten und dafür 350 000 Euro zu investieren. Um die Wasserwerte im Blick zu behalten, wurde beschlossen, Beprobungen und Untersuchungen durchzuführen

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