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Vernetzung aller Akteure im Ort

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Von: Constantin Hoppe

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Die Kita-Kinder im Regenbogenland feierten am Donnerstag die Ernennung ihrer Kita zum Kinder- und Familienzentrum mit einem einstudierten Lied. © Constantin Hoppe

Hungen (con). Nicht nur die Kinder, sondern auch Eltern, ganze Familien und alle anderen Stadtteilbwohner können ab sofort das frisch gebackene Familienzentrum Obbornhofen nutzen.

Am Donnerstag wurde die Kita Regenbogenland offiziell zum Familienzentrum ernannt. Der hauptamtliche Kreisbeigeordnete und Kreis-Jugenddezernent Hans-Peter Stock überbrachte zu diesem Anlass Einrichtungsleiterin Sabine Müller-Leschhorn das Zertifikat und eine Plakette, die das Regenbogenland nun auch von außen sichtbar auszeichnen soll.

Mit dem neuen Namen als Kinder- und Familienzentrum geht auch ein neuer Anspruch einher: Der Fokus soll nicht mehr auf der kindlichen Förderung alleine liegen, sondern auch auf den Familien und dem gesamten Sozialraum.

Angebote für alle Familien in Hungen

»Viel Schweiß und Engagement waren nötig, um die Erhebung zum Familienzentrum zu erreichen«, sagte Bürgermeister Rainer Wengorsch am Donnerstag zur Zertifizierung der Kita. »Aber es ist gelungen und in Zukunft bieten wir hier ein niedrigschwelliges Angebot zur Unterstützung von Familien. Obbornhofen kann stolz auf das Engagement seiner Bewohner und der Kita sein.«

Ein zentrales Anliegen des Projekts war dabei von Anfang an, eine gemeinschaftliche Vernetzung aller Akteure im Ort zu erreichen, um eine ganzheitliche, familienbezogene Infrastruktur für den Stadtteil zu erreichen. Dabei kommt das genannte »niedrigschwellige Angebot« zum Tragen: Der Bedarf der Familien vor Ort wird von dem Team des Familienzentrums ermittelt und entsprechende Angebote werden geschaffen. Und das völlig kostenlos.

So findet sich im Eingangsbereich der Kita ein »Nimm- mit-Schrank« für Dinge, die für die einen überflüssig, für andere aber noch zu gebrauchen sind. Zu den Angeboten gehört beispielsweise ein Treffen für Eltern mit »Krabbelkindern« in der Kita, das von pädagogischen Fachkräften begleitet wird. Nachmittags werden im Gemeinschaftsraum Aktionen wie Yoga für Kinder und (Groß-)Eltern angeboten. Die Kita-Räume stehen zudem für Bildungsangebote - wie Erste-Hilfe für Kinder - offen und der hier stattfindende »Offene Treff« für Eltern richtet sich explizit an alle Eltern im Hungener Stadtgebiet.

»Durch solche Angebote wollen wir auf die heutigen Ansprüche von Eltern reagieren und sie unterstützen«, sagt Hans-Peter Stock. »Das kann schon bei ganz einfachen Dingen anfangen, manchmal bedarf es einfach nur einer klaren Ansprache, um Eltern zu helfen.«

Überprüfung in fünf Jahren

Die Entwicklung der Einrichtung von einer reinen Kita bis zum Familienzentrum nahm einige Zeit in Anspruch: Vor nunmehr drei Jahren haben sich das Kita-Team und die Stadt Hungen auf den Weg gemacht, um das pädagogische Konzept neu zu planen und anzupassen. Und auch in Zukunft wird sich das nicht ändern: Alle fünf Jahre wird die Zertifizierung überprüft, ob die gestellten Anforderungen noch erfüllt werden.

Die Kita Regenbogenland ist nicht die erste Kindertagesstätte, die im Landkreis Gießen zum Familienzentrum zertifiziert wurde: Bereits seit 2016 tragen die Kita Königsberg und das inklusive Kinder- und Familienzentrum Anne-Frank in Reiskirchen diesen Titel. 2020 wurde zudem die Kita Wiesenhaus in Wißmar zum Familienzentrum erhoben. Zehn weitere Kommunen sind derzeit auf dem Weg, Familienzentren zu schaffen.

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