Nicole Anhäuser mit einer der FFP2-Masken in Hungen.
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Nicole Anhäuser mit einer der FFP2-Masken in Hungen.

Coronavirus

Mögliche FFP2-Maskenpflicht: Sind die Apotheken im Kreis Gießen gewappnet?

  • vonPatrick Dehnhardt
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Eine FFP2-Maske könnte beim Einkauf bald bundesweit Pflicht sein. Die Apotheken im Landkreis Gießen haben sich gerüstet, wie eine Stichprobe zeigt.

  • In Deutschland zeichnet sich ab, dass eine FFP2-Maskenpflicht eingeführt wird.
  • Sind die Apotheken im Landkreis Gießen auf eine mögliche FFP2-Maskenpflicht vorbereitet?
  • Bei einer kleinen Umfrage in Hungen, Linden und Rabenau sind die Verantwortlichen optimistisch.

Hungen/Linden/Rabenau – Am heutigen Dienstag (19.01.2021) könnte eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht für Geschäfte, den Nahverkehr sowie Arztpraxen beschlossen werden. In Bayern gilt sie bereits, am Sonntag brachte sie der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier bundesweit für Busse und Bahnen ins Gespräch. Sollte die Pflicht kommen, sind die heimischen Apotheken vorbereitet, wie eine kleine Umfrage im Landkreis Gießen zeigt.

»Wir haben viele, viele Masken«, sagt Apothekerin Tanja Wilde von der Großen-Lindener Goethe-Apotheke. Nach dem Ansturm im Dezember, als FFP2-Masken an Risikogruppen kostenlos abgegeben wurden, habe man die Bestände direkt aufgestockt. Schließlich sei absehbar gewesen, dass diese Menschen neue Masken brauchen, sobald die alten aufgebraucht sind.

Mögliche FFP2-Maskenpflicht: Viele Apotheken im Kreis Gießen haben aufgestockt

»Wir haben hochgerechnet, wer jetzt Masken im Januar und Februar holt«, sagt Wilde. Dies käme der Apotheke bei der Einführung einer FFP2-Maskenpflicht zugute: »Da müsste viel passieren, dass das eng wird.« Sollte die FFP2-Maskenpflicht kommen, brauche daher niemand gleich zur Apotheke eilen: »Es muss niemand direkt am Mittwochmorgen vorbeikommen. Die Masken reichen.«

Auch in der Hungener Hof-Apotheke ist man vorbereitet. »Wir haben uns im Dezember gut eingedeckt und verschiedene Quellen aufgetan«, sagt Apotheker Frank Anhäuser. »Wir sind gerüstet.«

Mögliche FFP2-Maskenpflicht im Landkreis Gießen: Zertifizierung entscheidend

Dabei ginge es nicht nur um Quantität, sondern auch Qualität. So seien etwa Masken im Internet erhältlich, die sich zwar FFP2-Masken nennen, jedoch die Vorgaben nicht erfüllen. »Die Zertifizierung muss stimmen, ebenso die Qualität«, sagt Anhäuser. »Sonst ist die Pflicht ad absurdum geführt.« Wolle man die Maske mehrfach nutzen, dürfe sie nicht in der Jackentasche vergessen werden, sondern müsse nach dem Tragen an der Luft zum Trocknen aufgehängt werden.

Im Dezember hat allein die Hof-Apotheke 5000 Masken an Risikopatienten abgegeben, damals auf noch unbürokratischem Weg. Mittlerweile gehe dies nur noch mit Berechtigungsschein.

Noch haben aufgrund eines Engpasses bei der Bundesdruckerei die Krankenkassen nicht allen berechtigten Mitgliedern die Scheine zusenden können. Dies wüssten aber nicht alle, zumal manche Senioren nicht mitbekommen haben, dass ihnen solche Masken zustehen.

Ansturm auf FFP2-Masken im Landkreis Gießen durch Pflicht?

»Wir betreiben da viel Aufklärungsarbeit, sprechen die Menschen an, ob sie wissen, dass sie berechtigt sind«, sagt Nicole Anhäuser. Frank Anhäuser denkt, dass es eine gute Entscheidung der Politik war, die Beschaffung der Masken der freien Wirtschaft zu überlassen: »Eine zentrale Stelle hätte das so nicht hinbekommen.«

Auch bei der Rabenau-Apotheke in Londorf ist man für den ersten Ansturm gewappnet. Jedoch brauche man bald Nachschub, wenn solch eine Maskenpflicht über Monate hinweg gelten soll. »Eigentlich ist es ein Einwegartikel«, verdeutlicht Apotheker Felix Görnert. Wer sie beruflich den ganzen Tag trägt, muss sie eigentlich nach vier Stunden wechseln, da sie dann durchfeuchtet ist.

Zudem erinnert er daran, dass die Maskenpflicht allein nicht ausreicht. Ein Vollbart etwa verhindere, dass sich die Maske komplett ansaugen kann. »Das ist aber zu vernachlässigen«, sagt Görnert. »Das richtige Tragen ist das größere Problem. Eine FFP2-Maske mit lockerem Sitz oder unter der Nase getragen hat keine Schutzwirkung.« (pad)

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