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Bellersheim feiert seinen "Otto"

Hungen (pad). Für den goldenen Onkel Otto, der nun seit einem Jahr sein Zuhause in Bellersheim hat, war es ein besonderes Wochenende. Nicht nur, dass sein Heimatdorf ihn drei Tage lang feierte, nein, er sah auch einige seiner Brüder wieder, die sonst über ganz Hessen verteilt leben.

Denn Bellersheim hatte sich etwas besonderes einfallen lassen und alle Finalisten des HR-Wettbewerbs aus den vergangenen Jahren zu einem "Dollen-Dörfer"-Treffen eingeladen. In 13 Jahren waren das einige, und der Landkreis Gießen war stets gut vertreten. Leider fanden nur Steinheim (Sieger 2003), Langsdorf (Sieger 2005) und Trais-Münzenberg (Finalist) aus der näheren Umgebung den Weg ins Festzelt, während Walsdorf (Sieger 2013) und Röhrenfurth (Finalist 2013) sogar hunderte Kilometer Anfahrt gerne in Kauf nahmen. So konnten sechs Onkel Ottos (der Silberne wurde vom Reporter aus Nonnenroth mitgebracht) ein Wiedersehen feiern.

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Und daran hatte Istergiesel einen großen Anteil. Mit einem ganzen Bus waren die Viertplatzierten des Wettbewerbs aus Fulda angereist – und feierten wie die Weltmeister bis tief in die Nacht.

Da sie als Gastgeschenk beim Hessentag einen Fresskorb von Bellersheim bekommen hatten, revanchierten sie sich mit einem Rucksack voller Spezialitäten. Geschenke gab es auch für die fünf, die Bellersheim auf dem Hessentag Hofgeismar in den Spielen vertreten hatten: Max Limper, Leonie Brieske, Laura Müller, Marina Eifert und Christian Paul bekamen ein Faksimile der Siegerurkunden und einem Album voller Bilder von den Anfängen beim Hessenquiz-Spielen im Gerätehaus bis zur Siegesparty in der "Angermühle".

Manfred Müller, Organisator hinter den Kulissen, berichte von dem Weg zum Titel: "Unser Ortsvorsteher hatte damals zum Licher Wochenblatt gesagt, wir würden das auf uns zukommen lassen – das war aber vielen zu wenig." Also war an einem Plan getüftelt worden, der als erstes Ziel hatte, Birklar in der Vorrundenwertung hinter sich zu lassen. Das gelang – und als Sahnehäubchen oben drauf gab es dann noch den Titel.

Da sich ein Festzelt für nur einen Tag Party kaum gelohnt hätte, begann die Feier bereits Freitag. Dort heizte die "Bockband" mit rockigen Nummern von AC/DC, Songs wie "Seven nation army" von den "White Stripes" und weiteren Partyhymnen ein.

Bevor am Samstag der HR4-Radiomoderator Roland Boros auflegte, spielten quasi als Vorband das örtliche Duo "Die Grenzgänger" – und das Lied "Dorfkind" auf laute Zugabe-Rufe des vollen Festzelts gleich zweimal. Da musste sich Boros anstrengen, um gleichzuziehen, was ihm nach ein paar Minuten einfühlen in die mittelhessische Seele auch gelang. "Weiß der Geier", "Sing Halleluhja" und "Moskau" zogen die Besucher auf die Tanzfläche. In einem Karnevalsdorf wie Bellersheim durften natürlich Hits wie "Viva Colonia" und "Wo war ich in der Nacht von Freitag auf Montag" nicht fehlen.

Was in der Nacht geschah – das bleibt ein Geheimnis, auch wenn die Nachtruhe recht früh begann: Um 1.34 Uhr drehte Boros die Musik ab. Am nächsten Tag beim Zeltgottesdienst legte der goldene Onkel Otto aber eine kleine Beichte über seine Erlebnisse im dollen Dorf ab, erzählte von Festen und sogar einer Entführung (die GAZ berichtete). Doch er fühlt sich wohl in Bellersheim.

Quelle: Gießener Allgemeine

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