Auftakt zur Hungener Europawoche

Hungen (us). "TonArt" und die "Kalli-Velten-Jazzband" sorgten zum Auftakt der Europawoche für den passenden Ton. Mit Liedern aus verschiedenen Epochen und Ländern sowie Jazz-Klassikern stimmten sie die Besucher im Foyer der Mittelpunktgrundschule auf zehn Tage ein, die den europäischen Gedanken in den Mittelpunkt rücken sollen.

Wie seit vielen Jahren üblich, waren Gäste aus der französischen Partnerstadt St. Bonnet de Mure zum Eröffnungsabend gekommen, der den Rahmen für eine besondere Ehrung bildete. Klaus Peter Weber, der in seiner 18-jährigen Amtszeit als Bürgermeister intensive Kontakte zu den französischen Freunden gepflegt hatte,wurde der Titel "Ehrenbürgermeister" verliehen.

Bürgermeister Rainer Wengorsch, seit knapp einem halben Jahr im Amt, hielt erstmals die Eröffnungsrede und erinnerte daran, dass die EU ihren Bürgern in mehr als 50 Jahren Frieden, Stabilität, und wirtschaftlichen Wohlstand gebracht habe. Er rief ein Zitat von Robert Schumann aus dem Jahr 1950 in Erinnerung. "Europa wird nicht von heute auf morgen und nicht aus einem Guss entstehen. Vielmehr werden greifbare Erfolge zunächst eine faktische Solidarität erzeugen." Diese Worte hätten auch 62 Jahre später nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Und wer, trotz aller Skepsis, auf die vergangenen Jahrzehnte zurückschaue, der realisiere, auf welch erfreuliche Weise der europäische Gedanke gestärkt worden sei.

"Lassen Sie uns den Weg weiter gehen, den unsere Großmütter und Großväter, unsere Mütter und Väter bereitet haben", appellierte Wengorsch und formulierte einen Wunsch: "Ich wünsche mir, dass wir eines Tages auf die Frage, aus welchem Land wir kommen, ganz selbstverständlich antworten: aus Europa!

Wie Wengorsch stellte auch Josef Tonner, der Vorsitzende des gastgebenden Partnerschaftsvereins, die Bedeutung der Städtepartnerschaften für das Zusammenwachsen Europas heraus. Hungen und St. Bonnet seien ein gutes Beispiel, wie sich im Miteinander das Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickelt habe. Die Partnerschaft, deren 25-jähriges Bestehen im kommenden Jahr groß gefeiert werden soll, sei von Menschen aus beiden Kommunen mit Sinn und Leben erfüllt worden. Nun gelte es, die Jugend für die Ziele der Partnerschaftsidee zu gewinnen, damit sie den europäischen Gedanken weiter trage. Jean-Pierre Jourdain, der Bürgermeister von St. Bonnet, freute sich ebenfalls über den regen Austausch, der nicht nur von offizieller Seite, sondern insbesondere von Jugendlichen und Vereinen gepflegt werde. Er persönlich habe zehn Jahre lang eng mit Klaus Peter Weber zusammen gearbeitet und freue sich, dass das gute Verhältnis auch von dessen Nachfolger Rainer Wengorsch gepflegt werde.

Die Grüße des Landkreises und der Landrätin übermittelte der Kreistagsvorsitzende Karl-Heinz Funck. Er hofft, dass die aktuelle Krise den Weg zu mehr europäischer Solidarität ebnen wird.

Aufgelockert wurde die doch recht wortlastige Eröffnungsfeier von Auftritten der "TonArt"-Sänger unter Leitung von Jochen Stankewitz. Nach dem offiziellen Teil, als der Partnerschaftsverein kulinarische Köstlichkeiten anbot, sorgte die "Kalli Velten Jazzband" für lockere Stimmung.

Die Europawoche wird am heutigen Samstag im Dorfgemeinschaftshaus Nonnenroth um 20 Uhr mit einem Vortrag von Alexander Wurz fortgesetzt. Es geht um "Die fabelhafte Welt der deutsch-französischen Freundschaft". Am Sonntag startet dann um 13 Uhr in der Nonnenröther Straße in Hungen das Radrennen "Rund um die Europawoche".

Quelle: Gießener Allgemeine

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