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306 sind 365 Tage einsatzbereit

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Von: Patrick Dehnhardt

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Zahlreiche Feuerwehrleute wurden für ihren langjährigen aktiven Einsatzdienst geehrt. FOTO: PAD © Patrick Dehnhardt

Hungen (pad). Die Jahreshauptversammlung aller Hungener Feuerwehren hatte noch nicht richtig begonnen, da verließen sie die ersten Feuerwehrleute auch schon wieder: Die Funkmeldeempfänger alarmierten die Einsatzkräfte der Kernstadt. Wenige Minuten zuvor war eine Gewitterfront durchs Stadtgebiet gezogen und hatte einen Baum auf die Landesstraße nach Nonnenroth geworfen, zudem einen weiteren in gefährliche Schieflage versetzt.

Vor dadurch reduzierter Besucherzahl - drei Personen wurden später eigens für die Übergabe der Ehrungen und Anerkennungsprämien aus dem Einsatz herausgelöst - gab Stadtbrandinspektor Udo Träger seinen Jahresbericht. 49 Frauen und 257 Männer sind in den zwölf Einsatzabteilungen aktiv.

86 Einsätze verzeichnete die Jahresbilanz. 19 mal rückte die Feuerwehr zu Bränden aus, dafür 52 mal zu Hilfeleistungen. Dazu zählten neben einem schweren Verkehrsunfall bei Rodheim auch mehrere Türöffnungen. Die Feuerwehr muss für den Rettungsdienst Haus- und Wohnungstüren öffnen, wenn eine verletzte Person sich in der Wohnung befindet, diese nicht mehr öffnen kann und bei Nachbarn kein Schlüssel hinterlegt ist. 15 Fehlalarme resultierten vor allen Dingen aus ausgelösten Brandmeldeanlagen.

Personal- und zeitintensiv war der Hochwassereinsatz an der Horloff gewesen. Träger nahm kein Blatt vor den Mund: Der Hochwasserschutz im Seegebiet sei verbesserungswürdig gewesen, gleichzeitig jedoch auch die Erwartungshaltung der Seeanwohner hoch. Nach den Überflutungen sei das Geschrei groß gewesen - »erstaunlicherweise immer von denen, die nicht betroffen sind«. Dies habe man bei einer Spendenübergabe der Seeanlieger zugunsten der Jugendfeuerwehren lautstark miterleben dürfen.

Träger lobte die Feuerwehr Trais-Horloff, auf deren Konto über ein Viertel der 93 Lehrgangs- und Seminarbesuche ging. Gute Nachrichten hatte er auch für die Nonnenröther Einsatzabteilung, für die in den nächsten Wochen ein neues Tragspritzenfahrzeug ausgeliefert wird. Abseits der Beschaffung neuer Fahrzeuge habe die Stadt 170 000 Euro im vergangenen Jahr in die Feuerwehr investiert, sagte Träger.

Nach über zwei Jahren Pandemiezeit seien die Lockerungen für den Übungsbetrieb dringend notwendig gewesen, sagte Träger. Es müsse jedoch klar sein: »Covid-19 ist noch immer da. Wer es bis jetzt noch nicht gehabt hat, hat Glück. Die Impfungen schwächen den Verlauf, aber sie schützen einen nicht 100-prozentig vor einer Ansteckung.«

Mit Blick auf den Ukraine-Krieg sagte er, dass die Feuerwehr und der Katastrophenschutz Bestandteil der zivilen Verteidigung seien. »Wir können nur hoffen, dass es nie so weit kommen wird«, schloss der Stadtbrandinspektor.

Kurz fiel der Bericht aus den Jugendfeuerwehren aus: Zwei Jahre lang war praktisch nichts möglich, schilderte Stadtjugendfeuerwehrwartin Rebecca Seibert. Dieses Jahr laufen die Planungen für einen Spiel- und Aktionstag am 10. September, der als Ersatz für das ausgefallene Zeltlager dienen soll. 107 Jugendfeuerwehrleute verzeichnet die Statistik, zudem 70 Kinder in den Minifeuerwehren.

Auch bei den beiden Musikzügen im Stadtgebiet blieb es pandemiebedingt lange Zeit ruhig. Ein Zustand, der sich dieses Jahr wieder ändern wird.

Bürgermeister Rainer Wengorsch und Landrätin Anita Schneider dankten für die Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen. Zahlreiche Ehrungen und Anerkennungsprämien für langjährigen Dienst wurden vergeben (Bericht folgt).

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