EURO 2024

Sportschule Grünberg mit Chancen auf EM-Quartier

  • schließen

Der erste Schritt für eine "Teilnahme" an der EURO 2024 ist getan: Die Sportschule Grünberg hat an der Ausschreibung teilgenommen, mit der Mannschaftsquartiere für die EM gesucht wurden. Mit Erfolg.

Die Sportschule Grünberg, oberhalb der Gallusstadt auf dem Tannenköppel gelegen, hatte im Herbst vergangenen Jahres an der Ausschreibung teilgenommen, mit der die UEFA Mannschaftsquartiere für die Europameisterschaft suchte. Wie sich jetzt gezeigt hat: mit Erfolg. Die Anlage des Hessischen Fußballverbandes (HFV) mit Vier-Sterne-Hotel und vier Trainingsplätzen, einer davon mit Kunstrasen, hat die Juroren überzeugt.

Somit ist die erste Etappe geschafft auf dem freilich noch langen Weg, an dessen Ende die Sportschule eines von 24 sogenannten "Team Base Camps" sein könnte. "Allez les Bleus" am Tannenköppel? – ausgeschlossen ist es nicht, zumal der HFV ab diesem Herbst weiter in seine Anlage investiert.

Keine Badewanne – kein Interesse der Japaner

Freilich sollte man die Bälle flachhalten: Ob aus der offiziellen "Eignungsbestätigung" tatsächlich ein Base Camp wird, diese Entscheidung dürfte erst in knapp fünf Jahren fallen. Erst dann nämlich stehen die 24 Endrundenteilnehmer fest, erst dann dürften sich die "Quartiermacher" der nationalen Verbände auf den Weg machen, um aus dem zugegeben großen Portfolio aller geeigneten Standorte sich einen auszusuchen.

Und um vor allzu großen Optimismus zu warnen, sei an die Heim-WM 2006 erinnert: Auch damals hatte Grünberg die erste Hürde genommen, hatte bis zuletzt darauf gehofft, eine der damals 31 Gastmannschaften beherbergen zu dürfen, zumal vorab Funktionäre von zehn Verbänden vorab angeklopft hatten. Am Ende aber kickten auf dem Tannenköppel weder ein Zinedine Zidane noch ein David Beckham, nicht mal ein Suzuki, Ono oder Miyamoto. Letztere spielten für das Team Japan, dessen Funktionäre sich zwar für Grünberg interessiert, aber darauf Wert gelegt hatten, dass jedes Zimmer über eine Badewanne verfügt – damit konnten die Grünberger nicht dienen. Ebensowenig akzeptierte der HFV auch die damals kolportierte Forderung Costa Ricas nach einem "Begrüßungsgeld" von 300 000 Dollar. Am Ende kamen nur WM-Touristen, die Nationalteams logierten lieber in First-Class-Hotels.

Tribüne mit 400 Plätzen geplant

Die Sportschule Grünberg wurde 1954 noch als reine Trainingsstätte errichtet und später mehrfach erweitert und modernisiert. Zuletzt hatte der Landesverband vor zwei Jahren eine sechsstellige Summe in einen neuen Wellness- und Sauna-Bereich gesteckt. In ähnlicher Größenordnung wird jetzt investiert, dies eben auch im Blick auf die EM 2024, wie Sportschul-Chef Thomas Schmitt im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung erklärt. Läuft alles wunschgemäß, rücken diesen Herbst bereits die Baumaschinen an. Geplant ist zum ersten ein Neubau linker Hand des alten Parkplatzes, vor dem geschlossenen Teil des Wandelgangs. Das Gebäude wird im Erdgeschoss einen großen, doch unterteilbaren Seminarraum, im Obergeschoss zwölf Unterkünfte für Sportler beherbergen. Damit, so Schmitt, könne man die bisher im fünften Stock des Hotels befindlichen Seminarräume zu weiteren Zimmern "umnutzen".

Zweite große Baustelle betrifft den Trainingsplatz 4: Dieser wird zu zwei Kleinspielfeldern umgestaltet, auf der Hangseite zudem eine Tribüne mit 400 Plätzen neu geschaffen. Die Aschenbahn wird zurückgebaut, auf der östlichen Seite entsteht dafür eine 120 Meter lange Laufstrecke mit zwei Bahnen. Auf der sollen künftig nicht nur Profis Sprints üben, sie ist auch für Schiedsrichter gedacht. Apropos: Für die EURO 2024 werden auch Quartiere für die Referees gesucht. Kann also sein, dass es 2024 nicht "Allez les Bleus!" heißt, sondern "Das war doch Rot, Frau Steinhaus!" (tb)

Quelle: Gießener Allgemeine

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare