Zwangspause

Publikum stärkt Licher "Traumstern" den Rücken

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Sendepause - bis mindestens 19. April tut sich in den Kinos: nichts. Der Spielbetrieb ruht, die Türen sind verschlossen. Momentaufnahmen aus den Lichtspielhäusern in Grünberg und Lich.

Sendepause - bis mindestens 19. April tut sich in den Kinos: nichts. Der Spielbetrieb ruht, die Türen sind verschlossen. "Eine Woche Zwangspause hab ich hinter mir", seufzt Edith Weber. Angesichts der besonderen Umstände für ihr Familienunternehmen durch die Corona-Krise bezeichnet sich die Grünberger Kinobetreiberin selbst erstaunlicherweise als "total ruhig".

Zwangspause auch in Grünberg

Der Betrieb in ihrem Lichtspielhaus endete bereits am vorvergangenen Montag - schon zwei Tage vor dem landesweiten Aus für den Spielbetrieb blieb die Leinwand in den beiden Kinosälen, dem "Turm" und dem "Apollo" dunkel. Wie es - irgendwann - weitergeht? "Lassen Sie uns doch erst mal Luft holen", hatte Weber noch vor Wochenfrist auf Anfrage dieser Zeitung gebeten. Inzwischen hat die Kino-Chefin Büroarbeiten erledigt, Filmfestplatten an die Verleiher zurückgeschickt. "Etwa die von den Schulkinowochen, die aber sowieso erst gar nicht stattgefunden haben", so Weber.

Minijobber ohne Aufgaben

In großen Lettern prangt von der Reklametafel in Grünberg: "Unsere Kinos bleiben vorerst geschlossen. Bleiben Sie gesund!" Dieser Wunsch ist auch an jene adressiert, die den Betrieb im Kino in "normalen Zeiten" am Laufen halten: Filmvorführer und Kioskmitarbeiter etwa, die in Grünberg ausschließlich als Minijobber im Einsatz sind.

Zehnkarten für bessere Zeiten

Ein paar Kilometer weiter in Lich nehmen die Kinoleute die Dinge beherzt in die Hand. Am Wochenende ursprünglich in einer privaten Initiative von Edgar Langer und Hans Gsänger noch an einen relativ überschaubaren Kreis von Unterstützern und Förderern gerichtet, wird eine E-Mail der "Traumstern"-Betreiber seitdem fleißig weitergeschickt und über die sozialen Medien verbreitet: Ihr Vorschlag, die zu befürchtenden finanziellen Schwierigkeiten durch den Kauf von Zehner-Kinokarten abzumildern helfen, fiel auf fruchtbaren Boden. Die Sache sei "ziemlich gut angelaufen", freute sich Langer am Montagmittag auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Nachahmer willkommen

Die ersten Einzahlungen, sowohl Überweisungen für die Kinokarten als auch Spenden, seien bereits auf dem Konto eingegangen. Allseits gebe es Zeichen einer großen Solidarität. "Es gibt total viele aufmunternde Worte und Durchhalteparolen. Bei so vielen Rückmeldungen kriegt man mit, dass es noch Sinn macht, weiterzukämpfen", so Langer. Kreativ und vielseitig sei die Art der Hilfe, darunter auch folgende: "Eine Firma aus Lich hat sich gemeldet und 100 Einzelkarten geordert, um sie an ihre Kunden weiterzugeben." Nachahmer sind willkommen, das versteht sich von selbst.

Kleinunternehmen hfofen

Engen Kontakt halten Langer und Gsänger mit "ihren" Leuten. "Wir müssen schauen, wie wir sie unterstützen können", sagt Langer mit Blick auf die sieben Mitarbeiter, die auch im "Traumstern" ausschließlich im Minijob tätig sind. Was die Förderung von Kleinunternehmen wie auch den beiden heimischen Kinos angehe, setze man entsprechende Erwartungen vor allem in eine für diesen Dienstag erwartete Entscheidung der hessischen Landesregierung.

Programmplanung undenkbar

Planbar ist kurz- und mittelfristig allerdings kaum etwas. "Wir können uns kein Programm überlegen. Filmstarts sind auf unbestimmte Zeit verschoben", so Langer. Man versuche, Verträge ordentlich abzuwickeln. "Zum Glück läuft das alles sehr fair in unserer Branche", versichert der Kinobetreiber. (Foto: pm)

Quelle: Gießener Allgemeine

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