Konzert

Bürgermeister am Flaschenklavier

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Klassische und kuriose Instrumente erklingen beim Neujahrskonzert in Großen-Buseck.

Die zahlreichen Gäste des Neujahrskonzertes dürften ihr Kommen nicht bereut haben. Versprochen waren "Schöne Klänge zum Neuen Jahr!". Und dieses Versprechen wurde in dem fast dreistündigen Konzert mit wunderschönen Melodien, pfiffigen Arrangements und ausgefeilten Dynamiken vollends eingelöst. Für die Musikvielfalt auf den unterschiedlichsten Instrumenten, aber stets im orchestralen Einklang, sorgten zunächst die "Spielleute der Busecker Schlossremise" unter Leitung von Matthias Schulze und später das Blasorchester der TSG Steinbach unter Leitung von Alexander Fischer.

Schon nach den ersten beiden ineinanderfließenden Stücken (Bizets Suite No. 1 aus Carmen und Gallito von Santiago Lope) zeigte sich, dass Martina Herzberger wiederum gut vorbereitet in die Moderation ging. Zum verbindenden Element erklärte sie: "Im Rhythmus der spanischen Melodien in der Art des Paso Doble wird das prickelnde Spiel zwischen den Geschlechtern beschrieben."

Schirmherr Bürgermeister Dirk Haas griff das 40-jährige Jubiläum der Großgemeinde auf und erinnerte daran, was die Welt 1977 bewegte. In den USA wurde ein Präsident vereidigt. Es war der Demokrat Jimmy Carter, der vom Erdnussbauer zum 39. Präsidenten aufstieg. Der Terror der RAF bestimmte die Lage in Deutschland. Musikalisch beherrschten Abba, Boney M und Smokie die Hitparaden. Haas selbst machte Musik als Bassist in einer christlichen Band und war als Jugendvertreter im Vorstand der TSG Steinbach. Hier gab es neben dem Sport noch den Spielmannszug, die Umstellung auf das Orchester stand kurz bevor. Haas warf einen Blick auf die anstehende zweite Saison "Musik im Park": "Auch hier wird das TSG-Blasorchester sicher ein Highlight sein."

Zurück zu den Spielleuten der Busecker Schlossremise: Diese gefielen nach dem mit der nötigen Brise Schwermut dargebotenen "Wolgalied" mit einem geradezu federleicht beschwingenden "Bummel Petrus". Fast 100 Jahre nach der Erstaufführung lag etlichen Besuchern der Refrain "… weil der alte Bengel, heut mit einem Engel einen kleinen Bummel macht" auf den Lippen. Einfallsreich und zugleich eindrucksvoll gestaltete sich der Wechsel vom Spielleute-Orchester zu den FireBeazz.

Zunächst wurde die Titelmusik zu "Game of Thrones" in der Ursprungsfassung des deutsch-iranischen Komponisten Ramin Djawadi gespielt, dann verließen die Orchestermusiker mit Ausnahme der FireBeazz die Bühne und das gleiche Stück war noch einmal nach einer Komposition des Norwegers Da Tweekaz im Hart-Style zu hören.

Bei "Sweet Lovin" überzeugte Bianca Poloschek mit dem richtigen Timbre. Der Beifall war noch nicht verklungen, da saßen die Musiker wieder vollzählig an ihren Instrumenten, um nach weiteren Märschen und Polkas mit der Filmmusik von "Forrest Gump" eines von vielen musikalischen Glanzlichtern zu setzen. Nach herzlichem Applaus läuteten sie mit dem offiziellen Marsch der belgischen Fallschirmspringer als Zugabe die Pause ein.

Mit mehr als einer Kostprobe ihres grandiosen Neujahrskonzertes präsentierte sich das Blasorchester der TSG Steinbach mit einem fulminanten Kometenflug (Konzertmarsch von Alexander Pfluger) bis hin zu "Over the Rainbow" (Bianca Poloschek) und "What a wonderful world" (Thomas Novak). Für eine humorvolle Einlage auf dem Flaschen-Klavier zum Walzer "An der schönen blauen Donau" wurden Haas und der ehemalige Bürgermeister Erhard Reinl als "Freiwillige" von Carsten Schäfer bestimmt, der im Plauderton durch den zweiten Konzertteil führte.

Er sagte: "Das Orchester präsentiert sich heute zwischen Ratiopharm und Grippostad." Elf Musiker fehlten krankheitsbedingt. Dennoch ein Neujahrsauftakt nach Maß.

Quelle: Gießener Allgemeine

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