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Streifzug durch 50 Jahre Heimatverein Beuern

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Zur flotten Musik zur »Motor-Biene« eröffnete die Tanzgruppe des TSV Beuern das Programm.
Zur flotten Musik zur »Motor-Biene« eröffnete die Tanzgruppe des TSV Beuern das Programm. © Siglinde Wagner

Buseck (siw). Als Verkehrsverein gegründet und nun Heimatverein, bei dem die Kleinkunst ganz groß geschrieben wird: 50 Jahre Vereinsgeschichte ließ der Vorsitzende Erich Handloser am Jubiläumsabend in der ausverkauften Willy-Czech-Halle Revue passieren. Die »Schrägen Töne«, die Laienschauspieler der vereinseigenen Theatergruppe sowie die Tanzgruppe des Turn- und Sportvereins Beuern sorgten dabei für ein erfrischend abwechslungsreiches Programm.

Bürgermeister Erhard Reinl dankte für die vielen schönen Stunden, die der Verein »den Mitbürgern in all diesen Jahren geschenkt hat«. In Bezug auf die Ausstellungen im »Alten Faselstall« erklärte Reinl: »Gerade die Vergangenheit im Bewusstsein bewahren, ist in unserer heutigen sehr schnelllebigen Zeit besonders wichtig.« Der Verein beeindrucke auch mit einer breiten Aufstellung, stellte Norbert Weigelt, Vorsitzender der Gemeindevertretung, fest: »Das fängt bei den eigenen Wanderungen an und geht bis zu den schon legendären Wissgoadefesten.«

Zuwachs dank Kleinkunst

»Ihr seid ein quicklebendiges Rädchen im Getriebe der Gemeinde und macht das Leben in Beuern ein Stück lebenswerter«, sagte Ortsvorsteher Markus Scheld. Dabei ist man gleichzeitig aktiver Teil des örtlichen Vereinslebens, was sich auch daran zeigt, dass an dem Abend andere Ortsvereine die Bewirtung übernahmen.

Die Tanzgruppe des TSV Beuern unter Leitung von Diana Otto eröffnete das dreistündige, kurzweilige Programm zur »Motorbiene« und stellte damit den Bezug zum Motor-Sport-Club (MSC) Beuern her. Der einst riesige Besucherandrang bei dessen Weltmeisterläufen gab 1965 den Anstoß zur Gründung des Verkehrsvereins. Das große Ziel, das Krebsbachdörfchen zu einer Perle des Tourismus zu machen, wurde zwar verfehlt, dafür aber vieles andere erreicht.

Im Juni 1980 wurde der Verkehrsverein Beuern in Heimatverein Beuern umbenannt. Dieter Schäfer war Vorsitzender des Heimatvereins sowie des Vereins, der extra zum 800-jährigen Dorfjubiläum in 2005 gegründet wurde. Sein enormes Engagement wurde am Samstagabend zusätzlich zur Auszeichnung als Gründer gewürdigt.

Nach den Feierlichkeiten zum Dorfjubiläum waren der Zusammenhalt und das Interesse an neuen Veranstaltungen sehr groß und letztlich Antrieb für den Heimatverein, in 2006 die Abteilung »Kleinkunst und Kultur« einzurichten. Dadurch erlebte der Verein einen Mitgliederzuwachs. Maßgeblich am Erfolg beteiligt sind die stellvertretende Vorsitzende und Mundartsängerin Rita Mattern (Handloser: »Is best Steck, gout, dass mer dich hu«) sowie Handlosers Ehefrau Margitta.

Die Theaterstücke der stets ausverkauften »Bunten Abende« rief Handloser mit einem thematischen Streifzug in Erinnerung, während sich die Schauspieler mimisch und in der entsprechenden Verkleidung den Gästen präsentierten. Gleiches geschah für die Wissgoadefeste (Kartoffelfest, Entenrennen, Krebsbachstrand). Zuvor hatte Professor Dr. Markus Fersensporn (Daniel Rittershaus) über die Wanderbewegung des Vereins philosophiert, wobei ihn mehrfach eine singende und von Akkordeonist Wilhelm Sommerlad angeführte Wandergruppe störte. Im »MSC-Büro« demonstrierten Brigitte Krämer und Theo Nauheimer, dass die Zimmervermittlung für das internationale Publikum völlig ohne Fremdsprachenkenntnisse funktionierte. Beuerner Platt wird halt weltweit verstanden.

Nach der Pause folgte der Einmarsch der Maskierten in Erinnerung an die Rosenmontags- und Maskenbälle, die der Verein von 1966 bis 1990 ausrichtete. Großen Anteil am Gelingen des Jubiläumsabend hatten die »Schrägen Töne«, die alles andere als schräg erklangen. Für ihre auf den jeweiligen Zeitabschnitt abgestimmten Medleys, unter anderem »ABBA« und »Udo Jürgens« sowie die teils selbst geschriebenen Mundartstücke (Mer sei ean Beuern) wurden sie regelrecht bejubelt.

Besonders bewegend war der Moment, als Rita Mattern »Der sälwe Muu« anstimmte«. Das ging unter die Haut und erinnerte an den glanzvollen Abschluss zum Dorfjubiläum in der Kirche.

Handloser beschloss das Programm mit den Worten: »Lasst euch Zeit mit dem Heimgehen«. Zu Live-Musik von Alfons wurde noch bis tief in die Nacht hinein gefeiert.

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