Nationalhymne zum krönenden Abschluss

Buseck (siw). Stehender Applaus, drei Zugaben als Dank dafür und die deutsche Nationalhymne zum würdigen Abschluss eines hochkarätigen Konzerts: Das konnten weit über 450 Gäste am Dienstagabend im Kulturzentrum am Schlosspark genießen. Hier gab das in Kassel stationierte Heeresmusikkorps 2 der Bundeswehr nicht zum ersten Mal ein Wohltätigkeitskonzert.

Buseck (siw). Stehender Applaus, drei Zugaben als Dank dafür und die deutsche Nationalhymne zum würdigen Abschluss eines hochkarätigen Konzerts: Das konnten weit über 450 Gäste am Dienstagabend im Kulturzentrum am Schlosspark genießen. Hier gab das in Kassel stationierte Heeresmusikkorps 2 der Bundeswehr nicht zum ersten Mal ein Wohltätigkeitskonzert. Allein in der zwölfjährigen Amtszeit von Bürgermeister Erhard Reinl, Schirmherr der Veranstaltung, waren die Bundeswehrmusiker dreimal im Kulturzentrum in Großen-Buseck und einmal in der Harbig-Halle in Alten-Buseck zu Gast und erwiesen sich stets vor großem Publikum als Garanten für ein musikalisches Erlebnis vom Feinsten.

"Arbeit mit und für behinderte Mitbürger ist eine Arbeit am Nächsten", betonte Reinl, der aus den politischen und sozialen Gremien und Organisationen zahlreiche Vertreter begrüßen konnte, darunter auch die zukünftige Landrätin Anita Schneider.

"Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderung am Gesellschaftsleben teilhaben zu lassen", unterstrich die Buseckerin Kornelia Steller-Nass, Mitstreiterin im Verein "Aktion für Menschen mit Behinderung in Stadt- und Landkreis Gießen". Und dass die auch viel Spaß an der Musik haben, wurde zum einen beim Musizieren von Schülerinnen und Schülern der Musik-AG der Albert-Schweitzer-Schule, die nach der Pause mit "Salibonani" eine kleine Percussion-Einlage boten, und zum anderen durch spontane und freudige Beifallsbekundungen offensichtlich.

Sowohl akustisch wie auch optisch boten die 55 Männer und vier Frauen des Heeresmusikkorps mit Solo-Fanfaren eine prächtige Eröffnung des Konzertes mit dem "Fehrbelliner Reitermarsch". Ausführlichen Erläuterungen zu den Darbietungen gab Oberstleutnant Reinhard Kiauka, der seit Mai 2008 als Kapellmeister das Korps leitet.

Den Auszügen aus "Carmina Burana", eine meisterhafte Vertonung von Carl Orff, folgte "Victor’s Tale aus dem Film "The Terminal" von einem der bekanntesten Filmkomponisten Hollywoods, John Williams. Zauberhaft "erzählte" die Solo-Klarinette, gespielt von Hauptfeldwebel Christian Schmidt, den Inhalt des Films, der gleichzeitig in Ausschnitten auf einer Leinwand zu sehen war.

"Den Klarinetten-Muckl auf einer Tuba gespielt, geht das?" Nach der rhetorischen Frage des Kapellmeisters trat Hauptfeldwebel Patrick Blume den Beweis an: Kurz, gut und unglaublich schnell, ein Meister der Tuba. Das war den Zuhörern einen besonders heftigen Applaus wert.

Die Botschaft der "Arche Noah", in einer Komposition von Bert Appermont, wurde durch die Soli von Flügel- und Tenorhorn verkündet, das tiermusikalische Klangbild abgebildet durch ein wuchtiges Tubenregister (Stampfen der großen Tiere), die Solo-Klarinetten standen für die leichtfüßigen Tiere und die Flöten für die Vögel. Mit diesem lautmalerischen Werk wurden die Besucher in die biblische Geschichte hineinversetzt. Das lautstarke, gewaltige Schaukeln der Arche in den Fluten mündete in einem äußersten Pianissimo - ganz leise, aber voller Hoffnung.

Mit Rudolf Herzers Marsch "Hoch Heidecksburg" verabschiedeten sich die Musikerinnen und Musiker in die Pause, in der sich die Gäste mit Getränken, aber auch mit Informationen über die Arbeit des Heeresmusikkorps und der "Aktion für Menschen mit Behinderung" versorgen konnten.

Dem dramatischen Einstieg in die zweite Konzerthälfte mit der Filmmusik aus dem Klassiker "Das Boot" schloss sich ein unbeschwerter Spaziergang durch den "MacArthur Park" an. Hauptfeldwebel Rainer Hartl, ein Musiker aus den eigenen Reihen, hatte diese Komposition von Jimmy Webb für das Heeresmusikkorps arrangiert. Sie erhielt mit Oberfeldwebel Björn Zimmermann und dem Sopran-Saxofon eine besondere Note.

Nach Theodore Roosevelt, einem der populärsten Präsidenten der amerikanischen Geschichte, war das nächste Stück benannt. Der zackige Marsch "Uncle Teddy" stammte aus dem großen Repertoire des böhmischen Komponisten Julius Fucik. Mit über 400 Kompositionen gehört auch Ernesto Lecuona zu den ganz Großen seines Genres. Wiederum in einem Arrangement von Hartl bot das Korps mit "Malaguena" einen Ausflug in die Karibik.

Laut Programm bildete das Udo-Jürgens-Medley - gesanglich von Stabsfeldwebel Udo Seifert begleitet - einen unterhaltsam-lockeren Abschluss. Doch wer die Events des Heeresmusikkorps kennt, weiß, dass diese nicht ohne Zugabe zu Ende gehen. Nach dem Radetzky-Marsch und "Alte Kameraden" wurde das Konzert mit der Nationalhymne würdig abgerundet.

Zu 100 Prozent kommt der Erlös aus der Veranstaltung der "Aktion Menschen mit Behinderung", zugute. Der Aktions-Vorsitzende Peter Reinwald dankte den Musikern, den Gästen und der Gemeinde Buseck sowie allen, die die Veranstaltung ideell und materiell unterstützt hatten. Für die gute Organisation dankte Reinwald besonders Kornelia Steller-Nass, Daniela Jensen und Gerhard Weber. "Dank der Busecker Bevölkerung (auch etliche Spenden waren eingegangen) sind die nächsten Projekte gesichert", freute sich Steller-Nass.

Quelle: Gießener Allgemeine

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