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Dringend benötigter Wohnraum: Neues Baugebiet soll Menschen anziehen

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In Allendorf entstehen 39 neue Baugrundstücke. Es soll möglichst „ökologisch und nachhaltig“ gebaut werden. Die Stadt hofft auf Käufer für die Grundstücke.

Allendorf - Im Neubaugebiet Hege II können nach dem vollzogenen Spatenstich eine Ringstraße und 39 Baugrundstücke errichtet werden. Dem Bebauungsplan stimmte das Stadtparlament vor zwei Monaten zu. Nun kann, bei sinkenden Einwohnerzahlen in Allendorf, dringend benötigter Wohnraum entstehen.

Ein bisschen Hoffnung schwang da bei Bürgermeister Thomas Benz schon mit, als er mit den Verantwortlichen auf dem noch kargen Baugebiet Hege II stand. 25 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen des Projekts - Hochbaumaßnahmen inklusive. Benz soll bei Amtsantritt das Schrumpfen der Bevölkerung prognostiziert worden sein. Er freute sich daher besonders über die Schaffung von Wohnraum, der bisher zu 74 Prozent reserviert wurde. Das sind 29 der 39 verfügbaren Baugrundstücke. Der Quadratmeterpreis beträgt hier 189 Euro.

Allendorf: 15 Grundstücke sind für Einfamilienhäuser bestimmt, 20 für Doppelhäuser

Zehn Interessenten seien wegen der geopolitischen Lage, also den daraus resultierenden Unsicherheiten auf den Märkten, zurückgetreten. Dennoch soll es nun in Allendorf einen positiveren Trend mit Blick auf die Bevölkerungszahl geben: »Wir arbeiten mit Projekten wie diesen daran, dass die Situation nicht ganz so negativ wird, wie geschätzt wurde«, teilte Benz mit. Aus der Verwaltung waren auch der amtierende Bauamtsleiter Felix Jung und dessen Vorgänger Dieter Hilbert anwesend. Beide sind mit dem Projekt vertraut. Benz dankte der Projektentwicklungsgesellschaft Allendorf Hege II für ihre Bemühungen. Sie wurde durch Tanja Ohlwein und Michael Lotz beim symbolischen Spatenstich vertreten.

Im Neubaugebiet Hege II können nun die Erschließungsarbeiten beginnen, die von der Firma »Grün & Scherer« ausgeführt werden. Eine Ringstraße, die bei Fertigstellung an die Stadt übergeben wird, soll an das bestehende Straßennetz angeschlossen werden. Die Arbeiten könnten schätzungsweise bis August 2023 abgeschlossen sein. Die dann entstandenen 39 Baugrundstücke teilen sich wie folgt auf, erläuterte Dieter Hilbert: 15 Grundstücke sind für Einfamilienhäuser bestimmt, 20 für Doppelhäuser und vier für Mehrfamilienhäuser. Dabei sollen Bauherren möglichst auf eine »ökologische und nachhaltige Bauweise« achten.

So sollen etwa Hauskäufer dazu angehalten worden sein, wenigstens bauliche Vorbereitungen für Fotovoltaik auf ihren Dächern errichten zu lassen. Am besten sei jedoch, sofort die Anlagen auf dem Dach installieren zu lassen. Das sei immer günstiger, als erst später nachzurüsten, waren sich die Experten einig. »Bauherren bekommen eine umfassende Gestaltungsfibel für nachhaltiges Bauen an die Hand, die online bei der Kommune heruntergeladen werden kann«, informierte Tanja Ohlwein.

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Offizieller Startschuss für die Erschließungsarbeiten im neuen Baugebiet ist der symbolische erste Spatenstich. © Emanuel Zylla

Neubaugebiet in Allendorf: Fotovoltaikanlagen und Ladestationen für Elektroautos

Die Beheizung übernehmen die Stadtwerke Gießen (SWG). Vertriebsleiter Andreas Fuchs bestätigte, dass das Neubaugebiet mit einer zeitgemäßen und vor allem ökologischen Pellet-Anlage, die mittels Fernwärme betrieben wird, versorgt wird. Die nutzen alle Hausbesitzer in diesem Wohngebiet. Handwerker- oder Materialmangel seien dann für Hausbesitzer kein Problem mehr, wenn sich die SWG zentral darum kümmere, so Fuchs. Der Wirkungsgrad beim Blockheizkraftwerk liege bei 86 Prozent Pellets und 14 Prozent Gas.

Zwei öffentliche Ladestationen für Elektroautos sollen zudem in dem Neubaugebiet zur Verfügung gestellt werden. Mehr Lademöglichkeiten würden weder für die SWG noch deren Kunden sinnvoll sein, klärte Fuchs auf. Hier soll zukünftig das Laden der Fahrzeuge mit leerem Batteriestand über Nacht passieren können. (zy)

Neue Bewohner Allendorfs können sich auf einen Dirtpark freuen. Auf dem früheren Friedhof plant die Stadt eine kurvenreiche, hügelige Piste für Mountainbikes.

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