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Louisa sucht ihren Lebensretter

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Von: Redaktion

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Mit einer kleinen Blutspende kann einem Blutkrebs-Patienten das Leben gerettet werden. Am Sonntag gibt es in Allendorf die Chance, sich bei der DKMS zu registrieren. (Foto: dpa)
Mit einer kleinen Blutspende kann einem Blutkrebs-Patienten das Leben gerettet werden. Am Sonntag gibt es in Allendorf die Chance, sich bei der DKMS zu registrieren. (Foto: dpa) © Oliver Killig (dpa-Zentralbild)

Louisa Tuschla leidet an einer schweren Autoimmunerkrankung und wartet auf einen Stammzellenspender. In Allendorf/Lumda werden am Sonntag Spender gesucht. Hier gibt es alle Infos zur Aktion.

Louisa Tuschla sucht weiter nach ihrem »genetischen Zwilling«. Die 21-jährige aus Allendorf/Lumda leidet an der seltenen Hemmkörperhämophilie – eine Erbkrankheit, bei der die Blutgerinnung gestört ist.

Um einen passenden Stammzellenspender für Louisa und für Patienten weltweit zu finden, können sich potenzielle Spender am Sonntag, 6. August, von 11 bis 16 Uhr im Allendorfer Bürgerhaus bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Im Vorfeld der Typisierungsaktion beantwortet Maria Schmidt von der DKMS die wichtigsten Fragen:

Warum sollte ich mich registrieren lassen?

Es ist wichtig, dass sich so viele Menschen wie möglich als potenzielle Spender registrieren. Die Gewebemerkmale von Patient und Spender müssen nahezu hundertprozentig übereinstimmen, damit eine Transplantation erfolgreich durchgeführt werden kann. Das ist allerdings äußerst selten. Bei häufigen Merkmalskombinationen kann ein Spender unter 20 000 gefunden werden. Bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein passender Spender.

Wer kommt als Spender in Frage, wer nicht?

Jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren, der mindestens 50 Kilogramm wiegt. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Erkrankungen wie beispielsweise Rheuma, fast alle Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D.

Was kostet mich die Aufnahme in die DKMS?

Die Bestimmung der Gewebemerkmale ist eine sehr aufwendige und teure Laboruntersuchung. Für jede Neuaufnahme inklusive Typisierung, Material, Logistik und Personal entstehen Kosten in Höhe von 40 Euro. Nach einer anfänglichen Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit und die Deutsche Krebshilfe ist die DKMS seit Ende 1994 für den Ausbau der Datei finanziell auf sich gestellt. Die Spenderneugewinnung wird seitdem über Privat- und Firmenspenden finanziert.

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten?

Nein, die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.

Wie läuft die Registrierung in Allendorf ab?

Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Das ist eine Sache von maximal 10 Minuten und ein kleiner Piks. Die Blutprobe wird dann ins Labor geschickt, um die Gewebemerkmale zu bestimmen. Eine Registrierung auch online unter www.dkms.de möglich.

Was bedeutet eine Registrierung für mich?

Die Registrierung beinhaltet zunächst nicht die bindende Verpflichtung zu einer tatsächlichen Stammzellspende. Oft kommt es erst nach Jahren zu einer Anfrage. In dieser Zeit können im Leben eines Spenders Umstände eingetreten sein, die eine Stammzellspende unmöglich machen.

Ich komme als Spender in Frage. Was nun?

Der potenzielle Spender muss entscheiden, ob er für den Patienten zur Verfügung stehen will. Wenn er zustimmt, wird bei ihm ein Gesundheits-Check-up durchgeführt.

Wie werden mir Knochenmark oder Stammzellen entnommen?

Es gibt zwei verschiedene Verfahren. Bei der wesentlich häufigeren Methode wird dem Spender über mehrere Tage ein Medikament verabreicht. Das regt die Produktion der Stammzellen im Knochenmark an. und schwemmt dieses in die Blutbahn aus. Nach der Vorbehandlung werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt. Seltener durchgeführt wird die Knochenmarkentnahme. Dabei wird dem Spender das Blut-Knochenmarkgemisch unter Vollnarkose direkt aus dem Beckenkamm entnommen. Es bildet sich nach zwei Wochen vollständig nach.

Muss ich mich auf einen längeren Krankenhausaufenthalt gefasst machen?

Nur bei der Knochenmarkentnahme ist ein Krankenhausaufenthalt von zwei bis drei Tagen nötig. Die periphere Stammzellspende wird ambulant durchgeführt und dauert in der Regel vier Stunden.

Muss ich den Krankenhausaufhalt bezahlen?

Die DKMS kooperiert mit ausgesuchten und routinierten Entnahmezentren. Die gesamte Reiseabwicklung inklusive Unterkunft übernimmt die DKMS.

Welche Risiken gibt es bei der Stammzellentnahme?

Bei der Knochenmarkentnahme besteht für ein paar Tage ein lokaler Wundschmerz. Das Risiko beschränkt sich auf das übliche Narkoserisiko. Bei der peripheren Stammzellspende können während der Vorbereitungsphase grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nicht bekannt.

Kampf gegen Blutkrebs

Das ist die DKMS

Die DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben hat. Sie wurde vor 26 Jahren in Deutschland gegründet. Weltweit haben sich mehr als 7,4 Millionen Spender registriert. Sie hat über 600 Mitarbeiter aus mehr als 20 Nationen. (pm)

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