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Zollfahnder stellten gefälschte Vergaser sicher

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Marburg (pm). Beamte des Zollfahndungsamts in Frankfurt durchsuchten am Dienstag, dem »Welttag des geistigen Eigentums«, eine Firma in Marburg. Diese steht im Verdacht, gefälschte Vergaser des Markenherstellers »Keihin« verkauft zu haben. Die Zollfahnder stellten 277 Vergaser-Fälschungen sowie Aufzeichnungen über den An- und Verkauf sicher.

Der Tatumfang, der über Internetshops verkauften Fälschungen, beläuft sich nach derzeitigem Ermittlungsstand auf mehr als 1200 Vergaser mit einem Gesamtvolumen von etwa 110 000 Euro. Das teilte das Zollfahndungsamt am Mittwoch mit.

In der Wohnung des 40-jährigen Gesellschafters der Firma entdeckten die Beamten in einem Wandversteck zudem eine Aufzuchtsanlage für Cannabispflanzen, bestückt mit sechs Pflanzen, sowie etwa 10 Gramm frisch geerntetes Marihuana.

Das Ermittlungsverfahren gegen die Marburger Firma wird unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Marburg geführt. Auslöser der Ermittlungen waren Testkäufe des Markenrechtsinhabers, durch die nachgewiesen werden konnte, dass es sich bei den von der Marburger Firma verkauften Vergasern um Fälschungen handelt.

Bei den gefälschten Vergasern gehtt es sich um Bauteile, die in erster Linie bei sogenannten »Dirt Bike Motoren« und »Pocket Bike Motoren« Verwendung finden.

Den beiden 40 und 45 Jahre alten Beschuldigten (Gesellschafter der Firma) droht nun wegen Verstoßes gegen das Markengesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, so Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher der Frankfurter Zollfahndung.

»Das Fälschen und Nachahmen von Markenprodukten stellt für deutsche Unternehmen, aber auch für Bürgerinnen und Bürger, eine ernste Bedrohung dar. Nicht nur Arbeitsplätze sind gefährdet, sondern auch die Gesundheit jedes Einzelnen. Ist zum Beispiel ein gefälschtes Bauteil in einem Fahrzeug ursächlich für den Unfall verantwortlich, könnte jeder Verkehrsteilnehmer davon betroffen sein«, sagte Schmidt.

120 000 Produkte sichergestellt

Im vergangen Jahr führte das Zollfahndungsamt in der Stadt am Main, zu dessen Zuständigkeitsbereich die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz das Saarland sowie zwölf angrenzende Landkreise gehören, 40 Ermittlungsverfahren wegen Plagiat- und Fälschungsverstößen durch. Knapp 120 000 Produkte stellten die Beamten sicher. Darunter unter anderem Uhren, Mobiltelefone, Bekleidung, Stromkabel, Kfz-Dichtungen und Medikamente.

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