1. Wetterauer Zeitung
  2. Hessen

Wolfgang Dinters Wunsch: Rückkehr der Schule in den Amthof

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Lahnau (mo). Am letzten Schultag stand der Leiter der Grundschule Atzbach, Wolfgang Dinter, mit seiner Gitarre im Kreis der Grundschüler und des Kollegiums auf dem Schulhof in Krofdorf und besang mit den Kindern die beginnenden Sommerferien. Es war der letzte von ungezählten Diensten mit der Gitarre für seine Schüler. Verabschiedet wurde der beliebte Schulleiter am Dienstag.

Schüler sangen ihm Lieder und spielten in Anspielung auf kommende Zeiten ein Theaterstück: »Das Ruhekissen«.

Für den Abend hatte Wolfgang Dinter das Kollegium, offizielle Vertreter des Schulamtes, Vertreter von Atzbacher Kindergärten, der Lahntalschule und weiterer Grundschulen, der Kommune, der Kirchen und seine Familie zur Verabschiedungsfeier in das Haus der Begegnung der evangelischen Kirchengemeinde eingeladen. Gerne hätte Wolfgang Dinter die Verabschiedung im Klassenzimmer im Amthof, der Atzbacher Grundschule, gesehen. Dort hatte er seine ersten Schritte als ABC Schütze gemacht. Doch die Sperrung der Schule verhinderte das.

1960 im Amthof eingeschult...

Schulamtsdirektor Thomas Weber, der Wolfgang Dinter die Freistellungs-Vorruhestands-Urkunde überreichte, skizzierte das Leben des Mannes, der 1953 in Atzbach geboren, 1960 im Amthof eingeschult wurde, 1994 als Hauptlehrer an die Grundschule Atzbach zurückkehrte und am 1. 8. 1995 seine offizielle Ernennung als Schulleiter erhielt. Der Werdegang: 1964 bis 1973 Besuch der Herderschule in Gießen bis zum Abitur. 1973 bis 1976 Studium von Sport, Mathematik und Biologie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, 1976 das 1.

Staatsexamen, 1977-1979 Referendariat an der Grundschule Waldgirmes, 1979 das 2. Staatsexamen, 1979 -1984 Vertreter der DEBEKA (Freie Wirtschaft), 1. 8. 1984 Einstellung als Lehrer im Hauptschul-Sonderprogramm im Angestelltenverhältnis mit einer Zweidrittelstelle an der Geschwister-Scholl-Schule, 1. 2. 1988 Anstellung als Beamter auf Probe, ein Jahr später als Beamter auf Lebenszeit und ab 1. 2. 90 mit voller Stelle ausgestattet. In den Jahren 1991-1993 gehörten Aufgaben wie 12 Stunden Abordnung an das Hessische Institut für Lehrerfortbildung und eine Zweidrittelabordnung als Hilfsdezernent am RP zu seinen Aufgaben. 1994 folgte der Ruf nach Atzbach.

Thomas Weber nannte eine breite Palette von Aufgaben, die Wolfgang Dinter zum Wohle der Schule mit dem Kollegium in Angriff nahm und sprach von Perspektiven zur Ausgestaltung der Schule mit Grundsätzen zur effektiveren Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsprozesse. Es ging um die Öffnung der Schule »Schule im Dorf - Dorf in der Schule«, um Ausbau der Betreuung, Erarbeitung von neuen Konzepten für Lesen, Schreiben und Mathematik.

Vieles mehr wie die Schulhofgestaltung, Einrichtung der Bücherei mit Büchereifesten, Kooperation mit dem Musikzug, Förderung der Aufführung eines Musicals und Verwaltung des Schulbudgets nannte Thomas Weber und bestätigte Wolfgang Dinter: »Alle diese Aufgaben erfüllten Sie als Schulleiter mit Fleiß, Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl und Zielstrebigkeit«.

»Ihre letzten Aufgaben und ihre Kraft galten seit Februar 2010 dem Erhalt des Grundschulstandortes Amthof. Dieser Kampf ist noch nicht gewonnen«, so der Schulamtsdirektor. Pfarrerin Manuela Bünger packte dem scheidenden Schulleiter einen Abschiedskoffer, reich gefüllt mit vielen erfreulichen Erinnerungen, aber auch mancher Last und Mühe und hob hervor: »Gott, der alle Höhen und Tiefen Ihres Lebens kennt, möge Sie weiter begleiten und segnen«.

Nach einem Klaviervortrag der zehnjährigen Kirsten Papsch waren es die Lehrerinnen Gaby Werner und Eva Probst-Menges, die zu einer Bilderreise mit Schulleiter Wolfgang Dinter und der Schule über die Zeit von 1994 bis 2011 einluden. Bezeichnend war dabei das immer wiederholte Wörtchen: »erstmals« - wurde in der Schule angeboten, z. B. ein Sommerferienabschluss, oder eine Fahrradtour für die 4. Schuljahre, oder die Bildung des Förderkreises, die Waldtage, Schach- und andere AGn, die Teilnahme am Atzbacher Adventsmarkt und vieles mehr, was »erstmals« von Schulleiter Wolfgang Dinter initiiert wurde.

Die Mitglieder der Elternbeiräte überreichten eine mit vielen guten Wünschen getränkte Pflanze. Isolde Zehme vom Bibliothek-Team sagte Dank. Das Kollegium intonierte »Probiers mal mit Gemütlichkeit...« und »Wir sagen Tschüs und Dankeschön.«

Dank an die Wegbegleiter

Wolfgang Dinter sagte auch Bürgermeister Eckhard Schultz und allen mit denen er kurze oder längere Wege ging, ein großes herzliches Dankeschön.

»Wir haben alle lange an der gleichen Front gekämpft. Man hat es mir leicht gemacht, Schulleiter zu sein. Ich freue mich riesig über das tolle Buch mit vielen netten Beiträgen, das die Schüler für mich zusammengestellt haben. Ich wünsche der Schule, bald wieder in den Amthof zurückkehren zu können und wünsche mir auch, dass mein Klub Eintracht Frankfurt wieder in die erste Bundesliga aufsteigt.«

Auch interessant

Kommentare