Wiederaufnahme in Doppelmord-Fall erhofft

Babenhausen/Darmstadt (dpa/lhe). Knapp vier Jahre nach einem Doppelmord im südhessischen Babenhausen kämpft eine Frau um die Freilassung ihres deswegen verurteilten Ehemanns. Anja Darsow setzt auf die Hilfe von Freunden, Unterschriftenlisten und ein Internetportal. Ihr Ziel: Der Fall soll noch einmal aufgerollt werden.

Damals waren ein Mann (62) und seine Ehefrau (58) aus der Nachbarschaft erschossen worden. Die damals 37-jährige behinderte Tochter des Paares überlebte knapp. Für die 35-Jährige ist das Urteil »aus der Luft gegriffen«. Ihr Mann sei – wie er vor Gericht beteuerte – nicht der Täter gewesen. Anwälte sollen helfen, auch der Petitionsausschuss des Landtags. Das Gericht hatte den heute 44 Jahre alten Mann vor gut eineinhalb Jahren in einem Indizienprozess wegen Mordes verurteilt. Vor ein Wiederaufnahmeverfahren sind jedoch hohe Hürden gesetzt. »Bei einem rechtskräftigen Urteil wie hier gibt es nur unter engen Voraussetzungen eine Wiederaufnahme«, erklärt der Vize-Sprecher des Justizministeriums, Erik Geisler. Laut Rechtsexperten muss es wirklich neue Beweise geben. »Eine Wiederaufnahme kommt nicht oft vor«, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Sebastian Zwiebel.

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